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		<item>
		<title>Ein paar Beobachtungen zur Trancelogik</title>
		<link>https://hypnoseinfos.wordpress.com/2012/01/02/ein-paar-beobachtungen-zur-trancelogik/</link>
		<comments>https://hypnoseinfos.wordpress.com/2012/01/02/ein-paar-beobachtungen-zur-trancelogik/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 02 Jan 2012 18:02:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>escatan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Vorbemerkung: Unter &#8222;Trancelogik&#8220; versteht man gewöhnlich ein Verhalten, bei dem der Proband implizit demonstriert, daß er ein unterbewußtes Wissen besitzt: Etwa, wenn er sich nicht auf einen Stuhl setzt, auf dem sich bereits eine andere Person befindet, auch wenn er &#8230; <a href="https://hypnoseinfos.wordpress.com/2012/01/02/ein-paar-beobachtungen-zur-trancelogik/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hypnoseinfos.wordpress.com&amp;blog=13533809&amp;post=731&amp;subd=hypnoseinfos&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="text-decoration:underline;"><em>Vorbemerkung</em></span>:</p>
<p>Unter &#8222;Trancelogik&#8220; versteht man gewöhnlich ein Verhalten, bei dem der Proband<em> implizit</em> demonstriert, daß er ein unterbewußtes Wissen besitzt: Etwa, wenn er sich nicht auf einen Stuhl setzt, auf dem sich bereits eine andere Person befindet, auch wenn er sie negativ halluziniert.<span id="more-731"></span><br />
Vom &#8222;Hidden Observer&#8220; spricht man hingegen, wenn unterbewußte Informationen durch den Hypnotisanden<em> explizit</em> wiedergegeben werden, etwa wenn einem &#8222;Subjekt&#8220; suggeriert wird, daß es unterbewußt trotz der hypnotischen Taubheit die Worte des Hypnotiseurs gehört hat und wiedergeben kann.</p>
<p>Die Unterscheidung ist wohl jedoch eher künstlich. Beide Phänomen-Gruppen hängen offensichtlich eng zusammen und sind zwei Erscheinungsformen eines fundamentalen Prinzips: Wenn hypnotisierte Probanden irgendwelche &#8222;Verzerrungen&#8220; ihres Denkens oder Wahrnehmens erleben, so besitzen sie synchron ein unbewußtes Wissen von der Realität, wie sie ist, das ihr Verhalten mit prägt.</p>
<p><span style="text-decoration:underline;"><em>Beobachtungen:</em></span></p>
<p>Kürzlich hatte ich mit einem Freund neben anderen Versuchen nachfolgende Experimente durchgeführt. Er ist ein &#8222;gutes&#8220; hypnotisches Subjekt, und ich hatte bereits einige Versuche mit ihm gemacht, einige während einer formellen Hypnose und später per Wachsuggestion (ohne daß hier relevante Unterschiede ersichtlich geworden wären). Die zu beschreibenden Experimente wurden als Wachsuggestionen durchgeführt, jedoch unter der Bezeichnung &#8222;Hypnose&#8220;.</p>
<p>Experiment 1) Ich suggerierte, daß der Proband vor sich beim Öffnen der Augen zwei in jeder Hinsicht identische Bierdeckel entdecken würde. (Tatsächlich lag nur ein Deckel da.) Er halluzinierte darauf den zweiten Deckel, empfand ihn aber als dunkler, was sicher mit dem dunklen Tisch zu tun hatte. Nachdem ich ihn gebeten hatte, nochmals die Augen zu schließen und ihm Suggestionen derart gab, daß nun beide Deckel auch in der Farbe und jeder anderen Hinsicht identisch seien, konnte er den realen und den imaginären Deckel in der Tat nicht mehr unterscheiden.</p>
<p>Ich sagte ihm dann, daß einer von beiden nur in der Vorstellung bestehe und fragte ihn, ob er wisse welcher. Nach kurzer Zeit des Überlegens hob er den <em>halluzinierten</em> Bierdeckel auf und meinte, dieser sei ganz sicher der<em> echte</em>.</p>
<p>Meine Überzeugung war, daß mein Proband, wenn auch unbewußt, sehr wohl zwischen dem realen und dem imaginierten Stimulus unterscheiden kann, und daß seine falsche Antwort darauf zurückzuführen ist, daß er (unbewußt) seine Reaktion für die angemessenste hält, um die Authentizität und Lebendigkeit der Halluzination zu demonstrieren.</p>
<p>Experiment 2) Um diese These indirekt zu testen, suggerierte ich dem Probanden darauf, daß alle Gegenstände auf dem Tisch verschwinden würden. Alsdann erklärte ich ihm, daß er aber in der Lage sein würde, auf einen auf dem Tisch befindlichen Deckel zu zeigen. Zuerst tat er das nicht und begründete das damit, daß er auf dem Tisch ja überhaupt nichts sehe und daher auch nicht wisse, wo der Deckel sei. Ich antwortete, daß der Arm völlig von allein den Weg finden und auf den Deckel zeigen würde. Kurz darauf &#8222;hob&#8220; sich der Arm dann auch langsam, wie bei einer Levitation, und der Zeigefinger zeigte genau auf die Mitte der negativ halluzinierten Karte.</p>
<p><span style="text-decoration:underline;"><em>Diskussion:</em></span></p>
<p>Eine Erklärung dafür, daß mein Proband im Experiment 1 den halluzinierten und den realen Deckel nicht unterscheiden konnte, wäre, daß er es tatsächlich nicht konnte, daß er also auf keiner für sein Handeln und Urteilen relevanten Ebene eine entsprechende Unterscheidungsfähigkeit besaß.</p>
<p>Dagegen spricht aber,<br />
a) daß er nicht einfach unschlüssig war, sondern mit fester Bestimmtheit und Überzeugung den illusionären Gegenstand als den echten betrachtete.<br />
b) die Tatsache, daß derselbe Proband im Experiment 2 eindeutig (in diesem Fall eine negativen) Halluzination von der Realität unterscheiden konnte, und das unterbewußte Sehen nutzen konnte, um entsprechend der Suggestion zu handeln<br />
c) vor allem auch verschiedene Experimente der Hypnoseforschung, die zeigen, daß Probanden, wenn die Situation es deutlich genug erfordert, generell Phänomene wie &#8222;Hidden Observer&#8220; und &#8222;Trancelogik&#8220; zeigen.</p>
<p>Nach der allgemeinen Beobachtung, die sich auch mit der meinen deckt, gibt es einerseits Personen, die Effekte von &#8222;Hidden Observer&#8220; und &#8222;Trancelogik&#8220; sehr einfach demonstrieren, während andere das nicht so schnell tun. Dies sind offenbar dieselben Personen, die sich deutlich an der &#8222;Unlogik&#8220; stören. Dennoch besitzt auch die letzte Gruppe eine unterbewußte Wahrnehmung und kann dies auch zeigen.</p>
<p>Dies kann wie in dem von mir geschilderten Fall etwa dadurch erreicht werden, daß eine für den Probanden akzeptable &#8222;Rationalisierung&#8220; gefunden wird: Daß der Arm von alleine den Weg finden wird.<br />
In anderen Fällen  &#8211; aus der Hypnoseforschung &#8211; bestand hingegen ein starker sozialer Druck, Trancelogik-Verhalten zu demonstrieren. Beispielsweise wurden die Probanden informiert wurden, daß alle &#8222;echten&#8220; hypnotischen Subjekte sich so und so verhalten, und nur Leute, die Hypnose simulieren, anders.</p>
<p>Die Phänomene von Trancelogik und &#8222;Hidden Observer&#8220; scheinen universal zu sein, in dem Sinne, daß bei hypnotischen und suggestiven Veränderungen der Wahrnehmung und des Denkens immer ein relevantes unterbewußtes Wissen und eine unterbewußte realistische Wahrnehmung bestehen bleiben. Auch scheinen Probanden generell in der Lage zu sein, diese Informationen zu nutzen, was sich dann in ihrem Verhalten widerspiegelt.</p>
<p>Ob aber der einzelne Proband in seinem Verhalten &#8222;Trancelogik&#8220; zeigt, scheint unter anderem von zwei Faktoren abzuhängen:</p>
<p>1. Idiosynkratische Einstellungen, also individuell-persönliche Haltungen. Dazu gehört insbesondere, inwieweit er bemüht ist, logische Widersprüche in seinem Verhalten selbst zu tolerieren.</p>
<p>2. &#8222;Demand Characteristics&#8220;, also die situativen Anforderungen der Situation und des Experimentes. Dieser zweite Faktor ist offenbar im Zweifel wichtiger: Wenn eindeutig verlangt ist, daß Trancelogik demonstriert wird, dann wird sie das in aller Regel auch.</p>
<p>Im konkreten Fall hielt mein Proband also sehr wahrscheinlich deswegen die halluzinierte Karte mit solcher Bestimmtheit für echt, weil er &#8211; auf unterbewußter Ebene &#8211; gerade dadurch die Authentizität und hohe Qualität seiner Halluzination demonstrieren wollte, was wiederum mit durch die experimentellen Anforderungen bedingt sein dürfte, wie er sie verstand.</p>
<p>Offenbar begriff er dann die im 2. Experiment gegebene Aufforderung, auf eine neg. halluzinierte Karte zu deuten, als inkonnsistent damit, daß er eine vollständige negative Halluzination erlebte. Erst als ein Weg gefunden wurde, der es ihm erlaubte, seine Selbst-Repräsentation aufrechtzuerhalten als jemand aufrechtzuerhalten, der tatsächlich den kritischen Stimulus negativ halluziniert und zugleich auf den Stimulus zu reagieren, bewegte er entsprechend seine Hand.</p>
<p>Wenn das Phänomen des &#8222;Hidden Observer&#8220; suggeriert wird, so wird von einem &#8222;Teil&#8220; gesprochen, der ein Wissen besitzt, das dem Hypnotisanden verborgen bleibt; dies dient offenbar auch genau diesem Zweck: Die unterbewußten Prozesse werden als möglichst weit &#8222;abgetrennt&#8220; vom bewußtsen Wissen dargestellt, um ein in sich widersprüchliches Verhalten, das der Authentizität der hypnotischen Phänomene zu widerprechen scheint, zu legitimieren.</p>
<p>Entsprechende Überlegungen scheinen sich generalisieren zu lassen. So gelingt es &#8211; um ein Beispiel von mehreren zu nennen -, praktisch allen guten hypnotischen Subjekten, eine suggestive Amnesie unter einer von zwei Bedingungen zu &#8222;brechen&#8220;:</p>
<p>a) Bei einem starken sozialen Druck, sich wieder zu erinnern: Es wurde beispielsweise amnestischen Personen zuerst aufgefordert, &#8222;ehrlich&#8220; zu sein, dannan Lügendetektoren angschlossen und schließlich mit Videoaufzeichnungen des ihrer Sitzung, für die sie amnestisch waren, konfrontiert. So wurde über mehrere Stufen ein erheblicher Druck aufgebaut, damit die &#8222;Subjekte&#8220; ihre Amnesie überwinden sollen, was dann auch geschah.</p>
<p>b) Bei einem Arrangement, das es den Hypnotisanden erlaubt, die Amnesie auf eine Weise zu &#8222;brechen&#8220;, die mit seiner Rolle des guten hypnotischen Subjekts vereinbar ist: Ein Beispiel für solche Arrangements wären etwa eben das Hidden-Observer-Design: Es wird suggeriert, daß mein unterbewußter Teil sich an die amnestischen Inhalte erinnert. Ein anderes Beispiel: Die &#8222;Subjekte&#8220; werden im Vorfeld informiert, daß die Erinnerungsfähigkeit bei zunehmender Hypnose-Tiefe zunimmt; dies führt dazu, daß die Amnesie auf die anschließende Trancevertiefung hin tatsächlich deutlich brüchiger wird.</p>
<p>Die Bedeutung der Selbst-Repräsentation des Hypnotisanden als &#8222;genuin hypnotisches Subjekt&#8220;, das auch hypnotische Phänomene &#8222;genuin&#8220; erlebt, wurde demnach immer wieder zurecht betont; sie ist einer der Schlüssel zum Verstehen von hypnotischem Verhalten.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Die Bedeutung der Motivation für die Hypnose</title>
		<link>https://hypnoseinfos.wordpress.com/2011/11/27/die-bedeutung-der-motivation-fur-die-hypnose/</link>
		<comments>https://hypnoseinfos.wordpress.com/2011/11/27/die-bedeutung-der-motivation-fur-die-hypnose/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 27 Nov 2011 12:24:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>escatan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Hypnose]]></category>
		<category><![CDATA[hypnose und motivation]]></category>
		<category><![CDATA[Hypnoseforschung]]></category>

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		<description><![CDATA[Es herrscht in der breiten Öffentlichkeit oftmals die Auffassung, daß die Umsetzung hypnotischer Suggestionen keinerlei  Motivation, Willen oder Engagement von Seiten des Hypnotisanden voraussetzt. So wird auch heute oft noch angenommen, daß bei der Hypnose irgendwie das Unterbewußtsein des Hypnotisanden &#8222;umprogrammiert&#8220; werde, wobei dieser &#8230; <a href="https://hypnoseinfos.wordpress.com/2011/11/27/die-bedeutung-der-motivation-fur-die-hypnose/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hypnoseinfos.wordpress.com&amp;blog=13533809&amp;post=643&amp;subd=hypnoseinfos&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es herrscht in der breiten Öffentlichkeit oftmals die Auffassung, daß die Umsetzung hypnotischer Suggestionen keinerlei  Motivation, Willen oder Engagement von Seiten des Hypnotisanden voraussetzt. <span id="more-643"></span></p>
<p>So wird auch heute oft noch angenommen, daß bei der Hypnose irgendwie das Unterbewußtsein des Hypnotisanden &#8222;umprogrammiert&#8220; werde, wobei dieser Prozeß passiv, automatisch und unabhängig von Motivation und Denken des &#8222;Subjekts&#8220; ablaufen soll. Zumindest unter Laien stellt man sich den &#8220;(tief) Hypnotisierten&#8220; oft noch so vor, als besitze er so etwas wie einen eigenen Willen ohnehin nicht mehr, da er sich in so etwas wie eine geistlose Maschine verwandelt habe.</p>
<p>Solche Vorstellungen sind jedoch falsch. In diesem Artikel nun soll es vor allem um die motivationalen Aspekte der Hypnose gehen, deren Bedeutung herauszustellen ist. Dabei möchte ich folgende ganz grobe Unterscheidung von Gesichtspunkten, die natürlich eng mit einander zusammenhängen, treffen:</p>
<p>a) Hypnose setzt unabhängig von der Stärke und Ausprägung der Motivation so etwas wie eine grundlegende, elementare Bereitschaft zur Kooperation voraus. Ohne ein Minimum an Akzeptanz und einer bewußten oder unbewußten Bereitschaft, sich auf die Hypnose einzulassen, &#8220;funktioniert&#8220; Hypnose nicht. b) Der Grad der Motivation hat Einfluß auf das Ausmaß, in dem das &#8222;Subjekt&#8220; auf Hypnose reagiert, c) ebenso der Rapport und die damit zusammenhängende Fähigkeit,  in der entsprechenden Situation &#8220;loszulassen&#8220; und sich vertrauensvoll auf die Situation einzulassen. d) Grundlegender Bereitschaft und Motivation allein reichen jedoch nicht aus, damit eine hypnotische Suggestion realisiert werden kann; vielmehr ist bei der jeweiligen Umsetzung offenbar ein konkretes aktives &#8222;Streben&#8220;, eine konkrete &#8222;Absicht&#8220; (die unterbewußt sein kann) für die hypnotische Reaktion von Nöten.</p>
<p><strong>Grundlegende Bereitschaft und Motivation<br />
</strong></p>
<p>Notwendig für die Hypnose ist die grundsätzliche Bereitschaft, sich auf die Hypnose einzulassen. Wenn diese überhaupt nicht vorhanden ist, können Hypnose und hypnotische Reaktionen nicht stattfinden. (Siehe auch Artikel <a href="http://hypnoseinfos.wordpress.com/2011/11/04/hypnose-ohne-und-gegen-den-willen/" target="_blank">&#8222;Hypnose ohne und gegen den Willen&#8220;</a>.)</p>
<p>Bereits die Tatsache, daß generell der Gehorsam &#8222;tief Hypnotisierter&#8220; nicht höher, sondern tendenziell sogar geringer ist als der von &#8222;Wachen&#8220; (siehe Artikel zu &#8222;<a href="http://hypnoseverbrecheninfo.wordpress.com/2010/04/07/hypnose-verbrechen/" target="_blank">Hypnose-Verbrechen</a>&#8222;), spricht deutlich dagegen, daß hypnotisches Reagieren unabhängig vom Willen des Hypnotisanden stattfindet und seiner Kontrolle entzogen wäre.</p>
<p>Dies wird auch durch ein vom amerikanischen Hypnoseforscher T.X. Barber durchgeführtes Experiment bestätigt:</p>
<p>In einem Versuch sollten Schwesternschülerinnen in einem Experiment hypnosetypischen Suggestionen (ohne formelle hypnotische Induktion) unterzogen werden. Im Vorfeld wurde jedoch von Personen, die scheinbar nichts mit dem Experiment zu hatten, massiv Stimmung gegen das Experiment gemacht: Unter anderem wurde gesagt, daß Schwesternschülerinnen ohnehin für leichtgläubig gehalten würden, und es wurde ihnen nachdrücklich nahegelegt, den Versuch zu unterlaufen.  Der Effekt war in der Tat, daß die dann gemessene durchschnittliche hypnotische Suggestibilität der Probandinnen praktisch bei Null lag.</p>
<p>Daß Entsprechendes auch für formelle Hypnose gilt, zeigt folgender Versuch:</p>
<p>In einem (ebenfalls von Barber durchgeführten) Experiment wurden Probanden über einige Tage lang mit genau derselben Induktion hypnotisiert und stets denselben Suggestibilitätstests in derselben Reihenfolge unterzogen.</p>
<p>Das Ergebnis war, daß die hypnotische Suggestibilität stetig von Tag zu Tag absank. Bei diesem Experiment, das in ähnlicher Form von anderen Forschern repliziert wurde, korrelierte der Rückgang der Suggestibilität mit einer stetigen Verminderung der Motivation für die Hypnose und der Erwartung, gut bei den Testsuggestionen abzuschneiden.</p>
<p>Der entscheidende Faktor, der den bedeutenden Rückgang der Suggestibilität bewirkt hat, ist hier offensichtlich das Nachlassen der Motivation aufgrund zunehmender Langeweile. Die Abnahme der Motivation bewirkte einen starken Rückgang der Erfolgserwartung wie auch des &#8222;Erfolges&#8220; bei den Hypnose-Tests.</p>
<p>Während bei einem flexiblen und individuell angepaßten Training oft eine Steigerung der hypnotischen Suggestibilität möglich ist, läßt sich solches offenbar nicht sagen, wenn stets nur dieselben Prozeduren wiederholt werden. (Wenn der Proband jedoch ein besonderes Interesse hat, durch stets gleiche Wiederholungen seine Suggestibilität zu trainieren mag das anders sein.)</p>
<p>Diese und vergleichbare Experimente unterstreichen, daß ohne eine gewisse Bereitschaft Hypnose nicht funktioniert. Selbst wenn vielleicht keine besonderen positiven Einstellungen vorhanden sein müssen, so sollten zumindest auch keine allzu negativen im Raum stehen. Eine gewisse elementare Offenheit oder Minimal-Motivation ist von Nöten.</p>
<p>Viel spricht generell dafür, daß zudem das Ausmaß, in dem jemand auf Hypnose reagiert &#8211; gewöhnlich gemessen an der hypnotischen Suggestibilität &#8211; wesentlich von der Motivation der Hypnotisanden abhängt.</p>
<p>Der späte T.X. Barber, ein wichtiger Hypnoseforscher, ging aufgrund langjähriger eigener und fremder Forschungen davon aus, daß jene Personen, die positive Einstellungen und Erwartungen gegenüber der Hypnose haben, die größte und wichtigste Untergruppe unter den &#8222;Hochsuggestiblen&#8220; ausmachen.</p>
<p>Doch  schon früh wurde die Bedeutung der Motivation für die Hypnose erkannt. So äußerte bereits August Forel, daß das beste hypnotische &#8222;Subjekt&#8220; jemand sei, der von der Hypnose und der Vorstellung, selbst hypnotisiert zu werden, &#8222;begeistert&#8220; sei. Dies ist auch die Erfahrung vieler anderer Hypnotiseure (und auch die meine).</p>
<p>Zwar sprechen die Erhebungen im Labor dafür, daß das Ausmaß der Motivation nur von begrenztem Einfluß auf die Variation der hypnotische Suggestibilität ist. Doch scheint die Aussagekraft und Relevanz solcher Ergebnisse begrenzt zu sein:</p>
<p>Es wurde bemerkt, daß hypnotische Analgesie und Anästhesie in der klinischen Praxis allgemein weit besser zu funktionieren zu scheinen als in Forschungslabors. Dieser Effekt mag partiell auch daher rühren, daß im klinischen Setting mehr Angst und Stress vorliegen, und die Hypnose auf diese Faktoren besonders effektiv wirkt. Doch dürfte dies als Erklärung nicht ausreichen. Ein anderer Grund scheint zu sein, daß dort, wo eine echte Notwendigkeit und ein wirklicher bedeutender Vorteil durch die hypnotische Analgesie gegeben sind, die Motivation bedeutend &#8220;tiefer&#8220; und ernster ist als bei irgendwelchen rein &#8222;wissenschaftlichen Tests&#8220;.</p>
<p>Im Artikel zur Showhypnose hatten wir bereits darauf hingewiesen, daß nach einer Untersuchung durch Helen Crawford und ihre Mitarbeiter die hypnotische Suggestibilität bei den Teilnehmern einer Showhypnose überdurchschnittlich hoch ist. Man wird vermuten dürfen, daß dies auch mit gruppendynamischen Effekten aufgrund der Gegenwart weiterer Hypnotisanden zu tun haben, und ebenfalls mit der Situation, vor einem Publikum zu stehen. Hier entsteht offenbar ein erhöhter sozialer Druck, der zu einer starken Motivation und letztlich auch erhöhten Suggestibilität führt.</p>
<p>Interessant ist in diesem Zusammenhang auch ein Versuch von Barnier und McConkey zur posthypnotischen Suggestion, bei dem hochsuggestiblen Probanden die Suggestion gegeben wurde, jeden Tag eine Postkarte an den Hypnotiseur abzusenden. Wie Amanda Barnier berichtet, hing der Erfolg dieser Suggestion entscheidend mit davon ab, ob der Proband durch sein soziales Umfeld er- oder entmutigt wurde, bei dem Experiment mitzumachen. (Siehe &#8222;<a href="https://hypnoseinfos.wordpress.com/2010/09/21/die-posthypnotische-suggestion/" target="_blank">Die posthypnotische Suggestion</a>&#8222;.)</p>
<p>Sorgfältige Versuche zur posthypnotischen Suggestion zeigen außerdem auch, daß Probanden nur dann auf &#8222;Trigger&#8220; reagieren, wenn sie sich zu einer entsprechende Antwort &#8220;verpflichtet&#8220; fühlen, wenn sie eine entsprechende Bereitschaft besitzen und wenn sie erkennen, daß der posthypnotische Auslöser (womöglich) zu einer hypnotischen Reaktion führen &#8222;soll&#8220;.  Andernfalls erfolgt keine Reaktion, <em>auch dann nicht, wenn der auslösende Stimulus eindeutig wahrgenommen und registriert wurde</em>. (Siehe wieder  Artikel &#8220;Die posthypnotische Reaktion&#8220;.)</p>
<p>All dies unterstreicht und bezeugt die Notwendigkeit und Bedeutung motivationaler Aspekte für das hypnotische und posthypnotische Reagieren.</p>
<p>Wie im <a href="https://hypnoseinfos.wordpress.com/2010/09/07/wachsuggestionen-und-hypnotische-suggestionen/" target="_blank">Artikel über hypnotische und Wachsuggestionen</a> berichtet, liegt die hypnotische Suggestibilität zwar über der Wachsuggestibilität, aber es ist möglich, allein durch &#8222;motivierende Instruktionen&#8220; (&#8222;task motivational instructions&#8220;) die Wachsuggestibilität so anzuheben, daß sie das Niveau der formellen hypnotischen Suggestibilität erreicht. bei diesen &#8222;motivierenden Instruktionen&#8220; wird versucht, die Erwartung hinsichtlich des Erfolgs bei den Suggestibilitätstests zu erhöhen, aber eben auch, wie der Name bereits sagt, eine positive Motivation und positive Einstellungen zu erzeugen.</p>
<p>Dafür, daß das &#8220;Subjekt&#8220;, motiviert sein muß und sich entscheiden muß, zu reagieren, spricht übrigens auch ein Experiment, bei dem hypnosetypische Wachsuggestionen einmal mit sicherer und engagierter Stimme, das andere mal in desinteressiertem Ton gegeben wurden: Im ersten Fall war die gemessene Suggestibilität deutlich höher als im zweiten.</p>
<p>Die Bedeutung der Motivation wird jedoch auch besonders im Zusammenhang mit den sog. &#8222;situativen Anforderungen&#8220; (&#8222;Demand Characteristics&#8220;) bzw.  mit der &#8222;hypnotische Rolle&#8220; sichtbar. (Siehe Artikel <a href="https://hypnoseinfos.wordpress.com/2010/10/12/hypnotische-rolle-setting-und-demand-characteristics/" target="_blank">&#8222;Hypnotische Rolle [...]&#8222;</a> )</p>
<p>Der Hypnotisierte versucht in hohem Grade dem Experimentator zu helfen und seine Auffassungen über den Ausgang der Versuche zu bestätigen, wobei das Erkennen der und das Reagieren auf die &#8222;Demand Characteristics&#8220; mitunter durchaus theoretische Reflexionen voraussetzten. Dies bedeutet natürlich nicht, daß die Versuchsperson versucht, das Experiment zu &#8222;verfälschen&#8220;. Sie sind sich vielmehr gewöhnlich nicht bewußt, daß die &#8222;Demand Characteristics&#8220; ihr Verhalten entscheidend beeinflussen. Was jedoch offenbar geschieht, ist dies: Der motivierte Proband erwartet, daß er tatsächlich  das erlebt, wovon er glaubt, daß er es erleben &#8222;soll&#8220;, und er hat den Wunsch, es auch zu erleben. Hierzu gehört insbesondere, daß der Hypnotisierte versucht, ein &#8222;gutes hypnotisches Subjekt&#8220; zu sein und sich so zu verhalten, wie er glaubt, daß man sich als guter Hypnotisand eben verhält.</p>
<p><strong>&#8222;Offenheit&#8220;, Vertrauen, Rapport</strong></p>
<p>&#8222;Motivation&#8220; auf Seiten des Hypnotisanden allein reicht allerdings nicht unbedingt aus, damit er intensiv auf Hypnose reagiert. Es ist die Erfahrung, daß manche Menschen, die unbedingt Hypnose erleben wollen und sich dabei &#8222;verkrampfen&#8220;, eher schlecht auf Hypnose reagieren. Wesentlich scheint nämlich auch eine gewisse &#8222;Offenheit&#8220; zu sein, die damit einhergeht, daß das Subjekt &#8222;loslassen&#8220; und sich  &#8220;fallen lassen&#8220; kann. Damit meine ich mehr als die absolut grundlegende Bereitschaft, sich &#8222;überhaupt&#8220; auf die Hypnose einzulassen. In welchem Grade es möglich ist, daß ein &#8222;Subjekt&#8220; sich für die Hypnose wirklich innerlich &#8222;öffnen&#8220; kann, scheint wiederum damit zu tun zu haben, wie sehr sich der Proband in der Situation wohlfühlt, wie sehr er der Hypnose und auch dem Hypnotiseur &#8222;vertraut&#8220;. Damit hängt natürlich auch nicht zuletzt die Qualität der &#8222;Beziehung&#8220; zwischen Hypnotiseur und Hypnotisand zusammen, der sog. &#8220;Rapport&#8220;.</p>
<p>Es existiert ein recht erfolgreiches (wenn auch nicht unumstrittenenes) Programm, das sog. &#8222;Carleton Skills Training Package&#8220; (CSTP), das die hypnotische Suggestibilität bei vielen Probanden in kurzer Zeit erheblich steigern kann. (1*) Zu den Komponenten des CSTP gehören insbesondere auch der Aufbau positiver Einstellungen zur Hypnose und das Herstellen eines positiven Rapports zum Hypnotiseur. Beide Maßnahmen sind wesentliche Komponenten des Erfolgs und zielen darauf ab, daß die Hypnotisanden eine bessere Motivation und Bereitschaft entwickeln, sich auf die Hypnose und den Hypnotiseur einzulassen.</p>
<p>Die Effektstärke des CSTP hat sich in verschiedenen Untersuchungen relativ verschieden dargestellt, und es scheint, daß die Frage, ob ein guter Rapport aufgebaut wurde oder nicht, wesentlich für die divergierenden Resultate verantwortlich ist. Zwar scheint die Wirksamkeit dieses Verfahrens nicht allein und primär aus einer Verbesserung des Rapports zu resultieren, eine solche scheint aber eine <em>notwendige Bedingung</em> zu sein, damit das CSTP seine Effektivität unter Beweis stellen kann.</p>
<p>Auch andere Verfahren zur Steigerung der Suggestibilität zeichnen sich durch erhebliche Variationen der Effektivität aus, und meine Vermutung ist, daß womöglich auch für diese Schwankungen der jeweils etablierte Rapport die maßgebliche Ursache sein könnte.</p>
<p>Die Bedeutung von &#8222;Offenheit&#8220; und &#8222;Vertrauen&#8220; für die Hypnose wird auch durch die Berichte von Klinikern unterstrichen. So berichtet Bramwell, daß seine Patienten in der Stadt Goole,  zu denen bereits vor der Anwendung der Hypnose ein stabiles und länger währendes Vertrauensverhältnis bestand, in großer Anzahl sehr &#8222;tiefe Hypnose&#8220; erreichten. Später, in einer anderen Stadt mit neuen Patienten, entsprach die Verteilung der &#8220;Hypnosetiefe&#8220; den üblichen Verhältnissen, wie Bramwell sie etwa in Nancy bei Bernheim erlebt hatte (wo die Patienten für den Behandler ebenfalls &#8222;neu&#8220; waren). Ein gutes Vertrauensverhältnis ermöglicht offenbar auch vielen, die im Psychologie-Labor der Hypnosewissenschaftler vielleicht nur mittlere oder geringe Scores auf Hypnose-Saklen ereichen würde, sich für die hypnotische Erfahrung intensiv zu öffnen.</p>
<p>Interessant in diesem Zusammenhang ist übrigens auch die Reaktion von Schizophrenie-Patienten auf Hypnose. Viele Menschen mit solch einer psychotischen Störung (die nichts mit der &#8222;multiplen Persönlichkeit&#8220; zu tun hat) leiden unter Verfolgungs- und oft auch unter Beziehungsideen - letzteres bedeutet, daß sie Ereignisse auf sich beziehen, die objektiv nichts mit ihnen zu tun haben. Auch gehören oftmals sog. &#8222;Ich-Störungen&#8220; zum klinischen Bild, wozu beispielsweise die Vorstellung zählt, daß andere das eigene Denken kontrollieren und steuern oder zumindest beeinflussen (&#8222;Gedankeneingebung&#8220;). Das Fremdbeeinflussungserleben kann bis hin zum Kontrollwahn reichen, der wahnhaften Überzeugung, von außen fremdgesteuert zu werden. Solche Erfahrungen werden dann nicht selten dadurch erklärt, daß man sich durch Hypnose oder Telehypnose beeinträchtigt wähnt. Daher ist die Tendenz Schizophrener verständlich, gegenüber scheinbar übermächtig kontrollierenden äußeren Einflüssen mißtrauisch zu sein, insbesondere auch gegenüber der Hypnose.</p>
<p>In einigen Untersuchungen nun fallen die hypnotischen Suggestibilitäts-Scores Schizophrener gering aus.  In anderen reagieren die Patienten jedoch genau so gut auf Hypnose wie der Rest der Bevölkerung. Der Grund, der sich bei einer genaueren Analyse ergibt, scheint dieser zu sein: Wird einfach ohne weitere Vorbereitung die Suggestibilität getestet, dann wirken paranoide Ängste und Befürchtungen blockierend. Wenn hingegen eine vertrauensvolle Beziehung zum Hypnotiseur besteht und die Hypnose angstfrei erlebt wird, dann wird die hypnotische Suggestibilität nicht beeinträchtigt, sondern ist so hoch wie die der normalen Population.</p>
<p>Diese Resultate  unterstreichen wieder die Bedeutung von &#8222;Offenheit&#8220; Vertrauen und Rapport für die Reaktion auf Hypnose und hypnotische Suggestionen.</p>
<p>Bemerkenswert ist übrigens auch die Schilderung einer Probandin der australischen Hypnoseforscher Sheehan und McConkey, die zu einer visuellen Halluzination befragt wurde, die sie erlebt hatte. Die Probandin erklärte, daß sie<em> &#8222;zu dem Zeitpunkt die geistige Macht hatte, alles zu sehen, weil ich mich in der Sitzung wirklich wohlfühlte und eine Art des Gefühls von großem Vertrauen zum Hypnotiseur hatte“</em>.</p>
<p>Es ist immer wieder die Erfahrung, daß dort, wo Vertrauen und Offenheit bestehen (und genuines Interesse an Hypnose), die Hypnose besonders gut &#8222;funktioniert&#8220;. Dementsprechend besteht auch eine zentrale Funktion des sog. &#8222;Vorgesprächs&#8220; -dessen Bedeutung hoch einzuschätzen ist - darin, Vertrauen, Bereitschaft und einen guter Rapport herzustellen.</p>
<p><strong>Absicht und &#8222;aktives Streben&#8220;</strong></p>
<p>Wie haben gesehen, daß der Hypnotisand mit einer Suggestion auf irgendeiner entscheidenden Ebene einverstanden sein muß, und daß Motivation und &#8222;Offenheit&#8220; zwar günstig für die Realisierung sind. Doch scheint das Vorliegen dieser Voraussetzungen  für die Umsetzung einer hypnotischen Suggestion allein noch nicht auszureichen. Es scheint im Regelfall auch eine konkrete Absicht und Entscheidung notwendig zu sein.</p>
<p>Wie im <a href="http:/http://hypnoseinfos.wordpress.com/2011/08/15/absicht-imagination-erwartung/">Artikel Absicht, Imagination, Erwartung</a> ausgeführt, gilt etwa, daß Imagination und Erwartung für die Realisierung einer Suggestion nicht ausreichen und umgekehrt auch nicht notwendig sind.</p>
<p>So reagieren Hochsuggestible etwa wesentlich besser auf hypnotische Suggestionen zur Analgesie reagieren als auf Placebos (Erwartung), und es besteht keine besondere Korrelation zwischen hypnotischer und Placebo-Analgesie. Entsprechende Versuche mit anderen Phänomenen deuten ebenfalls darauf hin, daß hypnotische Suggestibilität und die Reaktion auf Erwartungen zwei Paar Stiefel sind.</p>
<p>In einem weiteren Experiment wurde hochsuggestiblen Probanden <span style="text-decoration:underline;"><em>während der Hypnose</em></span> ein Stapel mit Papier gegeben und sie wurden &#8222;informiert&#8220;, daß alle Blätter leer seien. In Wahrheit befand sich auf dem letzten Blatt jedoch die Ziffer 8. Interessanterweise erlebte keiner der Probanden eine negative Halluzination, und dies, obwohl durchaus die Überzeugung und Erwartung bestand, das letzte Blatt ebenfalls leer sein würde. Nur rudimentäre &#8222;Ansätze&#8220; zu einer negativen Halluzination waren zu konstatieren, etwa indem die Ziffer in einem Fall nur irgendwie &#8222;verschwommen&#8220; wahrgenommen wurde.</p>
<p>Es scheint so, daß der Proband auf irgendeiner Ebene den Inhalt der Suggestion <em><span style="text-decoration:underline;">&#8222;anstreben&#8220;</span></em> oder <em><span style="text-decoration:underline;">&#8222;beabsichtigen&#8220;</span></em> muß. Offenbar ist es dazu nötig, daß er realisiert, daß die Aussage des Hypnotiseurs keine reine <span style="text-decoration:underline;"><em>&#8222;Information&#8220;</em></span> darstellt, sondern eine <span style="text-decoration:underline;"><em>Suggestion</em></span>, die ihn <span style="text-decoration:underline;"><em>auffordert</em></span>, etwas &#8220;unterbewußt&#8220; zu <span style="text-decoration:underline;"><em>tun</em></span>.</p>
<p>Erkennt der Proband das nicht und wartet einfach nur ab, so geschieht nichts oder jedenfalls nicht viel. Es scheint also keineswegs zu gelten, daß Suggestionen völlig automatisch umgesetzt werden, einfach nur deswegen, weil der Proband eine Suggestion &#8222;hört&#8220; und kognitiv verarbeitet.  Selbst wenn also Motivation vorliegt, eine erhebliche Erwartung besteht und auch formell Hypnose induziert wurde, so  kommt es doch nur zu einer relativ schwachen Manifestation eines hypnotischen Phänomens, die meist deutlich unterhalb dessen liegt, was bei einer &#8222;guten&#8220; hypnotischen Reaktion erreicht wird.</p>
<p>Zwar kann insbesondere die Erwartung sicherlich bis zu einem gewissen Grade zur automatischen Realisierung von Überzeugungen führen, nicht zuletzt während der Hypnose; doch scheint dieser Effekt meist von begrenztem Ausmaß zu sein und nicht das eigentliche Wesen der hypnotischen Reaktion auszumachen. (2*)</p>
<p>Davon, daß die hypnotische Reaktion auf irgendeiner Ebene eine &#8222;Absicht&#8220; oder ein &#8222;Anstreben eines Zieles&#8220; darstellt,  bleibt unbenommen, daß die hypnotische Reaktion subjektiv oft als mühelos oder sogar völlig von alleine ablaufend erlebt wird, oder daß der Hypnotisierte kein Bewußtsein von ihr hat.</p>
<p>Das Gesagte bedeutet außerdem nicht, daß es für eine hypnotische Reaktion bereits <span style="text-decoration:underline;"><em>ausreichend</em></span> wäre, daß der Hypnotisand sich für ihre Umsetzung irgendwie &#8222;entscheidet&#8220;, sondern nur, daß es ohne diese &#8222;Entscheidung&#8220;  im &#8222;Normalfall&#8220; offenbar jedenfalls nicht geht. Tatsächlich zeichnen sich hypnotische Phänomene ja wesentlich dadurch aus, daß sie nicht einfach und vollständig der willentlichen Kontrolle unterliegen. Eine (bewußte oder unbewußte) Absicht ist demnach für das hypnotische Reagieren zwar also keine hinreichende, wohl aber notwendige (eine &#8222;erforderliche&#8220;) Bedingung. Auf einer späten Stufe ihrer Exekution findet sicherlich eine in gewissem Sinne &#8222;automatische&#8220; Umsetzung der hypnotischen Suggestion statt.</p>
<p>Die hier genannten Experimente sind also insoweit interessant, als sie nahelegen, daß für die der Umsetzung jeder einzelnen Suggestion nicht nur Akzeptanz und Motivation vorliegen müssen, sondern auch eine besondere &#8222;Absicht&#8220; und ein &#8222;Entscheidung&#8220;.</p>
<p><strong>Klinische Situation</strong></p>
<p>Auch für die Anwendung der Hypnose in Therapie und Coaching gilt, daß die Motivation des Patienten/Klienten essentiell ist &#8211; was übrigens auch generell für Therapien gilt. Es ist zudem klar, daß auch klinische Hypnose wirkliche Kooperationsbereitschaft und die Offenheit für Veränderung voraussetzt. Auch gilt, daß die (hypno)therapeutische Beziehung für den Therapieerfolg von erheblicher Bedeutung ist.</p>
<p><strong>Exekutive Kontrolle</strong></p>
<p>Zu all dem Gesagten paßt gut, daß der Proband während der Hypnose die Fähigkeit Ausübung der sog. &#8222;exekutiven Kontrolle&#8220; behalten und offenbar für die Realisierung vieler Suggestionen auch exekutive Kontrolle einsetzen müssen. Das &#8222;exekutive Kontrollsystem&#8220; gilt als das höchste und steht im Zusammenhang nicht nur mit abstraktem Denken, sondern auch mit Verhaltenskontrolle und der Orientierung an ethischen Werten. (Siehe Artikel zur &#8222;<a href="https://hypnoseinfos.wordpress.com/2011/08/11/exekutive-kontrolle/" target="_blank">exekutiven Kontrolle</a>&#8222;.)</p>
<p><strong>Neurophysiologische Evidenz</strong></p>
<p>All das deckt sich auch gut mit der neurophysiologischen Evidenz. So schreibt Helen Crawford im Anschluß an eine ausführliche Diskussion nueriophysiologischer Forschungen zur Hypnose (3*):</p>
<p><em>&#8222;In diesem physisch entspannten Zustand berichten sie [die Hypnotisierten], daß ihr Erleben mehr unwillkürlich und mühelos ist [....], und doch, was etwas paradox ist, zur selben Zeit auch intensiver und involvierter als in einem nicht-hypnotischen Zustand. [...] Wenn wir Hypnotisierte als aktive und &#8216;kreative problemlösende Agenten&#8217; [...] ansehen, die sich während der Hypnose auf ihre Fähigkeiten stützen können, dann verschwindet das Paradoxon. [....] Dissoziierte Kontrolle während der Hypnose, wie sie beispielsweise bei der hypnotischen Analgesie für Schmerzen beobachtet wird, setzt kognitive und aufmerksamkeitsbezogene Leistungen höherer Ordnung voraus, wovon Veränderungen der EEG-Theta-Wellen [...] und erhöhter Gehirnstoffwechsel in bildgebenden Verfahren [....] zeugen. Das Fehlen wahrgenommener Kontrolle und die verminderte Selbstwahrnehmung [....] ändern nichts daran, daß dennoch Prozesse ablaufen, die höhere kognitiver Verarbeitung und das exekutive Kontrollsystem involvieren.&#8220;</em></p>
<p><strong>Vorläufige Zusammenfassung</strong></p>
<p>Auf jeden Fall &#8222;realisieren&#8220; sich hypnotische Suggestionen nicht &#8222;automatisch&#8220;, wenn nicht Motivation oder mindestens Erwartung für eine konkrete Suggestion vorliegen. Das bedeutet insbesondere auch dies: Wenn jemand beispielsweise meditiert oder in Selbsthypnose geht und zufällig hört, wie jemand anderer etwas sagt, so werden diese Äußerungen nicht als Suggestionen wirken &#8211; es sei denn der Betreffende hätte irgendeinen Grund, die Suggestionen umzusetzen. Der Hypnotisierte ist niemals ein &#8222;hypersuggestibler Automat&#8220;.</p>
<p><strong>Gründe der Motivation für die Hypnose</strong></p>
<p>Das Bestehen von Motivation ist für die Hypnose also von grundlegender Bedeutung. Daß sie verschiedene Gründe haben kann, je auch nach Setting, liegt auf der Hand. So besteht die Hauptmotivation für die klinische Hypnose natürlich im Wunsch nach Hilfe; die im experimentellen Kontext und auch bei privaten Versuchen resultiert sie wahrscheinlich primär im Wunsch, ein interessantes Phänomen zu erfahren (und im Fall der Hypnoseforschung eventuell auch im Wunsch, zum Fortschritt der Wissenschaft beizutragen); im Fall der Showhypnose dürften neben einem Interesse an der hypnotischen Erfahrung an sich auch  Komponenten wie der &#8220;Spieltrieb&#8220; und eventuell der Wunsch danach, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen, relevant werden. Hypnose findet oftmals innerhalb von Kontexten statt, in denen primär bereits eine erhebliche Motivation zum &#8222;Mitmachen&#8220; besteht,  wie eben etwa in einer Therapie, einer experimentellen Situation, usw.</p>
<p><strong>Hypnose als Verstärker von Motivation</strong></p>
<p>Des Weiteren gilt auch, daß Hypnose gewöhnlich zu einer gesteigerten Motivation, mit dem Hypnotiseur zu kooperieren, führt.</p>
<p>Als Quelle der gesteigerten Motivation kommen verschiedene Komponenten der Hypnose infrage: a) Der Zustand der Hypnose, die &#8222;hypnotische Trance&#8220; selbst, b) die situativen Anforderungen der Hypnose, c) der besondere Rapport zwischen Hypnotiseur und &#8222;Subjekt&#8220;, oft verbunden mit regressive Tendenzen, die durch die hypnotische Rolle aktiviert werden, d) besondere psychologische Aspekte wie eine erhöhte Motivation aufgrund einer Sequenz befolgter Instruktionen und aufgrund des bereits investierten Vertrauens. Diese Gesichtspunkte seien hier nur kurz angerissen:</p>
<p>Zu a): Betrachtet man den hypnotischen Zustand als prinzipiell &#8222;normale&#8220; Verfassung, wie man sie auch beim Absorbiertsein oder gegebenenfalls in der tieferen Meditation findet (&#8222;Non-State-Theorien&#8220;), dann macht es a priori wenig Sinn, anzunehmen, daß der hypnotische Zustand die Motivation &#8222;per se&#8220; steigern würde. Faßt man den hypnotischen Zustand hingegen als relativ &#8222;einmaligen&#8220; Sonderzustand auf (&#8222;State-Theorien&#8220;), dann könnte es durchaus möglich sein, daß der &#8222;Trancezustand&#8220; an sich zu erhöhter Motivation oder gar gesteigertem Gehorsam führt. Diese Position wird heutzutage aber praktisch nicht mehr vertreten, auch nicht von State-Theoretikern, da die empirische Evidenz , die dagegen spricht, einfach zu stark ist.</p>
<p>Zu b): Wer sich hypnotisieren läßt, der identifiziert sich gewöhnlich auch mit der hypnotischen Rolle, also all den Einstellungen und Vorstellungen über Hypnose, die soziokulturell verankert sind, oder die implizit oder explizit durch den Hypnotiseur oder die Situation vermittelt werden. Zum allgemein verbreiteten Bild der Hypnose gehören oftmals auch Passivität, Reaktivität oder auch Willenlosigkeit. Entsprechend kann es sein, daß der Hypnotisierte, der mit entsprechenden Ideen in die Hypnose gegangen ist, in seinem Verhalten auch durch sie mitgeprägt wird.</p>
<p>Zu c): Die hypnotische Beziehung zeichnet sich oft durch eine Art von &#8220;Intimität&#8220; und Emotionalität und manchmal auch durch in irgendeiner Form &#8222;regressive&#8220; Tendenzen auf Seiten des &#8222;Subjekts&#8220; aus. ( Der Aspekt der Regression hängt aber auch stark vom Kontext ab und sollte nicht zu weit ausgelegt und überstrapaziert werden.) Hierdurch kann es sein, daß der Hypnotisierte in besonderer Weise das Bedürfnis hat, den Aufforderungen des Hypnotiseurs nachzukommen und ihn nicht zu enttäuschen.</p>
<p>d): Der Hypnotisand, der sich auf die Hypnose einläßt, hat sich damit zur Kooperation entschlossen und oftmals auch ein gewisses Vertrauen investiert; zudem befolgt er gewöhnlich eine Reihe von Instruktionen und Suggestionen. Psychologisch gesehen hat das den Effekt, daß eine weitere Kooperation wahrscheinlicher ist.</p>
<p>Die hier diskutierten diversen möglichen Ursachen gesteigerter Motivation unter Hypnose gehen, bis auf a), <span style="text-decoration:underline;"><em>nicht auf die Hypnose per se zurück, sondern auf sozialpsychologische Aspekte, die indirekt mit der Hypnose verbunden sind</em></span>. Aus diesem Grund haben diese Faktoren auch erst einmal wenig mit hypnotischer Suggestibilität oder &#8222;Tiefe&#8220; zu tun. (Sie sind aber, wenn sie vorliegen, natürlich ihrerseits geeignet, über Motivation, Rapport und Vertrauen die Suggestibilität zu erhöhen und die Trance zu &#8222;vertiefen&#8220;.)</p>
<p>Es sollte betont werden, daß diese Aspekte in ähnlicher Form auch außerhalb der Hypnose bei psychologischen Experimenten, in therapeutischen Settings oder auch im täglichen Leben vorzufinden sind. Auch spricht die experimentelle Evidenz deutlich dafür, daß die Erhöhung der Motivation durch Hypnose ihre  Grenzen hat. So verhalten sich etwa in entsprechenden Versuchen&#8220;tief Hypnotisierte&#8220; keineswegs &#8222;gehorsamer&#8220; als &#8222;Hellwache&#8220;, wenn für beide Gruppen die gleichen &#8222;situativen Anforderungen&#8220; (&#8222;Demand Charactersitics&#8220;) bestehen, und wenn in beiden Fällen die gleiche persönliche Bindung zum Experimentator aufgebaut wurde. Zudem variieren Motivation, Kooperationsbereitschaft und &#8222;Gehorsam&#8220; von Individuum zu Individuum erheblich, und das gilt auch für &#8222;sehr gut&#8220; hypnotische Subjekte.</p>
<p>Hypnose setzt also nicht nur Motivation und Kooperationsbereitschaft voraus, sondern verstärkt umgekehrt auch oftmals die Motivation zur Kooperation und die Bereitschaft, &#8222;mitzumachen&#8220;, jedoch nur im statistischen Schnitt und nur in begrenztem Maße. Der geschickte Hypnotiseur und Hypnotherapeut wird versuchen, situative Faktoren zu nutzen,um Motivation und Engagement der &#8222;Subjekte&#8220; zu maximieren, ohne &#8222;Abhängigkeit&#8220; oder zu starken sozialen Druck zu generieren.</p>
<p><strong>&#8222;Genuine&#8220; Motivation vs. sozialer Druck</strong></p>
<p>Es ist auch anzumerken, daß &#8222;Bereitschaft&#8220; oder &#8220;Motivation&#8220; zur Hypnose nicht nur durch Begeisterung oder genuines Interesses, sondern natürlich auch aufgrund eines entsprechenden psychologischen Drucks entstehen können. Hier gilt für die Hypnose dasselbe wie für das normale Leben.</p>
<p>Dabei wäre insbesondere zu erwähnen, daß darüber hinaus guter Grund zur Annahme besteht, daß Hypnotisierte in manchen Fällen sozialen Druck fälschlicherweise für einen hypnotischen Zwang halten. Wie im Artikel zu den Hypnoseverbrechen (s.o.) erwähnt, bedrängten beispielsweise in einem Experiment die Hypnoseforscher Calverley und Barber sowohl Hypnotisierte wie Nicht-Hypnotisierte, böswillige Beschwerdebriefe über Vorgesetzte zu verfassen. Obwohl der Gehorsam objektiv in beiden Gruppen gleich war, hatten einige Hypnotisierte das subjektive Gefühl, daß sie durch die Hypnose gezwungen würden &#8211; es handelt sich hierbei höchstwahrscheinlich um eine Rationalisierung mit dem Zweck, sich zu entlasten.</p>
<p>Andererseits gilt allgemein, daß Hypnotisierte ihr eigenes Verhalten nicht stets als frei und motiviert erleben. So kann es beispielsweise gerade zu den expliziten oder impliziten Suggestionen einer Hypnose gehören, daß das subjektive Gefühl des Kontrollverlustes oder des erlebten Zwanges entsteht. Entsprechende Suggestionen, bei denen dieser Effekt besonders besteht, werden im Englischen als &#8220;challange suggestions&#8220;, als &#8222;herausfordernde Suggestionen&#8220; bezeichnet, bei denen eine natürliche Fähigkeit des Probanden suggestiv gehemmt wird. Man denke beispielsweise an Instruktionen derart, daß der Hypnotisand trotz aller Mühe seinen Arm nicht beugen, seine Augen nicht öffnen und seinen Namen nicht erinnern kann. Das motivierte und hinreichend suggestible Subjekt mit entsprechender Dissoziationsfähigkeit wird dann genau diese Phänomene wie gefordert subjektiv erleben. (Dies aber nicht, weil er sich in eine willenlose Maschine verwandeln würde, sondern weil er als der &#8222;kreative problemlösende Agent&#8220; die ihm gestellten Aufgaben lösen möchte.)</p>
<p>Wo verläuft in solchen und vergleichbaren Fällen nun die Grenze zwischen einem Reagieren aus genuiner Motivation und einem aufgrund von sozialem Druck? In beiden Versionen wird das eigene Verhalten ja als außerhalb der subjektiven Kontrolle stehend erlebt. Die Antwort dürfte einfach sein und lauten, daß dann, wenn der Hypnotisierte seinen subjektiv empfundenen &#8222;Kontrollverlust&#8220; nicht als unangenehm, sondern vielleicht sogar als interessant und faszinierend erlebt, echte Motivation besteht, während dann, wenn er Stress und unangenehme Irritation empfindet, er auf sozialen Druck reagiert.</p>
<p><strong>Die motivationale Sicht der Hypnose</strong></p>
<p>Hypnose &#8211; und insbesondere der Aspekt der hypnotischen Suggestibilität &#8211; wird oft mit Alltagssuggestibilität konfundiert, also mit &#8222;Manipulierbarkeit&#8220;, Gehorsam, Willensschwäche und anderen wenig angesehenen Eigenschaften.</p>
<p>Das &#8222;Allermindeste&#8220;, was der Reaktion auf eine hypnotische Reaktion jedoch gewöhnlich attributiert wird, ist völlige Passivität. Es wird üblicherweise davon ausgegangen, daß die Ausführung einer Suggestion rein mechanisch und automatenhaft stattfindet und wenig mit Absicht und Engagement des &#8222;Subjekts&#8220; zu tun hat, daß sie eventuell noch nicht einmal seiner willentlichen Kontrolle untersteht.</p>
<p>Solche Auffassungen dürfen jedoch als überholt gelten. Hypnotische Suggestibilität ist eine Fähigkeit und stellt den Ausdruck des willentlichen Strebens seitens einer motivierten Person dar, die zur Kooperation mit dem Hypnotiseur bereit und willens ist. (Siehe auch den <a href="https://hypnoseinfos.wordpress.com/2011/08/12/zur-suggestibilitat/" target="_blank">Artikel &#8220;Zur Suggestbilität&#8220;</a>.)</p>
<p>Man sollte zum Verständnis des hypnotischen Prozesses also nicht an einen Computer denken, der unterschiedslos alle &#8222;Programmierbefehle&#8220; aufnimmt, die ihm gegeben werden. Der Hypnotisand ist und bleibt ein Mensch, und sowohl die Rezeption wie auch die Ausführung einer hypnotischen Suggestion erfordern, daß das &#8222;Subjekt&#8220; erkennt, daß seine Reaktion verlangt wird und es eine entsprechende Bereitschaft und Motivation besitzt, um irgendwie zu &#8222;versuchen&#8220;, den suggerierten Effekt zu realisieren.</p>
<p>Es gilt, daß Hypnose wesentlich einen <em>kooperativen Prozeß </em>darstellt und essentiell auf  einem zielgerichteten Streben des Hypnotianden basiert. Der Hypnotisierte ist ein intelligent und aktiv Handelnder, kein passiver Roboter, mit dem einfach etwas geschieht, &#8211; auch wenn er seine Aktionen oft als mühelos und unwillkürlich erlebt oder sich auf bewußter Ebene ihrer nicht immer gewahr sein muß. (Dies kann hier nicht umfassend dargelegt werden, geht aber wenigstens zu großen Teilen aus diesem Artikel selbst hervor, auch aus dem Artikel zur hypnotischen Rolle (s.o.), und wird für den Spezialfall der posthypnotischen Suggestion ausführlich im entsprechenden Artikel begründet. Siehe auch weiter unten.)</p>
<p>Kontrastieren wir noch einmal kurz grundlegende verschiedene Auffassungen der Hypnose: Man könnte die in diesem Artikel kritisierte Sichtweise auch als die <em>&#8222;mechanistische Auffassung der Hypnose&#8220;</em> bezeichnen: Ist das hypnotische &#8222;Subjekt&#8220; reagiert auf eine Suggestion, weil automatische Prozesse es dazu zwingen, welche ihrerseits mit Wünschen, Bedürfnissen und Absichten des Hypnotisanden nichts zu tun haben.</p>
<p>Dagegen steht der &#8222;motivationalen Ansatz der Hypnose&#8220;, wie man sie nennen könnte, der hypnotisches Verhalten als Ausdruck der Wünsche, des Willens und Strebens des &#8222;Subjekts&#8220; betrachtet und in der Motivation des Hypnotisanden den Schlüssel zum Verständnis des Phänomens Hypnose erkennt. Eine solche Betrachtungsweise wurde unter anderem von Erickson vertreten, zuvor aber sogar noch von Robert White, dessen bekannte Formulierung lautet: <em>&#8222;Hypnotisches Verhalten ist ein sinnvolles, zielgerichtetes Streben, dessen allgemeinster Zweck es ist, sich wie eine hypnotisierte Person zu verhalten, und zwar so wie dies kontinuierlich durch den Hypnotiseur definiert und vom Subjekt verstanden wird.“</em></p>
<p>In der Hypnoseforschung hat sich aufgrund einer reichen Evidenz längst die Erkenntnis durchgesetzt, daß dieser Satz einen ganz wesentlichen Aspekt hypnotischen Verhaltens beschreibt. Dies gilt unabhängig von verschiedenen theoretischen Kontroversen in anderen Fragen.</p>
<p>Doch nicht nur innerhalb dessen, was mitunter abschätzig als &#8222;Laienhypnose&#8220; bezeichnet wird, sondern bis tief hinein in die klinische Hypnose, einschließlich der ärztlich-psychologischen Hypnoseausbildung, herrscht nach wie vor oftmals ein mechanistisches Denken über Hypnose vor &#8211; und das etwa 70 Jahren nach Whites Arbeiten. Ein Zustand, an dem es nach Möglichkeit etwas zu ändern gilt.</p>
<p>Mit diesem Artikel hoffe ich, vielleicht einen kleinen Beitrag zur Überwindung verbreiteter Fehlvorstellungen und zur Etablierung eines angemesseneren und &#8222;moderneren&#8220; Verständnisses beizutragen.</p>
<p>In weiteren Artikeln soll dann auch noch deutlicher herausgestellt werden, wie sehr hypnotisches Verhalten intelligent, planvoll, sozial motiviert und &#8211; selbst im Fall hypnotischer Täuschungen etwa in Form von Halluzinationen &#8211; an der Realität orientiert ist.</p>
<p>Für den Spezialfall der posthypnotischen Suggestion hoffe und meine ich, daß dieses Ziel bereits durch den entsprechenden Artikel (s.o.) erreicht werden konnte, jedenfalls wenn man die anderen dort dann verlinkten weiteren relevanten Artikel mit beachtet; doch ist es angedacht, Entsprechendes auch den Fall der &#8222;Hypnose allgemein&#8220; noch näher auszuführen.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-</p>
<p><em>Anmerkungen:</em></p>
<p>(1*) Zum CSTP und der bislang leider ziemlich unfertigen Erforschung seiner Wirkelemente gibt es von S.J. Lynn einen guten Übersichtsartikel online, der jedoch den Nachteil hat, daß man kaum viel mit ihm anfangen wird können, wenn man sich nicht bereits genauer mit dieser speziellen Thematik beschäftigt oder einen hypnosewissenschaftlichen Hintergrund hat; verlinkt sei er hier dennoch:</p>
<p><a href="http://findarticles.com/p/articles/mi_qa4087/is_200410/ai_n9460073/">http://findarticles.com/p/articles/mi_qa4087/is_200410/ai_n9460073/</a></p>
<p>(2*) Gegen die These, daß der Hypnotisand bei jeder Suggestion erkennen muß, daß der Inhalt der Suggestion nicht von alleine realisiert wird, sondern daß er selbst etwas &#8222;tun&#8220; muß, könnte man diesen Einwand erheben: Nach der Theorie der Mesmerismus bleibt der passiv und wird durch die magnetische Kraft geheilt, die der Behandler übermittelt. Auch mit dieser Technik konnten aber erhebliche Erfolge erreicht und die hypnotischen Phänomene induziert werden, inklusive sehr intensiver Anästhesie (etwa durch Elliotson und Esdaile). Hier liegt aber aus mehreren Gründen eine ganz besonders &#8222;suggestive&#8220; Situation vor, die über das hinausgeht, was beim normalen &#8222;Placebo&#8220; der Fall ist; zudem würde ich davon ausgehen, daß die Patienten intuitiv irgendwo realisierten, daß das hypothetische magnetische Fluidum der Mesmeristen erforderte, daß sie sich irgendwo für die Wirkung &#8222;öffneten&#8220; und es nicht so unabhängig von ihrer psychischen Haltung wirken würde wie etwa das Messer des Chirurgen.</p>
<p>Andererseits gibt es Berichte davon, daß Menschen aufgrund der festen Überzeugung, von einem tödlichen Fluch getroffen zu sein, sogar starben (Voodoo-Tod). Der Hypnoseforscher T. Sarbin schlug zur Erklärung vor, daß die entsprechenden Personen derart stark mit der Roll des Opfers von Magie identifiziert waren, daß sie dann tatsächlich das erlitten, was sie erwarteten. Wenn eine extrem starke und sehr tief verankerte, vielleicht seit Kindertagen bestehende Erwartung vorliegt, dann können demnach vielleicht auch starke Suggestiv-Effekte ohne irgendeine &#8222;Absicht&#8220; in Erscheinung treten. Das postulierte Prinzip, daß bei Hypnose und Wachsuggestion Bereitschaft, Motivation und sogar in irgendeiner Form Absicht und Entscheidung notwendig sind, würde demnach vielleicht für den &#8222;Normalfall&#8220;, aber nicht schlichtweg ausnahmslos gelten.</p>
<p>(3*) Ab S. 61 hier:</p>
<p>http://www.hipnosis.org.es/hipnosis_pdf/International_Handbook_of_Clinical_Hypnosis.pdf</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/hypnoseinfos.wordpress.com/643/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/hypnoseinfos.wordpress.com/643/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/hypnoseinfos.wordpress.com/643/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/hypnoseinfos.wordpress.com/643/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/hypnoseinfos.wordpress.com/643/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/hypnoseinfos.wordpress.com/643/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/hypnoseinfos.wordpress.com/643/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/hypnoseinfos.wordpress.com/643/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/hypnoseinfos.wordpress.com/643/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/hypnoseinfos.wordpress.com/643/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/hypnoseinfos.wordpress.com/643/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/hypnoseinfos.wordpress.com/643/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/hypnoseinfos.wordpress.com/643/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/hypnoseinfos.wordpress.com/643/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hypnoseinfos.wordpress.com&amp;blog=13533809&amp;post=643&amp;subd=hypnoseinfos&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Hypnose ohne und gegen den Willen</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Nov 2011 17:14:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>escatan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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		<description><![CDATA[In diesem Artikel soll es um die Frage gehen, ob Hypnose ohne Wissen oder gar gegen den ausdrücklichen Willen des Betroffenen erfolgen kann. Kürzlich bin ich bei einer Recherche durch Zufall auf eine für den US-amerikanischen Geheimdiest CIA erstellte Expertise &#8230; <a href="https://hypnoseinfos.wordpress.com/2011/11/04/hypnose-ohne-und-gegen-den-willen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hypnoseinfos.wordpress.com&amp;blog=13533809&amp;post=624&amp;subd=hypnoseinfos&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In diesem Artikel soll es um die Frage gehen, ob Hypnose ohne Wissen oder gar gegen den ausdrücklichen Willen des Betroffenen erfolgen kann.<span id="more-624"></span></p>
<p>Kürzlich bin ich bei einer Recherche durch Zufall auf eine für den US-amerikanischen Geheimdiest CIA erstellte Expertise gestoßen, die von einem &#8222;Edward F. Deshere&#8220; verfaßt wurde. Thema war der Einsatz von Hypnose gegen Gefangene bei Verhören, und auch am Rande ein hypnotischer &#8222;Schutz&#8220; eigener Leute gegen Hypnose, Stress und Schmerz.Wie aus einer kurzen Recherche sichtbar war (und was auch gut zur diskutierten Literatur passt) wurde das Dokument 1960 intern und zuerst nur vertraulich publiziert. Später war die CIA aufgrund neuer Gesetze gezwungen, viel bis dahin geheimes Material öffentlich zu machen, und ich nehme an, daß der Bericht von Deshere in diesem Zusammenhang deklassifiziert und publiziert werden musste. Desheres Text kann sich, soweit es um den Einsatz der Hypnose in feindlichen Verhören geht, aufgrund des Mangels an Untersuchungen nicht auf empirische systematische Forschungen stützen, sondern nur auf theoretische Überlegungen, die jedoch, wie ich meine, allgemein sehr reflektiert und fundiert sind und die durch neuere Forschungsergebnisse, die uns heute bekannt sind, auch erhebliche Unterstützung erhalten haben. Die meisten der Überlegungen halte ich persönlich für zutreffend. Mir soll es hier jedoch nicht um einen höchst fragwürdigen Gebrauch oder Mißbrauch der Hypnose generell gehen, der mit  der &#8222;nationalen Sicherheit&#8220; gerechtfertigt wird, der vermeintlichen Universal-Entschuldigung diktatorisch wie demokratisch verfaßter Unrechtsstaatlichkeit, sondern speziell um die Fragestellung, ob eine Hypnoseinduktion ohne Einverständnis oder gar gegen den ausdrücklichen Willen des Betreffenden möglich ist. Besonders unter diesem Aspekt halte ich den Deshere-Bericht inhaltlich für stark.</p>
<p>Nachdem ich ein Kapitel des Hypnoseforschers Martin Orne zum Thema gelesen habe, wurde mir schnell klar, daß &#8222;Deshere&#8220; nichts anderes ist als ein Pseudonym, unter dem Orne für die CIA schrieb. Orne selbst soll sein Vorgehen &#8211; gemeint ist das offiziell publizierte Kapitel &#8211; <a href="http://theunjustmedia.com/CIA/CIA's%20Behavior%20caper.htm" target="_blank">damit gerechtfertigt haben, daß die CIA dumm sein müsste</a>, wenn sie nach der Lektüre Hypnose für Verhöre einsetzt. Was immer man davon halten mag, ich würde das <a href="http://www.psych.upenn.edu/history/orne/orne1961inbidermanzimmerbc.html" target="_blank">Kapitel von Orne sehr zur Lektüre empfehlen</a>. Es enthält inhaltlich alles und deutlich mehr als der &#8222;Deshere-Report&#8220;.Aus Letzterem stammen allerdings meine Zitate, die sich allerdings identisch oder fast identisch auch in Ornes Kapitel finden. Dennoch sei hier auch der &#8222;Deshere-Report&#8220; verlinkt:</p>
<p>  https://www.cia.gov/library/center-for-the-study-of-intelligence/kent-csi/vol4no1/pdf/v04i1a05p.pdf</p>
<p>Wenn ich nun &#8222;Deshere&#8220; zitiere, dann werde ich ihn als &#8222;Orne&#8220; bezeichnen, da die Identität kenseits aller Zweifel ist. Im Folgenden möchte ich &#8211; weitgehend auf Grundlage von Ornes Überlegungen &#8211; die Frage nach unfreiwilliger und unwissentlicher Hypnose-Induktion erörtern. Empfehlen darf ich zum nachfolgenden besseren Verständnis vielleicht auch meine Artikel zu den Themen &#8222;<a href="http://hypnoseinfos.wordpress.com/2010/10/12/hypnotische-rolle-setting-und-demand-characteristics/" target="_blank">Hypnotische Rolle und Demand Characteristics</a>&#8220; sowie &#8222;<a href="http://hypnoseverbrecheninfo.wordpress.com/2010/04/07/hypnose-verbrechen/" target="_blank">Hypnose-Verbrechen</a>&#8222;. Wesentliche Erkenntnisse, die von Bedeutung sind, und die ich noch einmal kurz rekapituliert sein sollen, wären im Besonderen: </p>
<p>1. Hypnotisierte (und Probanden allgemein) haben sehr oft den Wunsch bei einem Experiment mitzumachen, und zwar so, wie sie glauben, daß es ausgehen &#8222;soll&#8220;. Diese Anforderungen der experimentellen Situation werden auch als &#8222;Demand Characteristics&#8220; bezeichnet und können das Ergebnis eines Versuchs stark beeinflussen. Gerade bei der Hypnose ist dies oft der Fall und stellt die Forschung vor erhebliche Probleme.</p>
<p>2. Zwar ist es sehr einfach, Hypnotisierte dazu zu bringen, alle möglichen Scheinverbrechen in einer geschützten Situation zu vollbringen. Dies ist auch schon lange bekannt und unumstritten. Die &#8222;üblichen&#8220; Experimente dieser Art haben jedoch eine zentrale Schwäche: Bei näherem Hinsehen ergeben sich starke Anhaltspunkte dafür, daß den Hypnotisierten bewußt oder mindestens unterbewußt dasselbe klar ist wie jedem &#8222;Wachen&#8220; in derselben Situation: Alles ist nur ein Experiment oder Show, niemandem wird etwas passieren.</p>
<p>3. Die Bereitschaft von Menschen, irgendeiner &#8222;Autorität&#8220; zu gehorchen - und handele  es sich &#8222;nur&#8220; um einen experimentellen Wissenschaftler &#8211; wird allgemein extrem unterschätzt, während die Präsenz und Kraft eines persönlichen Gewissens allgemein genau so enorm überschätzt wird. (Man denke beispielsweise nur an die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Milgram-Experiment" target="_blank">Milgram-Versuche</a>.) Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch, daß sowohl &#8222;tief Hypnotisierte&#8220; wie &#8222;Wache&#8220; im selben Maße unethischen, gefährlichen, selbstschädigenden oder unangenehmen Befehlen nachkommen, wenn derselbe soziale Druck und dieselben &#8222;Demand Charactersitics&#8220; herrschen. Dies bedeutet insbesondere, daß sorgfältig zu prüfen ist, ob der Gehorsam, den ein Hypnotisierter zeigen mag, tatsächlich an der Hypnose liegt oder nicht. (Hierzu sind gute Kontrollgruppen von &#8222;Wachen&#8220; nötig.)</p>
<p><strong>Eine Gebrauchs-Definition von Hypnose</strong></p>
<p>Um etwas dazu sagen zu können, ob eine Hypnose ohne oder gar gegen den Willen einer Person möglich ist, müssen wir wenigstens eine ganz ungefähre &#8222;Arbeitsdefinition&#8220; der Hypnose besitzen. Es muß eine gewisse Einigkeit bestehen, ob in einem bestimmten Fall mit Recht gesagt werden kann, daß jemand überhaupt &#8222;hypnotisiert&#8220; wurde oder nicht. Wie im Artikel &#8222;<a href="http://hypnoseinfos.wordpress.com/2011/06/29/was-ist-hypnose/" target="_blank">Was ist Hypnose</a>&#8220; dargelegt, existieren viele verschiedene und teils widersprüchliche Definitionen, und viele decken nur Teilaspekte ab.</p>
<p>Nach der von verschiedenen Hypnoseforschern akzeptierten (und auch von mir favorisierten) Auffassung  kann nur dann im Vollsinne von &#8222;Hypnose&#8220; die Rede sein, wenn der Hypnotisand sich mit der &#8222;<a href="http://hypnoseinfos.wordpress.com/2010/10/12/hypnotische-rolle-setting-und-demand-characteristics/" target="_blank">hypnotischen Rolle</a>&#8220; identifiziert. Unter dieser Annahme ließe sich in der Tat von vornherein sagen, daß Hypnose ohne und gegen den Willen höchst selten überhaupt auch nur in Betracht kommen kann. Viele würden aber &#8222;Hypnose&#8220; anders definieren, und daher schlage ich dies als provisorische Definition vor:</p>
<p>&#8222;Hypnotisiert&#8220; ist jemand dann, wenn er zu diesem Zeitpunkt bereit und in der Lage ist, auf Suggestionen zu reagieren, und zwar so, daß er in besonderer Weise als rezeptiv und passiv erscheint: Der Hypnotisierte selbst hat den Eindruck, daß die Umsetzung von Suggestionen mühelos oder automatisch vonstatten geht; oder er hat kein Bewußtsein von der Umsetzung der Suggestionen, obwohl ein solches unter normalen Umständen vorhanden wäre; oder ihm fehlt zumindest später in ungewöhnlicher Weise die Erinnerung (d.h. eine Amnesie liegt vor). Ein weiteres Merkmal der Hypnose wäre der bestehende Rapport zu einem Hypnotiseur; außerdem ist der Hypnotisierte typischerweise &#8222;absorbiert&#8220; und meist auch entspannt.</p>
<p>Andere Definitionen wären für unsere Zwecke unzulänglich. Wenn Hypnose beispielsweise so definiert würde, daß &#8222;hypnotisiert&#8220; ist, wer irgendwelchen Suggestionen im Sinne von Befehlen gehorcht, dann wäre der Hypnose-Begriff so weit gefaßt, daß praktisch alles und jedes Hypnose ist; und die Frage, ob man jemanden dann ohne oder gegen seinen Willen hypnotisieren kann, wäre sinnlos  &#8211; bzw. sie hätte einen völlig anderen Sinn als den offenbar intendierten.</p>
<p>Auch die Definition, daß jemand &#8211; im für diese Diskussion relevanten Sinne &#8211; &#8222;hypnotisiert&#8220; sei, wenn er &#8222;in Trance&#8220; ist, wäre hier ungeeignet oder gar völlig irreführend. Denn entweder man versteht dann unter &#8222;Trance&#8220; einen einmaligen Sonderzustand; dieser wäre dann jedoch umstritten und bisher nicht überzeugend nachgewiesen. Auch ließe er im Einzelfall ohne Suggestibilitätstests kaum feststellen &#8211; womit wir wieder bei der vorgeschlagenen Definition wären, nach der &#8222;hypnotisiert&#8220; ist, wer bereit ist, auf hypnosetypische Suggestionen zu reagieren, wobei Rapport besteht und in der Regel Absorbiertsein. </p>
<p>Eine zweite Möglichkeit, Hypnose einfach als &#8222;Trance&#8220; zu definieren, wäre hingegen, daß man unter &#8222;Trance&#8220; einen normalen Zustand beispielsweise des Absorbiertseins versteht, wie man ihn auch bei einer Entspannungsübung oder im Alltag findet; dann jedoch verliert die Frage, ob man jemanden in diesem Sinne gegen seinen Willen und ohne sein Einverständnis  &#8220;hypnotisieren&#8220; kann, ihre Bedeutung und vor allem jedwede &#8222;Brisanz&#8220;:</p>
<p>Denn wenn etwa gefragt wird, ob es möglich ist, Menschen ohne ihr Wissen und Einverständnis zu hypnotisieren, dann ist damit natürlich nicht die Frage gemeint, ob man sie ohne ihr explizites Einverständnis dazu bringen kann, sich auf innere Ereignisse zu konzentrieren oder besonders aufmerksam und absorbiert zu sein. Denn daß dies ist, ist eine Selbstverständlichkeit und geradezu banal und darüber hinaus auch kein Grund zur Aufregung. Nein, die im Raum stehende Frage impliziert natürlich, daß der Hypnotiseur etwas &#8222;Besonderes&#8220; mit seinem Gegenüber veranstaltet.</p>
<p>Bringt also beispielsweise jemand eine andere Person nur dazu, sich etwas zu entspannen oder zu konzentrieren, dann wäre es doch sehr fraglich, ob man hier von einer &#8222;Hypnose&#8220; in dem Sinne sprechen kann, wie er in dieser Diskussion offenbar gemeint ist, denn dies ist das Alltäglichste und Harmoseste der Welt. Führt der Hypnotiseur jedoch beispielsweise eine regelrechte Entspannungs- oder Imaginationsübung durch, bei der der Betreffende leicht das Gefühl haben kann, daß die eintretenden Veränderungen &#8220;fließend&#8220; und mühelos stattfinden, und in deren Rahmen er auch bereit ist, typische hypnotische Suggestionen zu realisieren, dann läßt sich sicher schon eher von einer &#8222;verdeckten&#8220; Hypnose sprechen.</p>
<p>Daher erscheint mir die oben gewählte Arbeitsdefinition der Hypnose die naheliegendste zu sein, die allgemein konsensfähig ist. (Hierbei soll es sich nur um eine Gebrauchsdefinition handeln, die mit verschiedenen Theorien der Hypnose vereinbar sein kann; entsprechend wird sie auch in der Hypnoseforschung oft verwendet.)</p>
<p><strong>Hypnose ohne  Wissen</strong></p>
<p>Orne selbst führt drei mögliche Szenarien an, innerhalb derer eine &#8222;unbemerkte&#8220; Hypnose stattfinden kann: a) Hypnose im Schlaf, b) Hypnose im Rahmen einer (durchaus auch informellen) Entspannungsübung c) spontanes &#8222;In-Trance-Fallen&#8220; beim Beobachten einer Hypnose-Demonstration bei einer anderen Person. Ich würde noch d) Fälle ergänzen, bei denen der Hypnotiseur einer Person vermittelt, daß sie &#8222;in Trance gehen&#8220; oder hypnotische Phänomene zeigen soll, dabei jedoch überzeugt sein möge, daß  sie nicht hypnotisiert ist (entsprechende Demonstrationen von Erickson fallen einem ein).</p>
<p><span style="text-decoration:underline;"><em>a) Hypnose im Schlaf:</em></span> Orne bemerkt hierzu, daß in den Fällen, in denen Hypnose während des Schlafes induziert werden konnte, günstige Voraussetzungen bestanden: Die  entsprechenden Hypnotisanden wurden um ihre Erlaubnis gefragt oder konnten sich jedenfalls  denken, daß sie im Schlaf hypnotisiert werden sollten und waren damit offenbar einverstanden. Orne berichtet, daß er einige Versuche bei &#8222;naiven&#8220;, also nicht vor-informierten Personen durchführte, die er während des Schlafes zu hypnotisieren versuchte. Alle diese Experimente schlugen fehl: Die betreffenden Personen wachten entweder irritiert auf oder schliefen einfach weiter.</p>
<p>In anderen Fällen, so mag man ergänzen, dürfte zumindest ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen Hypnotiseur und &#8222;Subjekt&#8220; vorliegen, oder die entsprechende Person wurde bereits zuvor durch den Hypnotiseur &#8222;in Trance versetzt&#8220; und ist auch grundsätzlich einverstanden, von ihm hypnotisiert zu werden. Alle mir bekannten Autoren, die sich mit dem Phänomen der &#8222;Hypnose im Schlaf &#8220; beschäftigt haben, stimmen zudem darin überein, daß der Hypnotisierte auch hier genau so &#8222;gehorsam&#8220; oder &#8222;ungehorsam&#8220; ist wie auch bei einer &#8222;normalen&#8220; Hypnose und genau so Widerstand leisten kann, und daß er zudem &#8222;aufwachen&#8220; kann, wenn  dazu eine Notwendigkeit besteht. Man wird also festhalten können, daß die Hypnose im Schlaf gewöhnlich einer Vorbereitung bedarf, außerdem zumindest eine &#8222;implizite&#8220; Zustimmung voraussetzt und daß der Hypnotisand letztlich Herr seiner selbst bleibt.</p>
<p><span style="text-decoration:underline;"><em>b) Hypnose im Rahmen einer Entspannungsübung (oder ähnlicher Verfahren):</em></span> Ornekommentiert hierzu: <em>&#8222;Es ist oftmals möglich für einen Therapeuten, Hypnose durchzuführen, ohne daß der Patient sich darüber bewußt wäre. Indem er den Patienten anweist, sich zu entspannen, indem er ihm suggeriert, daß er sich mit geschlossenen Augen wohler fühlt, und so weiter, kann der Anwender [Hypnotiseur] eine tiefe Stufe der Trance in relativ kurzer Zeit induzieren, ohne dabei jemals den Begriff Hypnose zu gebrauchen. Selbst wenn das Subjekt nicht explizit zugestimmt hat, hypnotisiert zu werden, ist seine Beziehung zum Hypnotiseur, einem Mann von Reputation und Prestige, hier dennoch von Vertrauen und Zuversicht geprägt, von der berechtigten Erwartung von  Hilfe.&#8220;</em></p>
<p>Wir können neben Therapeuten natürlich auch andere &#8222;Typen&#8220; von Hypnotiseuren ins Auge fassen, die einen gewissen Vertrauensstatus besitzen,. Zudem können alle möglichen Entspannungsübungen, konzentrativen und imaginativen Verfahren, darunter eher formelle und auch sehr informelle zur Anwendung kommen.</p>
<p>Die Frage wäre dann, ob wir es hierbei tatsächlich mit &#8222;Hypnose&#8220; zu tun haben. Man kann davon ausgehen, daß es im Allgemeinen nicht schwierig ist, jemanden, der bei einer entsprechenden &#8222;Entspannungsübung&#8220; oder einem vergleichbaren Verfahren mitgemacht hat und sich ohnehin meist in einem passiv-rezeptiven Modus befindet, notfalls durch irgendwelche Erlärungen auch dazu zu bringen, typische hypnotische Suggestionen zu akzeptieren und umzusetzen &#8211; oftmals ohne daß die betroffene Person &#8222;Verdacht&#8220; schöpfen müsste. Zudem mag es durchaus sein, daß bereits fokussierte Aufmerksamkeit und Entspannung eine erhöhte Suggestibilität begünstigen (auch wenn Ausmaß und Stabilität dieses Effekts nicht ganz klar sind), selbst dann,  wenn nicht durch das Wort &#8222;Hypnose&#8220; eine besondere, suggestibilitätssteigernde Erwartungshaltung geschaffen wird.</p>
<p>Es kann also argumentiert werden, daß  hier womöglich tatsächlich eine &#8222;unbemerkte&#8220; oder &#8222;versteckte&#8220; Hypnose stattfindet. Ob das so ist bzw. was das bedeuten kann, hängt jedoch stark von den theoretischen Auffassungen zur Hypnose ab. Ist man im Sinne klassischer State-Theorien der Ansicht, daß Hypnose mit einem ganz besonderen Bewußtseinszustand einhergeht, der sich beispielsweise von Entspannung, fokussierter Aufmerksamkeit und der Bereitschaft, auf Suggestionen zu reagieren, wesentlich unterscheidet bzw. wesentlich hierüber hinausgeht, dann kann man vielleicht durchaus von einer &#8222;heimlichen&#8220; Hypnose sprechen und davon, daß der Betreffende glaubt, er sei nur entspannt, während er womöglich &#8220;in Wahrheit&#8220; &#8222;hypnotisiert&#8220; sei.</p>
<p>Wenn man jedoch (wie auch ich) den Non-State-Theorien anhängt und meint, daß beispielsweise eine <em>&#8222;Routine-Hypnose&#8220;</em> genau darin besteht, daß jemand absorbiert und entspannt ist, bereit ist, bestimmten Suggestionen zu folgen (und sich zudem mit der hypnotischen Rolle identifiziert), dann macht es offensichtlich keinen Sinn, wenn man davon spricht, daß jemand zwar glaubt, er sei &#8222;nur&#8220; entspannt usw., während er jedoch &#8222;in Wahrheit&#8220; hypnotisiert sei. Es wäre sonst so, als würde man erklären, daß eine bestimmte Person zwar glaube, daß sie auf einem <em>schwarzen Pferd</em> reite, daß sie sich damit jedoch in einem schweren Irrtum befinde, da es sich tatsächlich doch ganz anders verhalte und sie doch &#8220;in Wahrheit&#8220; gar nicht auf einem <em>schwarzen Pferd</em>, sondern vielmehr auf einem <em>Rappen</em> unterwegs sei.  </p>
<p>Das einzige, was sich also unter Non-State-theoretischer Perspeltive sagen ließe, wäre, daß die jemand, der sich einem Entspannungs- oder ähnlichem Verfahren unterzogen hat, nicht weiß, daß sein Erleben <em>sprachlich</em> als &#8222;Hypnose&#8220; <span style="text-decoration:underline;"><em>bezeichnet</em></span> werden kann. Wir hätten es hier also nicht mit einer sachlichen, sondern nur einer sprachlichen &#8222;Problematik&#8220; zu tun.</p>
<p>Es erscheint daher als fraglich, ob Entspannungsverfahren und ähnlichen formellen oder informellen Prozeduren in irgendeinem potentiell &#8222;problematischen&#8220; oder &#8222;überraschenden&#8220; oder &#8222;bedeutungsvollen&#8220; Sinne eine &#8222;unbemerkte&#8220; Hypnose darstellen können; des Weiteren wäre auch hier auf alle Fälle das bewußte (oder zumindest unterbewußte) Vertrauen und die Kooperation Voraussetzung des Gelingens, wie Deshere zurecht betont. Weiterhin würde auch gelten, daß der &#8222;Hypnotisand&#8220; die Kontrolle über sein Verhalten beibehält, und zwar mehr noch als bei einer formellen Hypnose, da er nicht an Hypnose denkt und daher auch nicht mit der hypnotischen Rolle und ihren potentiellen Konnotationen von &#8222;Ausgeliefertsein&#8220; und automatenhaftem Reagieren &#8222;belastet&#8220; wäre.</p>
<p><em><span style="text-decoration:underline;">c) Spontanes In-Trance-Fallen während der Beobachtung einer hypnotischen Demonstration:</span></em>  Es ist bekannt, daß manche Personen, während sie die Hypnose einer anderen Person beobachten, selbst spontan &#8222;in Trance fallen&#8220;. Orne merkt an, daß dies in einigen Fällen selbst dann passieren kann, wenn es dem Betreffenden eher unangenehm ist, fährt jedoch fort:  <em>&#8222;Aber auch hier haben wir es wieder mit einem Subjekt zu tun, das mit den Absichten des Hypnotiseurs sympathisiert und überzeugt ist, sich in einer sicheren Situation zu befinden. Es ist die klinische Beobachtung, daß Patienten mit negativen Einstellungen zur Hypnose nicht empfänglich für spontane Trance sind.&#8220;</em></p>
<p>Auch hier würde man also sagen, daß eine Bereitschaft und ein bestimmtes Einverständnis auf Seiten des potentiellen Hypnotisanden vorliegen müssen. In manchen Fällen mag durchaus auch eine gewisse Ambivalenz bestehen: Die entsprechende Person mag einerseits den Wunsch hegen, nicht in Trance zu fallen, andererseits aber auch ein entsprechendes eigenes Bedürfnisnach Hypnose haben oder sich unter sozialem Druck fühlen, &#8222;in Trance zu gehen&#8220;. Es fallen einem hierzu vielleicht Berichte von Showhypnotiseuren ein, nach denen manche sehr suggestiblen &#8222;Subjekte&#8220; mehrere Shows bei demselben Bühnenhypnotiseur besuchten und dabei immer wieder in die Hypnose gingen und dann auf die Bühne gebeten wurden, obwohl sie die Show &#8222;eigentlich&#8220; nur als Zuschauer genießen wollten. Es ist jedoch ersichtlich, daß in solchen Fällen, in denen der Betreffende dem Showhypnotiseur &#8222;hinterherreist&#8220; eine erhebliche Sympathie für und Faszination gegenüber der Hypnose besteht, ein positiver Verhältnis zum Hypnotiseur, und eine offensichtliche Bereitschaft oder wenigstens &#8222;Toleranz&#8220;, doch wieder erneut bei der Hypnose &#8222;dabei&#8220; zu sein.</p>
<p><span style="text-decoration:underline;"><em>d) Fälle, in denen Personen hypnotisiert werden, während ihnen vermittelt wird, daß sie überzeugt sein sollen, nicht hypnotisiert zu sein:</em></span> Erickson etwa führte immer wieder Demonstrationen von Hypnose vor Publikum durch. Dabei vermittelte er manchmal, daß manche Personen aus dem Auditorium &#8222;in Trance&#8220; gehen oder hypnotische Phänomene zeigen sollen, während sie glauben und bezeugen sollen, daß sie nicht hypnotisiert seien. (Ich meine in &#8222;<a href="http://www.amazon.de/Hypnotherapie-Aufbau-Beispiele-Forschungen-Erickson/dp/3608896724" target="_blank">Hypnotherapie&#8220; von Erickson und Rossi</a> finden sich einige interessante Beispiele dieser Art.)</p>
<p>Auch hier haben wir es aber offensichtlich wieder mit Fällen zu tun, bei denen an Hypnose intersserte und zum Mitmachen bereite Personen mit dem Hypnotiseur kooperieren: Ihr Auftrag lautet, Hypnose und hypnotische Phänomene zu demonstrieren, sich dessen aber nicht bewußt zu sein. Und genau dieser Aufforderung kommen die Betreffenden auch nach, wobei sie offenbar von ihrer Fähigkeit zur Dissoziation Gebrauch machen: Sie tun bestimmte Dinge, während sie das Wissen hiervon aus der Repräsentation in ihrem Bewußtsein ausschließen. </p>
<p>In den beiden letzten diskutierten Fällen &#8211; der spontanen Trance beim Beobachten von Hypnose und der Hypnose mit Dissoziation des eigentlich vorhandenen Wissens, hypnotisiert zu werden &#8211; liegen m.E. übrigens Fälle von &#8222;verborgenen&#8220; Hypnose auch im engeren Sinne vor, denn in diesen Situationen dürfte der Hypnotisand sich mit Sicherheit auch mit der hypnotischen Rolle identifizieren.</p>
<p>Es wird aber aus dem Gesagten klar, daß von einer &#8220;Hypnose ohne Eonverständnis&#8220; oder einer &#8222;unbemerkten Hypnose&#8220; in all diesen Fällen kaum wirklich der Fall sein kann. </p>
<p><span style="text-decoration:underline;"><strong>Hypnose gegen den Willen</strong></span></p>
<p>Etwas anderes als die Hypnose &#8222;ohne Wissen&#8220; des Betroffenen ist die Hypnose gegen seinen expliziten bewußten Willen. Es existieren einige Versuche zu der Frage, ob jemand gegen Hypnose und hypnotische Suggestionen und Befehle Widerstand leisten kann, mehr noch als zur Zeit der Abfassung des &#8222;Deshere&#8220;-Reports.</p>
<p>Die Ergebnisse lassen sich so zusammenfassen: Einige Experimentatoren berichteten, daß es den &#8222;Subjekten&#8220; möglich war, den hypnotischen Suggestionen zu widerstehen, andere, daß es ihnen nicht möglich war. Die Ergebnisse von E. Hilgard sind gemischt: Einige Subjekte leisteten erfolgreich Widerstand, andere nicht.  Diejenigen, die sich  erfolgreich mindestens einer Suggestion verweigerten, empfanden dies jedoch als eine unerfreuliche Aufgabe und kamen sich wie &#8222;Spielverderber&#8220; vor. Offenbar wurde also die Verweigerung von Suggestionen als wenig sinnvoll erlebt, und die Motivation hierzu war eher gering.</p>
<p>Orne vermutet, daß die scheinbare Unfähigkeit mancher Hypnotisierter, der Hypnose und den hypnotischen Suggestionen widerstehen zu können, auf die &#8222;Demand Characteristics&#8220; der Hypnose zurückght: Die Teilnehmer von Versuchen bemühen sich im Allgemeinen, daß ein Experiment &#8222;erfolgreich&#8220; verläuft, daß sie die Erwartungen des Versuchsleiters erfüllen. Das gilt insbesondere im Rahmen einer hypnotischen Beziehung und bedeutet, daß sich die hypnotisierten Probanden entsprechend dem verhalten, was sie glauben, daß es die gewünschten Resultate des Experimentes sind. Im vorliegenden Fall ist es möglich, daß die Teilnehmer in einigen der Experimente glaubten, daß es der Sinn und Zweck der jeweiligen Versuche wäre, zu zeigen, daß Hypnose auch gegen den Willen des Betroffenen induziert werden kann. Deswegen könnte ihre Reaktion so aussehen, daß sie äußerlich und auf bewußter Ebene Widerstand gegen die Hypnose leisten, um sich aber tatsächlich auf die Hypnose einzulassen und so die These des Experimentators von der &#8222;Unfähigkeit zum Widerstand&#8220; zu beweisen. </p>
<p>Bei  den geschilderten Versuchen wurden üblicherweise &#8222;gute&#8220; hypnotische Subjekte verwendet, wie sie fast immer eine positive Einstellung zur Hypnose haben. und wie Deshere bemerkt &#8211; und das gilt auch für zeitlich spätere Experimente -  hatten die entsprechenden &#8222;Subjekte&#8220; bereits vor dem eigentlichen Experiment eine Hypnose erlebt und eine Beziehung zum Hypnotiseur aufbauen können.</p>
<p>Die Anpassung an die &#8222;Demand Characteristics&#8220; würde auch gut die Unterschiedlichkeit der Ergebnissen verschiedener Versuche erklären: In den Fällen, in denen die Versuchspersonen erfolgreich Widerstand leisten konnten, nahmen sie die &#8222;Demand Characteristics&#8220; so war, daß es Sinn und Zweck des Versuchs war, die Widerstansfähigkeit zu beweisen; in den Versuchen, in denen die Hypnotisanden scheinbar keinen Widerstand leisten konnten, bestanden die &#8222;Demand Characteristics&#8220; , so wie sie erlebt wurden, darin, daß eben die Unfähigkeit zur Steuerung des eigenen Verhaltens zu beweisen ist;  und in den Versuchen mit gemischten Ergebnissen waren die &#8222;Demand Characteristics&#8220; womöglich unklar oder wurden durch verschiedene Teilnehmer verschieden interpretiert.</p>
<p>Seit dem Bericht von Orne, der 1960 erschien, ist viel Zeit vergangen, und inzwischen besteht eine gute Evidenz dafür, daß Ornes Vermutungen korrekt waren, und daß auch exzellente &#8222;Subjekte&#8220; in der Tat Hypnose und hypnotischen Suggestionen widerstehen können und allein aufgrund von verzerrenden Einflüssen von &#8222;Demand Characteritics&#8220; ein anderer Eindruck entstehen kann. So wurde beispielsweise in einem Experiment einer Gruppe von hochsuggestiblen Probanden mitgeteilt, daß es für gute hypnotische Subjekte typisch sei, daß sie in Suggestionen widerstehen können; das Ergebnis war, daß die &#8222;tief Hypnotisierten&#8220; sich dementsprechend dann auch praktisch immer erfolgreich Suggestionen zu verweigern vermochten. Zudem hat eine Reihe von Versuchen ergeben, daß &#8222;Wache&#8220; in mindestens demselben Maße zu Gehorsam gegenüber &#8222;unangenehmen&#8220; Befehlen bereit sind wie &#8222;tief hypnotisierte&#8220; Subjekte, wenn derselbe soziale und situative Druck besteht; und falls es eine Tendenz gibt, ist sogar der Gehorsam &#8222;Wacher&#8220; eher größer als der von hochsuggestiblen hypnotischen Probanden. Ganz entsprechend sehen die Ergebnisse für posthypnotische Suggestionen aus, wie mehrere Experimente klar und stets mit demselben Ergebnis zeigen: Der Gehorsam &#8222;tief Hypnotisierter&#8220; gegenüber einer posthypnotischen Suggestion ist keineswegs größer als der von Nicht-Hypnotisierten gegenüber einer sinngleichen Wachinstruktion. (Wenn der hochsuggestible Hypnotisand den posthypnotischen Auftrag als sinnvoll empfindet und ihn nicht nur ausführt, weil er &#8222;befohlen&#8220; wurde, mag das anders sein, wobei dies meines Wissens noch nicht untersucht wurde; es ist aber auch für die hier diskutierte Frage des &#8220;blinden (post)hypnotischen Gehordams&#8220; nicht relevant.) </p>
<p>Es ist also durchaus der Fall, daß motivierte Versuchsteilnehmer, deren übergeordnete Priorität es ist, dem Experiment zu helfen und gute hypnotische Subjekte zu sein, ihr eigenes Verhalten als &#8222;zwanghaft&#8220; erleben oder das Gefühl des &#8222;Kontrollverlusts&#8220; erleben, und auch, daß sie einer Hypnose-Induktion nicht widerstehen können. Daß allerdings eine Hypnose gegen den tatsächlichen Willen und ohne eine übergeordnete Kooperationsbereitschaft möglich wäre, läßt sich hieraus nicht schließen; vielmehr sprechen die Ergebnisse verschiedener Forschungen und das gegenwärtige (und gut begründete) theoretische Verständnis der Hypnose gegen eine solche Annahme. Denn Hypnose ist ein motivierter und auf Kooperation beruhender Prozeß. (Zur Bedeutung von Absicht und Motivation für das Gelingen der Hypnose siehe auch den Artikel <a href="http://hypnoseinfos.wordpress.com/2011/11/27/die-bedeutung-der-motivation-fur-die-hypnose/" target="_blank">&#8222;Die Bedeutung der Motivation für die Erwartung&#8220;</a>.)</p>
<p><span style="text-decoration:underline;"><strong>Schlußfolgerungen</strong></span></p>
<p>Orne merkt zur Hypnose ohne willentliche Zustimmung und gegen den Widerstand des &#8222;Subjekts&#8220; an: <em>&#8222;Trance wird gewöhnlich in Situationen induziert, in denen das Subjekt a priori motiviert ist, mit dem Hypnotiseur zusammenarbeiten, gewöhnlich um Erleichterung von einem Leiden zu erhalten, um etwas zu einer wissenschaftlichen Studie beizutragen, oder (wie in der Bühnenhypnose) um im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen. Beinahe alle Informationen über Hypnose, die derzeit erhältlich sind, stammen aus solchen Situationen, und diese Tatsache muß bedacht werden, wenn jemand versucht, die Daten auf Situationen anzuwenden, die von diesen verschieden sind [....] Wir kommen zum Schluß, daß viele scheinbare Fälle von Hypnose ohne Gewahrsein oder Einverständnis alle von einer positiven Beziehung zwischen Subjekt und Hypnotiseur abzuhängen scheinen.&#8220;</em></p>
<p>Was damals schon durch Orne und andere vermutet wurde, hat nun weitere Unterstützung durch zwischenzeitlich erfolgte Forschungsarbeiten erhalten. So würde ich behaupten wollen, daß die Aussage, daß niemand ohne seine Zustimmung oder gegen seinen Willen hypnotisiert werden kann, heutzutage recht gut fundiert ist.</p>
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		<title>Wie hypnotische und posthypnotische Suggestionen zurücknehmen?</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Oct 2011 20:57:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>escatan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Immer wieder wird gerade von Anfängern gefragt, wie (post)hypnotische Suggestionen korrekt zurückgenommen werden sollen. Die Antwort ist eigentlich einfach. Bevor wir uns direkt der frage widmen, kommen wir noch einmal auf zwei wichtige Grundsätze zurück, der im Artikel über die posthypnotische Suggestion &#8230; <a href="https://hypnoseinfos.wordpress.com/2011/10/31/wie-hypnotische-und-posthypnotische-suggestionen-zurucknehmen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hypnoseinfos.wordpress.com&amp;blog=13533809&amp;post=610&amp;subd=hypnoseinfos&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Immer wieder wird gerade von Anfängern gefragt, wie (post)hypnotische Suggestionen korrekt zurückgenommen werden sollen. Die Antwort ist eigentlich einfach. <span id="more-610"></span></p>
<p>Bevor wir uns direkt der frage widmen, kommen wir noch einmal auf zwei wichtige Grundsätze zurück, der im <a href="https://hypnoseinfos.wordpress.com/2010/09/21/die-posthypnotische-suggestion/">Artikel über die posthypnotische Suggestion </a>ausführlich dargelegt wurden:</p>
<p>1. Hypnotische und posthypnotische Suggestionen sind keine eigenständigen &#8222;Entitäten&#8220; oder &#8222;Dinge&#8220; die im Unterbewußtsein wie &#8222;Viren&#8220; in einem Computer herumspuken und ein Eigenleben führen, auch wenn dies oft irrtümlich so dargestellt wird. Vielmehr sind Suggestionen prinzipiell &#8222;normale&#8220; Ideen im Geiste des Hypnotisierten, deren Umsetzung genau so ein Denken und Wollen voraussetzt wie die Realisierung anderer Ideen auch. Die Tatsache, daß die Verwirklichung (post)hypnotischer Suggestionen oft als mühelos, unwillkürlich oder gar zwanghaft erlebt wird, oder daß sie sogar völlig unterbewußt ablaufen kann, steht zum Gesagten nur bei einer oberflächlichen Betrachtungsweise im Gegensatz, wie im oben  verlinkten Artikel ebenfalls ausgeführt.  </p>
<p>2. Auch wenn es anders zu sein scheint, so zeigt sich bei sehr genauer Betrachtung deutlich, daß der Hypnotisand nur solange auf hypnotische Suggestionen reagiert, wie dies für ihn Sinn macht oder er sich aufgrund expliziter oder impliziter Anforderungen der Situation zum Kooperieren verpflichtet fühlt.</p>
<p>Dennoch kann es &#8211; wie im Artikel ausgeführt &#8211; aus verschiedenen Gründen dazu kommen, daß &#8222;Subjekte&#8220; auch außerhalb der adäquaten Situation auf hypnotische Suggestionen reagieren. Beispielsweise können sie irrtümlich glauben, daß ein Reagieren verlangt wird. Oder sie mögen zwanghafte Züge haben und sich derart stark mit der hypnotischen Rolle identifizieren, daß sie sich in manchen Fällen getrieben fühlen, auf eine hypnotische Suggestion weiterhin zu reagieren, solange diese nicht formell aufgehoben wird; sie mögen denken, daß sie erst aufhören &#8222;dürfen&#8220;/können, wenn die Suggestion offiziell &#8222;gecancelt&#8220; wurde. </p>
<p>Es gilt dann allerdings auf jeden Fall, daß ein weiteres Reagieren auf eine hypnotische Suggestion außerhalb des experimentellen Kontextes/Settings somit auch nicht völlig &#8222;unkontrolliert&#8220; oder absolut zwanghaft ablaufen wird; auch wird es daher gewisse Grenzen kaum überschreiten.</p>
<p>Die Angst, daß jemand noch Jahre und Jahrzehnte nach einer Hypnose wie ein Automat völlig unpassend und in verheerender Weise einer hypnotischen Suggestion folgt, ist also unbegründet (es sei denn die betreffende Person wäre dazu auch ohne Hypnose bereit); die Sorge jedoch , daß jemand in Einzelfällen inadäquat auch außerhalb des erwünschten Rahmens noch auf posthypnotische Suggestionen ansprichen mag, ist hingegen nicht ganz unberechtigt.</p>
<p>Aus diesem Grunde sollte prinzipiell jede Suggestion zurückgenommen werden, deren Persistenz nicht explizit gewünscht wird. Wird etwa ein Experiment zur Analgesie oder Amnesie durchgeführt, so sollte die Amnesie bzw. Analgesie  spätestens bei Ende der Hypnose zurückgenommen werden.  </p>
<p><span style="text-decoration:underline;">Wichtig dabei ist nun dieses: Selbst wenn eine Suggestion nicht realisiert wurde, sollte sie aufgehoben werden.</span></p>
<p>Andernfalls kann es vorkommen, daß das &#8222;Subjekt&#8220; die Suggestion zu späterer Stunde umsetzt, auch dann, wenn die Hypnose bereits einige Zeit vorbei ist. Indem auch nicht-realisierte Suggestionen ausdrücklich aufgehoben werden, wird diese Gefahr minimiert.</p>
<p>Klar muß aber sein, daß es letztlich immer der Hypnotisand selbst ist, der das Heft des Handelns in der Hand behält und so reagiert, wie er es will. So schildert Hilgard (1965) den Fall eines Mannes mit zwanghaft strukturierter Persönlichkeit, der die Suggestion eines halluzinierten Mosquitos nicht während der experimentellen Hypnose  umsetzte. Doch obwohl diese Suggestion ausdrücklich &#8222;gecancelt&#8220; worden war, halluzinierte jener Mann später in der Nacht ein Mosquito. Der Proband wußte zwar, daß die Erscheinung irreal war, konnte sie aber nicht willentlich beenden. Nach einiger Zeit verschwand sie dann von alleine. Offenbar hatten die zwanghaften Charakterzüge dieses Probanden dazu geführt, daß er sich unbewußt verpflichtet fühlte, die Suggestion vom Mosquio <em>trotz ausdrücklicher Rücknahme</em> doch noch umzusetzen. (Obwohl solche Fälle sicher nicht erstrebenswert sind, sollten sie auch nicht überdramatisiert werden; zwar empfand der Proband diese Sitauation als eher unangenehm, jedoch nicht als besonders &#8222;traumatisch&#8220;, noch gibt es Hinweise auf anhaltende negative Effekte; zudem sind solche Vorkommnisse äußerst selten.)</p>
<p>Wie bereits im Artikel über das <a href="https://hypnoseinfos.wordpress.com/2011/10/08/nehmen-tief-hypnotisierte-alles-wortlich/" target="_blank">Wörtlichnehmen</a> gesagt, wäre es nun falsch, die Ursache jeder erstaunlichen oder unerwarteten Reaktion des Probanden/Klienten in einer ungeschickt formulierten oder nicht zurückgenommenen Suggestion zu suchen; ein solches Denken ignoriert die Tatsache, daß bei der Hypnose das handelnde &#8222;Subjekt&#8220; in erster Linie der Hypnotisierte und nicht der Hypnotiseur ist: Denn der Hypnotisierte agiert und reagiert; bewußt und unterbewußt; und zwar nicht nur entsprechend den Vorgaben der Situation, sondern auch im Einklang mit seiner eigenen Persönlichkeit, seinen Wünschen und Präferenzen.</p>
<p>Es kommt beispielsweise selten vor, aber es kommt vor, daß ein Hypnotisierter trotz angemessener &#8222;Rücknahme&#8220; der Trance nicht rasch &#8222;aufwacht&#8220;. Martin Orne, der ein langjähriger experimenteller und klinischer Hypnotiseur war, nennt als Hauptursachen a) den Wunsch, Aufmerksamkeit zu bekommen und b) das Bestreben, mit der Hypnose aus einer belastenden Lebenssituation zu fliehen. Es ist also nicht unbedingt der Fehler des Hypnotiseurs, sondern oft die eigene (vielleicht auch unterbewußte) Entscheidung des Hypnotisanden, die für Probleme solcher Art verantwortlich zeichnen kann. </p>
<p>Ähnlich verhält es sich mit ebenfalls extrem seltenen Fällen, in denen der Hypnotisierte beim Aufwachen eine Reihe von Informationen über sich und sein Leben vergessen hat. Die Erklärung hierfür dürfte in starken dissoziativen Tendenzen des &#8222;Subjekts&#8220; und in aller Regel nicht in einer mißverstandenen Suggestion liegen. (In einigen Fällen mag auch eine unbewußte Zweckreaktion vorliegen. Nach den Schilderungen eines bestimmten Falles nehme ich an, daß der Wunsch, den Hypnotiseur zu bestrafen, der wohl das Vertrauen seiner Probandin mißbrauch hat, eine Rolle spielt; die dort abgegebene Erklärung, daß sie Suggestion, daß der Kopf &#8222;klar und frei&#8220; sei, zu Amnesie und Verwirrung geführt haben soll, halte ich für abwegig.)</p>
<p>Zwei wichtige Anmerkungen möchte ich an dieser Stelle noch machen:</p>
<p>1. Wenn ich hier über Suggestionen spreche, dann meine ich &#8222;Handlungsaufträge&#8220; wie den, etwas zu halluzinieren oder sich auf ein bestimmtes Wort hin an die Stirn zu fassen. Etwas anderes sind tief sitzende Glaubensvorstellungen und Grundüberzeugungen, die auch suggestiv verstärkt werden können, etwa auch im Sinne der &#8222;Alltagssuggestion&#8220;. Wenn beispielsweise einem Kind schädliche Vorstellungen und Reaktionsmuster &#8220;eingetrichtert&#8220; wurde, so liegt keine hypnotische Suggestion im eigenen Sinne vor. Man kann solche Fehlvorstellungen dann auch im Regelfall nicht einfach durch eine Suggestion &#8222;aufheben&#8220;; vielmehr muß der betreffende Mensch sich mit ihnen auseinander setzen, ein neues Verhalten einüben und eventuelleauch Coaching oder sogar Therapie erhalten. Bei diesen Prozessen kann Hypnose dann natürlich hilfreich sein, aber nicht, indem eine Suggestion einfach &#8222;aufgehoben&#8220; würde, sondern indem Prozesse des Umlernens und der Neustrukturierung unterstützt werden, so daß Veränderung erleichtert wird. </p>
<p>2. Wenn eine Person glaubt, daß ihr komplexe posthypnotische Suggestionen &#8222;gesetzt&#8220; wurden, die wie ein Cluster von Befehlen wirken und beispielsweise dafür sorgen, daß sie Dinge tut, die sie sonst nie täte, oder daß selbst ein anderer Hypnotiseur solche Suggestionen nicht aufheben kann, dann ist größte Vorsicht geboten. Denn die dahinterstehenden Ideen sind nicht mit dem vereinbar, was wir über das Wesen (post)hypnotischer Suggestionen sagen können. Natürlich sind solche Phänomene wie gerade beschrieben möglich &#8211; doch handelt es sich dann um experimentelle Artefakte, die auf die Situation des Experimentes begrenzt sind und die bewußte oder mindestens unterbewußte Motivation einer engagierten Versuchsperson voraussetzen. Wo aber &#8222;im realen Leben&#8220; entsprechende Vorstellungen von autonom wirksamen und dem eigenen Zugang und dem Zugang anderer völlig entzogener Suggestionen auftaucht, die im Unterbewußtsein ihr &#8222;Eigenleben&#8220; führen, dort muß an Einbildung, dissoziative und sogar psychotische Störungen gedacht werden. In solchen Fällen empfiehlt sich im Zweifelsfall aus Gründen der Vorsicht und zur genaueren Abklärung  der Verweis an Psychiater und klinische Psychologen, auch wenn  keineswegs in jedem Fall eine krankhafte Störung vorliegen muß. Man kann sich durch diesem Hinweis unbeliebt machen und einiges böses Blut erzeugen, aber ich halte es für ethisch geboten, dies dennoch klar auszusprechen. Und daß beim Verdacht auf eine psychische Störung oder auch nur Einbildung das &#8222;Weiterschicken&#8220; zu einem Psychiater, am besten einem mit Hypnoseerfahrung, taktvoll und geschickt erfolgen sollte, muß wohl nicht groß betont werden. Es mag dabei durchaus Fälle geben, bei denen ein Hypnotiseur einer anderen, psychisch abhängigen Person entsprechende Suggestionen gibt, durch die er sie &#8222;beherrschen&#8220; möchte, doch ist in solchen Fälllen die persönliche Abhängigkeit und nicht die Hypnose essentiell.</p>
<p><strong>Suggestionen zurücknehmen &#8211; aber wie geht das richtig?</strong></p>
<p>Die Antwort ist im Grunde beruhigend einfach: Ganz leicht und unkompliziert. Bedenken wir nochmals, daß der Hypnotisierte grundsätzlich einen (unbewußten) geistigen Aufwand betreiben muß, um (post)hypnotische Suggestionen auszuführen, wie Experimente zeien, und daß er seine Aufmerksamkeit einsetzen muß; und motiviert sein muß, zu reagieren; und  daß er  nur so lange hypnotisch reagiert, wie ein besonderer Grund besteht; und halten wir uns ferner vor Augen, daß der Hypnotisand keineswegs alles wörtlich nimmt, sondern Anweisungen sinngemäß versteht, entsprechend dem, was situativ angemessen ist (siehe den oben verlinkten Artikel übers &#8222;Wörtlichnehmen&#8220;). Das &#8222;Subjekt&#8220; wartet also sozusagen nicht nur auf die Aufhebung der Suggestion, sondern wird diese in aller Regel auch als solche identifizieren können.</p>
<p>Es genügt also grundsätzlich, eine Suggestion einfach direkt aufzuheben.</p>
<p>Beispiel: Amnesie für die Zahl drei. Eine Rücknahme könnte beispielsweise lauten: &#8222;Und nun kannst Du Dich wieder an die drei erinnern, jetzt sind wieder alle Zahlen da.&#8220;</p>
<p>Oder bei der positiven Halluzination eines Kaninchens: &#8222;Nun verschwindet das Kaninchen wieder&#8230;es ist weg.&#8220; </p>
<p>Oder bei einer kataleptischen Hand: &#8222;Und nun wird Dein Arm wieder ganz normal, und Du kannst Deine Hand wieder frei bewegen.&#8220;</p>
<p>Oder das Beispiel sei eine &#8222;Anästhesie der Hand&#8220;: Die Suggestion könnte etwa lauten: &#8222;Und nun kehrt das Gefühl in Deine Hand zurück. Deine Hand wird wieder völlig normal.&#8220;</p>
<p>Man kann aber auch ruhig explizit die Suggestion erwähnen und &#8216;canceln&#8217;: &#8222;Die Suggestion, daß Deine Hand taub und gefühllos ist, hebe ich hiermit auf. Deine Hand ist jetzt wieder normal.&#8220;</p>
<p>Es sollte dann auch die nötige Zeit gelassen werden, denn manchmal dauert es etwas, bis das aufzuhebende hypnotische Phänomen &#8222;erloschen&#8220; ist.</p>
<p>Oder nehmen wir einen komplexeren Fall: Den &#8222;Trigger&#8220; oder &#8222;Anker&#8220;, daß der Proband jedesmal sein Ohr berührt, wenn er etwa das Wort &#8222;Freund&#8220; hört. In einem solchen Fall könnte man suggerieren: &#8222;Ich hatte dir vorhin gesagt, daß Du Dir jedes mal ans Ohr fasst, wenn ich das Wort &#8216;Freund&#8217; ausspreche. Dies gilt nun nicht mehr. Diese Suggestion ist aufgehoben. Wenn ich ab nun &#8216;Freund&#8217; sage, dann brauchst Du Dir nicht mehr ans Ohr zu fassen.&#8220;</p>
<p>Ich habe hier die Rücknahme extra ausführlich gestaltet. Normalerweise reicht auch einfach ein Satz wie: &#8222;Ab jetzt faßt Du Dir nicht mehr ans Ohr, wenn ich &#8216;Freund&#8217; sage.&#8220;</p>
<p>Man könnte nun das Bedenken haben, daß der Proband sich in Zukunft nie mehr ans Ohr fassen kann, wenn er &#8222;Freund&#8220; hört, daß man ihm also einen neune posthypnotischen Auftrag mitgegeben hat. Diese Sorge ist aber völlig unbegründet, denn so wörtlich wird der Proband die Suggestion keineswegs umsetzen.</p>
<p>Eine etwas ungeschickte Formulierung, um obige Suggestion aufzuheben, könnte etwa lauten: &#8222;Ich hatte Dir gesagt, daß Du Dir immer ans Ohr faßt, wenn ich &#8217;Freund&#8217; sage. Das gilt jetzt nicht mehr. Ab nun hat &#8216;Freund&#8217; keine besondere Bedeutung mehr für Dich.&#8220;</p>
<p>Aber auch hier ist die Gefahr, daß der Proband nun keine Bedeutung mehr mit dem Begriff &#8222;Freund&#8220; assoziieren kann oder gar nicht mehr weiß, was &#8222;Freundschaft&#8220; ist, sehr gering. Wie gesagt: Hier versteht der Proband, selbst einer, der zum Wörtlichnehmen neigen mag, eindeutig, was gemeint ist und wird angemessen reagieren. (Natürlich sollte man dennoch ungeschickte Formulierungen durch geschickte ersetzen.)</p>
<p>Wenn jemand aber ganz stark auf &#8222;Nummer Sicher&#8220; gehen  will, so würde ich ihm empfehlen, ausdrücklich auf die entsprechende Suggestion zurückzukommen (&#8222;Ich hatte Dir vorhin die Suggestion X gegeben&#8220;), diese ausdrücklich aufzuheben (&#8222;diese Suggestion ist nun vollständig aufgehoben&#8220;) und ihren Inhalt explizit zu negieren (&#8222;ab nun gilt X nicht mehr&#8220;).</p>
<p>Um eben dazu noch ein Beispiel zu machen: &#8222;Vorhin hatte ich Dir suggeriert, daß Du jedes mal, wenn Du das Wort &#8216;Birne&#8217; hörst, automatisch niest. Das gilt nun nicht mehr. Ab jetzt mußt Du nicht mehr automatisch niesen, nur weil Du das Wort Birne hörst.&#8220; </p>
<p>In der Praxis wird man das aber kaum lange durchhalten und sich mit einer Suggestion der Art begnügen: &#8222;Und ab jetzt mußt Du nicht mehr niesen, wenn Du das Wort &#8216;Birne&#8217; hörst. Ab jetzt niest Du nicht mehr bei diesem Wort.&#8220; </p>
<p>Wenn man den Probanden etwas beobachtet oder kennt, weiß man auch, daß es so und so erfolgreich geht.</p>
<p><em><span style="text-decoration:underline;">U</span><span style="text-decoration:underline;"><em>nd</em> vor allem kann man dann auch einfach oftmals einfach gleich den Test machen</span></em>.</p>
<p>Soll heißen: Man fragt den Probanden im Beispiel mit der Aufhebung der Anästhesie der Hand, nachdem man ihm etwas Zeit gelassen hat, ob die Hand  sich bereits normal anfühlt oder jedenfalls dabei ist, sich wieder normaler anzufühlen. Oder im Beispiel mit dem Niesen beim Wort &#8222;Birne&#8220; spricht man einfach dieses Wort deutlich aus und sieht, daß der Proband nun nicht mehr niest. (Würde man dann allerdings das Wort mehrfach wiederholen und die Versuchsperson dabei erwartungsvoll und auffordernd anschauen, so könnte sie das so verstehen, daß die Suggestion reaktiviert werden soll.)</p>
<p>Sollte ein Proband trotz der Rücknahme einer Suggestion in seltenen Einzelfällen weiterhin auf sie reagieren, so ist dies keineswegs ein Grund zur Sorge. Man wiederholt dann die Rücknahme einfach nochmals, diesmal ausführlich und mit Nachdruck und gibt etwas Zeit.</p>
<p>Einige Hypnotiseure heben auch alle Suggestionen mit einer generellen Formel auf, etwa derart, daß nur therapeutische Suggestionen oder Suggestionen zum Wohlbefinden weiterhin wirksam bleiben, und daß alle anderen (Test-)Suggestionen aufgehoben sind, so daß nach der Hypnose alle Dinge wieder völlig normal sind. Auch dies sollte im Regelfall reichen, insbesondere, wenn man den Hypnotisanden kennt und seine Reaktion abschätzen kann.</p>
<p>Die in einem populären Lehrbauch aufgestellte Behauptung, daß Suggestionen unbedingt in der gegenteiligen Reihenfolge, in der sie gegeben wurden, wieder aufzuheben sind, darf man indes getrost komplett vergessen.</p>
<p>Persönlich habe ich zwar bei Versuchen zu (post)hypnotischen Suggestionen schon unerwartete Reaktionen erlebt, jedoch nicht etwa durch ein &#8222;Wörtlichnehmen&#8220;, sondern im Gegenteil durch eine individuelle, &#8222;eigenwillige&#8220; und originelle  Interpretation der Suggestion: So hatte ich einem &#8211; übrigens &#8222;exzellenten&#8220; - Probanden einmal einen &#8222;Trigger&#8220; suggeriert und dann gesagt, daß dieser wieder aufgehoben sein wird, sobald ich ihm auf die Schulter tippe. Ich testete dann erfolgreich den trigger und tippte ihm dann anschließend zwei mal kurz  auf die Schulter. Zu meiner Überraschung reagierte er aber auch danach weiterhin auf die posthypnotische Suggestion. Des Rätsels Lösung erfuhr ich, indem ich meinen &#8222;Probanden&#8220; einfach fragte. Die Antwort war die: Er meinte, daß durch einmaliges Antippen der Schulter der posthypnotische Auslöser deaktiviert wird, aber durch das erneute (zweite) Antippen dann wieder reaktiviert würde.  Ich hatte das keineswegs suggeriert, nicht einmal indirekt, sondern hier handelt es sich um eine Eigen-Interpretation des Probanden. Anstatt nun lange zu überlegen, was ich falsch formuliert haben könnte, habe ich mein &#8222;Subjekt&#8220; einfach gefragt, wieso es so reagiert, wie es reagiert - und siehe, die Ursache des unerwarteten Verhaltens lag gar nicht bei mir.</p>
<p>Wie angesprochen  setzen also Hypnotisierte (und auch &#8222;tief Hypnotisierte&#8220;) Suggestionen individuell und verschieden um. So kann es beispielsweise sein, daß die Suggestion, daß der Proband sich jedesmal ans Ohr fasst, wenn er das Wort &#8222;Experiment&#8220; hört, bei dem einen Hypnotisanden dazu führt, daß er sich nur dann ans Ohr fasst, wenn <em>der Experimentator</em> das dieses Wort ausspricht, während das zweite &#8222;Subjekt&#8220; auch zusätzlich dann sein Ohr berührt, wenn eine andere anwesende Person das Wort &#8222;Experiment&#8220; sagt.</p>
<p>Oder wenn zwei Probanden suggeriert wird, daß sie den Hypnotiseur nicht mehr sehen können, dann mag der eine weiterhin wissen, daß der Hypnotiseur noch da ist und sogar seine Stimme hören, während für den anderen Versuchsteilnehmer der Hypnotiseur vollständig verschwunden ist, so daß er von dessen Abwesenheit ausgeht und auch seine Stimme nicht mehr vernimmt.</p>
<p>Mit einer solchen Diversität der Reaktionen sollte primär gerechnet werden. Im Zweifelsfall, wenn eine genaue Reaktion gewünscht wird, sollte daher auch entsprechend genau suggeriert werden. Etwa: &#8220;Wenn ich das Wort &#8216;Experiment&#8217; ausspreche, wirst Du Dir jedes mal ans Ohr fassen; aber nur wenn<em> ich </em>&#8216;Experiment&#8217; sage, wirst Du das tun; wenn jemand anderer dieses Wort ausspricht, hat das keine Wirkung.&#8220;</p>
<p>Oder entsprechend  im Beispiel mit dem unsichtbaren Hypnotiseur: &#8222;Wenn Du jetzt gleich die Augen öffnest, wirst Du mich nicht mehr sehen. Ich werde völlig unsichtbar sein. Aber ich werde weiterhin da sein, und Du wirst auch meine Stimme hören können.&#8220;  </p>
<p>Generell möchte ich noch den Tip geben, daß ein hinreichendes Vorgespräch immer hilfreich ist. Außerdem kann man jederzeit mit dem Probanden sprechen und ihn fragen, wie er etwas erlebt; eine Möglichkeit, von der Gebrauch zu machen sich m. E sehr lohnt.</p>
<p><em><strong>Quelle:</strong></em></p>
<p>Ernest R. Hilgard: <em>&#8222;Hypnotic Susceptibility&#8220;; 1965. New York</em></p>
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		<title>Nehmen (tief) Hypnotisierte alles wörtlich?</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Oct 2011 20:33:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>escatan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Hypnose]]></category>
		<category><![CDATA[Suggestion]]></category>
		<category><![CDATA[wörtlich]]></category>
		<category><![CDATA[wörtlich nehmen]]></category>
		<category><![CDATA[wortwörtlich]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist oft zu lesen, daß der Hypnotisierte bzw. sein &#8222;Unterbewußtsein&#8220; alles wörtlich, gar wortwörtlich verstehe. So wurde es oft auch von angesehenen Autoritäten behauptet. Aber ist das aber tatsächlich so? Oder handelt es sich um ein Gerücht? Und wenn &#8230; <a href="https://hypnoseinfos.wordpress.com/2011/10/08/nehmen-tief-hypnotisierte-alles-wortlich/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hypnoseinfos.wordpress.com&amp;blog=13533809&amp;post=578&amp;subd=hypnoseinfos&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist oft zu lesen, daß der Hypnotisierte bzw. sein &#8222;Unterbewußtsein&#8220; alles wörtlich, gar wortwörtlich verstehe. So wurde es oft auch von angesehenen Autoritäten behauptet. Aber ist das aber tatsächlich so? Oder handelt es sich um ein Gerücht? Und wenn dies der Fall sein sollte, woher kommt es und was ist wahr daran?<span id="more-578"></span></p>
<p>Die Antwort auf diese Fragen muß differenziert ausfallen. Einerseits ist es zwar nicht richtig, daß (tief) Hypnotisierte alles wortwörtlich nehmen; andererseits existieren offenbar Situationen, in denen sie ein wörtliches Verständnis an den Tag legen, wie es entsprechend nicht von &#8222;Wachen&#8220; zu erwarten wäre.</p>
<p>Um herauszufinden, wie sehr tief Hypnotisierte Suggestionen wörtlich verstehen, wurden einige Experimente gemacht. Beispielsweise <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2307761" target="_blank">verglichen Green, Lynn, Weekes, Carlson, Brentar, Latham und Kurzhals</a> das Verhalten von drei Gruppen mit einander: Von a) &#8222;tief hypnotisierrten&#8220; Probanden, b) normalen&#8220;wachen&#8220; Personen und c) &#8222;Simulanten&#8220; (siehe <a href="http://hypnoseinfos.wordpress.com/2011/06/27/simulante/" target="_blank">Artikel &#8222;Simulanten&#8220;</a>).</p>
<p>Die Hypnotisierten waren danach ausgewählt worden, daß sie außergewöhnlich hohe Werte auf hypnotischen Suggestibilitäts-Skalen erreichten, inklusive der anspruchsvollen SHSS:C, und daß sie auch andere Kriterien für Suggestibilität erfüllten. Es handelte sich um außerordentlich suggestible Subjekte. Alle Gruppen wurden mit folgenden Fragen und Aufforderungen konfrontiert:</p>
<p>&#8222;Do you mind telling me your name?&#8220;<br />
(&#8222;Macht es Ihnen etwas aus, mir Ihren Namen zu sagen?&#8220;)</p>
<p>&#8222;Do you mind standing up?&#8220;<br />
(&#8222;Macht es Ihnen etwas aus, aufzustehen?&#8220;)</p>
<p>&#8222;Are you willing to tell me where you are?&#8220;<br />
(&#8222;Wollen Sie mir sagen, wo Sie sind?&#8220;)</p>
<p>&#8222;Say something.&#8220;<br />
(&#8222;Sagen Sie etwas.&#8220;)<br />
(Wenn jemand &#8222;something&#8220; (&#8222;etwas&#8220;) antwortete, wurde dies als wörtliche Reaktion auf die Aufforderung betrachtet.)</p>
<p>Das Ergebnis war, daß die meisten &#8222;tief Hypnotisierten&#8220; nicht wörtlich, sondern sinngemäß reagierten. Sie antworteten also beispielsweise nicht mit &#8222;ja oder &#8222;nein&#8220;, wenn sie gefragt wurden, ob es ihnen etwas ausmachen würde, ihren Namen zu sagen, sondern sagten ihn einfach.</p>
<p>Insgesamt reagierten nur 30% der tief Hypnotisierten mit einer wörtlichen Reaktion. Selbst wenn die Fragen so betont wurden, daß man versuchte, dadurch die Probanden zu einem Wörtlichnehmen zu bewegen, änderte sich hieran nichts.</p>
<p>Interessant war auch die Reaktion der zweiten Gruppe, der normalen &#8222;Wachen&#8220;. Man hatte sich einfach an zufällige Bibliotheksbesucher gewandt. Ergebnis: Immerhin noch 20% dieser Personen reagierten, indem sie die Fragen und Aufforderungen wörtlich umsetzten. Damit ist die Differenz zwischen den tief Hypnotisierten&#8220; und den &#8222;Hellwachen&#8220; ziemlich gering.</p>
<p>Ebenfalls sehr bemerkenswert war die Reaktion derjenigen, die Hypnose nur simulieren sollten: Dort reagierten immerhin 60% mit Wörtlichnehmen, also doppelt so viele wie bei den tief Hypnotisierten! (Es ist so, daß Simulanten oft &#8222;übertreiben&#8220;.)</p>
<p>Was bedeutet all das? Was bedeuten diese Ergebnisse, die übrigens auch durch andere Untersuchungen klar bestätigt werden?</p>
<p>Zum einen, daß tief Hypnotisierte &#8211; im Sinne hervorragender hochsuggestibler hypnotischer Subjekte &#8211; keinesfalls alles wörtlich nehmen. Zum anderen spricht das Ergebnis der Untersuchungen stark dafür, daß Wörtlichnehmen eine Auswirkung der <a href="http://hypnoseinfos.wordpress.com/2010/10/12/hypnotische-rolle-setting-und-demand-characteristics/" target="_blank">hypnotischen Rolle</a> ist, und nicht eines speziellen hypnotischen Zustandes.</p>
<p>Es mag allerdings durchaus sein, daß tiefe Entspannung und Lethargie eine &#8222;sparsame&#8220; wörtliche Reaktion ebenfalls begünstigen.</p>
<p>Woher kommt nun aber dann die Meinung, daß der Hypnotisierte, insbesondere der &#8222;tief Hypnotisierte&#8220;, alles wortwörtlich verstehe? Ich denke, das hat mehrere Gründe:</p>
<p>- Zum einen ist es ja durchaus so, daß ein erheblicher Teil der Hypnotisierten wörtlich reagiert, im erwähnten Experiment immerhin ca. ein Drittel. Wenn man das beobachtet, vergißt man vielleicht leicht, daß ein anderer erheblicher und noch größerer Teil nicht wörtlich reagiert. Diejenigen, die wörtlich antworten, sind der markante Teil. Sie fallen mehr auf, so daß sie womöglich das Bild prägen, auch wenn sie in der Minderheit sind.</p>
<p>- Auch Nicht-Hypnotisierte würden womöglich in derselben Situation zu einem ähnlichen Anteil wörtlich reagieren wie die (tief) Hypnotisierten. Sie werden aber gewöhnlich nicht extra getestet, um man setzt stillschweigend, aber vielleicht zu Unrecht, voraus, daß sie ohnehin alle Fragen und Aufforderungen sinngemäß umsetzen würden, also <em>nicht</em> wörtlich reagieren. So wird leicht übesehen, daß Wörtlichnehmen gar nicht so selten und besonders ist.</p>
<p>- Manche Hypnotiseure sind sehr gut darin, ihren Probanden unwillkürlich und ohne es selbst zu merken ihre Vorstellungen über Hypnose zu übermitteln. Das kann ganz subtil ablaufen, etwa durch Mimik, Gestik, Art des Sprechens usw. So mögen sie auch unwillkürlich erfolgreich dafür sorgen, daß ihre &#8222;Subjekte&#8220; gehäuft mit Wörtlichnehmen auf Suggestionen reagieren. In diesem Zusammenhang dürfte insbesondere Milton H. Erickson zu nennen sein.</p>
<p>- Ein weiterer wichtiger Punkt dürfte aber sein, daß in manchen Situationen einige Hypnotisierte gewisse hypnotische Suggestionen tatsächlich auf eine Art und Weise wörtlich nehmen, wie man das bei &#8222;Wachen&#8220; kaum antreffen wird. Eine Hypnotiseurin berichtet privat beispielsweise davon, wie sie einer Freundin die posthypnotische Suggestion gab, daß diese ihr, der Hypnotiseurein, einen Kaffe kaufen solle  (bei einem Restaurant). Nun gab es dort aber überraschenderweise kostenlosen Kaffee, wie sich herausstellte. Die Versuchsperson brachte ihrer Freundin nun aber nicht einfach eine kostenlose Tasse, sondern ging weiter, um doch noch einen Kaffee zu <strong>kaufen</strong>.</p>
<p>Ein solches Verhalten differiert ganz zweifellos von dem eines &#8222;Wachen&#8220; in einer vergleichbaren Situation. Aufgrund des oben Gesagten darf man aber davon ausgehen, daß der Grund hierfür nicht in einem hypnotischen Zustand liegt, sondern in der <strong>hypnotischen Rolle</strong> (s.o.). Man weiß allgemein (und das wurde sogar untersucht), daß Menschen meistens glauben, daß der Hypnotisierte sich automatenhaft verhält. Hypnotisierte versuchen nun jedoch unbewußt sich so zu verhalten, wie sie glauben, daß gute hypnotische Subjekte das eben tun. Einige werden daher überzeugt sein, daß sie einen posthypnotischen Auftrag ziemlich roboterhaft auszuführen haben, und daß das von ihnen auch erwartet wird. Im obigen Beispiel etwa wird hat die Hypnotisandin vermutlich geglaubt, daß von ihr nicht einfach erwartet wird, daß sie einen Kaffee irgendwie &#8222;holt&#8220;, sondern daß sie einen<em> kaufen</em> soll, so wie es gesagt wurde.</p>
<p>Wenn also gesagt wird, daß manche Hypnotisierte in einigen Situationen tatsächlich Aufforderungen und Fragen in einer besonderen Weise wörtlich verstehen, wie &#8222;Wache&#8220; es nicht täten, dann ist das nicht unbedingt falsch. man bedenke aber: Es geht es hier keineswegs um alle (tief) Hypnotisierten, und zudem hat dieses Verhalten dann mit sozialen und kontextuellen Anforderungen der Situation zu tun, der hypnotischen Rolle,  und ist nach aller Wahrscheinlichkeit nicht Ergebnis eines &#8222;hypnotischen Zustandes&#8220;.</p>
<p>Es läßt sich also insbesondere nicht sagen, daß das &#8222;Unterbewußtsein&#8220; alles wörtlich nimmt. Viel eher sollte man sagen, daß der Proband die Suggestion interpretiert und dabei unter bestimmten Bedingungen zum Ergebnis kommt, daß eine wörtliche Umsetzung durch ihn als Hypnotisierten angemessen ist &#8211; soweit er im entsprechenden Fall nicht auch ohnehin im &#8222;wachen &#8220; Zustand wörtlich reagiert hätte, etwas, was wie dargelegt in einigen Situationen offenbar häufiger vorkommt als man vielleicht annehemen würde.</p>
<p>Ich möchte auch noch auf etwas anderes hinweisen: Den Umstand, daß Hypnose im Alltag gar nicht möglich wäre, wenn Hypnotisierte alles wortwörtlich verstehen würden. Denn wenn ein Hypnotiseur überhaupt spontane Formulierungen benutzt, dann mag er noch so aufpassen: Er wird unweigerlich immer wieder etwas sagen, was unerwünschte Resultate hervorbringen würde, wenn es wortwörtlich genommen würde.</p>
<p>In gewissen Situationen ist es so, daß offenbar alle &#8222;Subjekte&#8220; auf die gegebenen Suggestionen <em>nicht</em> wörtlich reagieren, und daß auch nur <strong><em>deswegen</em></strong> die Suggestionen wie gewünscht funktionieren können. Ein Beispiel hierfür ist eine Art der Ausleitung, wie sie von einigen Showhypnotiseuren verwendet wird:</p>
<p>Da wird dann dem Hypnotisierten gegen Ende der Hypnose, aber <em>während der Hypnose</em>, suggeriert, daß er sich nach dem Aufwachen wohl fühlen wird, munter und frisch, und vielleicht wird ihm sogar versichert,  daß sein Blutdruck wieder auf normale Werte ansteigen wird. Direkt im Anschluß suggeriert der Hypnotiseur dann, daß alles, was während der Hypnose suggeriert wurde, nun aufgehoben sei. Dann wird die Hypnose endgültig aufgelöst.</p>
<p>Würde der Hypnotisierte das wörtlich verstehen, dann wären damit natürlich auch die Suggestionen vom Wohlbefinden und vom ausgeglichenen Blutdruck &#8222;futsch&#8220;, denn sie wurden ja ausdrücklich aufgehoben. Das ist aber natürlich in der Praxis kaum oder überhaupt nicht zu befürchten, denn der Hypnotisierte versteht in diesem Fall genau, was beabsichtigt ist.</p>
<p>Auch wenn also manche Menschen in gewissen Situationen sehr wörtlich auf eine Suggestion reagieren, weil sie denken, daß ein gutes hypnotisches Subjekt das so tut, so findet dieses Wörtlichnehmen offenbar spätestens dort seine Grenzen, wo eindeutig klar ist, daß ein sinngemäßes Verständnis der Suggestionen selbst von einem &#8222;guten&#8220; Subjekt zu erwarten ist.</p>
<p><strong>Klinische Relevanz</strong></p>
<p>Wie verhält es sich nun aber mit therapeutischen Suggestionen? Werden sie eher wörtlich genommen als experimentelle?</p>
<p>Vor einigen Jahren habe ich ein Buch eines britischen Hypnotiseurs gelesen, von dem ich den Eindruck hatte, daß er das Wohl seiner Klienten wirklich ernst nimmt und sich an ethischen Werten orientiert. Ich meine das nicht in der Art und Weise, wie man das oft antrifft: Dieses selbstgerechte Moralisieren, das nur dazu dient, sich besser zu fühlen und bei anderen einen guten Eindruck zu hinterlassen und das oftmals offenbar auch die Funktion hat, das, was am Handeln fehlt, mit Worten zu kompensieren. So etwas begegnet einem ja oft,  gerade bei Hypnotiseuren. Nein, in diesem Fall hatte ich das Gefühl, daß der entsprechende Autor eine ehrlichen Absicht und ein echtes Verantwortungsbewußtsein hat.</p>
<p>Dieser Mann also arbeitete auch mit übergewichtigen Personen und sexuell lustlosen Menschen, und den einen suggerierte er, daß sie immer mehr abnehmen würden, immer mehr und mehr und  mehr. und den anderen sagte er, daß sie immer mehr sexuelle Lust entwickeln würden, immer mehr und mehr, immer mehr&#8230;</p>
<p>Offenbar hat jener besagte Hypnotiseur mit vielen solchen Klienten gearbeitet, und zwar allem Anschein nach recht erfolgreich und ohne besondere Komplikationen- seine Schilderungen halte ich jedenfalls für authentisch. Zu jenem Zeitpunkt glaubte ich noch, daß &#8222;das Unterbewußtsein alles wortwörtlich nimmt&#8220;.</p>
<p>Aber wenn das stimmen würde, dann müssten die armen Klienten jenes Mannes verhungert sein, oder mindestens eine schwere Anorexia Nervosa entwickelt haben, beziehungsweise müssten an schwerer Sexsucht leiden. Das war aber offenbar nicht der Fall.</p>
<p>Und nirgendwo in der modernen gehobeneren klinischen Literatur habe ich irgendwo eine Warnung davor gefunden, daß der Klient/Patient alles wörtlich verstehe und man daher höllisch bei jedem Wort aufpassen müsste, das man als Hypnotiseur ausspricht. Und in der Tat: Ein Therapeut, der ängstlich auf jedes Wort achtet, wäre vermutlich so sehr mit seinen Worten beschäftigt, daß ihm kaum der Raum bliebe, sich auf den Klienten und die Situation zu konzentrieren.</p>
<p>Es gibt allerdings die Auffassung, daß der Klient/Patient zwar durchaus die Fähigkeit besitzt, die Worte des Hypnotiseurs zu interpretieren, ja, daß seine Interpretationsfähigkeiten durch die Hypnose sogar <em>gesteigert</em> sind;  daß er aber aus innerpsychischen Gründen dann eventuell eine ganz bestimmte Interpretation wählen mag, eventuelle eine wörtliche, die nicht der Intention des Behandlers entspricht; also nicht aus Unfähigkeit, sondern weil seinen innerpsychischen Antrieben ein solches Wörtlichnehmen zupass käme.</p>
<p>Das mag womöglich so sein, aber man sollte auch vorsichtig sein, eine unerwartete oder unerwünschte Reaktion eines Probanden oder Klienten vorschnell einem wörtlichen Verständnis anzulasten.</p>
<p>Betrachten wir einmal folgendes Beispiel (das nichts mit mir zu tun hat): Der Hypnotiseur suggeriert seinem Klienten, daß Zigaretten schlecht riechen, was auch funktioniert; aber der Klient raucht dennoch weiter. Nun würde ein Anhänger des Wörtlichnehmens das so interpretieren, daß der Auftrag ja nur lautete, daß der Klient die Zigaretten nicht als schlecht riechend empfindet, nicht aber, daß er das Rauchen einstellen soll; deswegen habe das &#8222;Unterbewußtsein&#8220; gar nicht verstanden, was eigentlich beabsichtigt ist und daher das entsprechende Ergebnis resultiert.</p>
<p>Ich halte diese Erklärung für wenig überzeugend. Der Klient (und sein Unterbewußtsein, das von ihm ohnehin nicht zu trennen ist) weiß sicherlich, was eigentlich beabsichtigt ist. Man betrachte das mal konkret: Er will das Rauchen aufhören, er geht zum Hypnotiseur, um das Rauchen aufzuhören, der Hypnotiseur verspricht ihm Unterstützung&#8230;.und dann soll der Klient nicht verstehen, daß die Suggestionen von den schlecht schmeckenden Zigaretten dazu dienen sollen, daß er das Rauchen aufhört? Das ist doch absurd. Hier spielt offenbar das Mißverständnis mit herein, daß &#8222;das Unterbewußtsein&#8220;, auf das die Suggestionen zielen,  wie ein eigenes Wesen gedacht wird, das zudem nichts von der Wirklichkeit mitbekommt.</p>
<p>Viel naheliegender als Grund für das Weiter-Rauchen im konkreten Fall ist, daß der Raucher einfach ein zu starkes Bedürfnis hat, weiter zu rauchen, ein Bedürfnis, das nicht unbedingt vom subjektiv empfundenen angenehmen Geruch abhängt.</p>
<p>Man kann ohne Zweifel immer dann, wenn irgendwo ein Hypnotisierter anders als gewünscht reagiert, irgendeine Formulierung finden, die angeblich ursächlich sein soll; das liegt schon an der Vielschichtigkeit und Ambiguität von Sprache. Nur ist dieses Vorgehen nicht überzeugend. Es baut offenbar auf der falschen Annahme auf, daß der (tief) Hypnotisierte eine Art Computer sei, der die hypnotischen Suggestionen wörtlich und geistlos umsetzt. In Wahrheit ist der Hypnotisierte eine hochkomplexe Persönlichkeit, die Suggestionen auf ihre eigene, manchmal sehr originelle,  Weise verarbeitet.</p>
<p>Persönlich habe ich ein paar mal in experimentellen Situationen erlebt, daß Hypnotisierte für mich überraschend reagiert haben, auch &#8222;tief Hypnotisierte&#8220;. Aber das Nachfragen ergab andere Gründe für das jeweilige Verhalten als ein Wörtlichnehmen &#8211; im Gegenteil. Manchmal war es eher so, daß der durchaus &#8222;tief Hypnotisierte&#8220; Suggestionen sehr individuell interpretiert hat.</p>
<p>Sicherlich sollte der Hypnotiseur dennoch wissen, was er sagt, und sich mit hinreichender Klarheit und Redundanz ausdrücken, aber er sollte den Hypnotisierten nicht wie einen Computer begreifen.</p>
<p>All das soll auch nicht heißen, daß es nicht einzelne Fälle gibt, in denen der Hypnotisand aufgrund einer wörtlichen Interpretation sich anders als erwartet verhält; nur sollte man vorsichtig sein, vorschnell hierauf zu schließen.</p>
<p>Ein weiteres Argument dagegen, daß Hypnotisierte Suggestionen wörtlich verstehen, ist die Praxis der Metaphern im Stile Ericksons. Hier wird gerade darauf vertraut, daß der Klient/Patient etwas nicht einfach wörtlich (nur) versteht, sondern Inhalte für sich auf kreative Weise fruchtbar macht, sogar durch Übertragungen von einem Kontext auf einen anderen. Das setzt erhebliche Interpretationslestungen voraus. Der Einwand hiergegen, daß Ericksonsche Hypnose einfach keine &#8222;tiefe Trance&#8220; erzeugen könne, sondern nur die klassische, und daß ein wirklich &#8222;tief Hypnotisierter&#8220; sehr wohl alles, was in den Metaphern gesagt wird, wörtlich nehmen würde, und daß deswegen eine Kombination von klassischer und Ericksonscher Hypnose sogar gefährlich sei, ist in praktisch jedem Punkt erwiesenermaßen falsch und nichtig. Er scheint übrigens auf einen ehemaligen Showhypnotiseur zurückzugehen, der sich niemals mit Ericksonscher Hypnose auseinandergesetzt hat &#8211; der aber sehrwohl eine Exduktion benutzt, wie ich sie oben beschrieben habe: Eine, die nur dann funktioniert, wenn der Hypnotisierte<em> nicht</em> alles wörtlich nimmt.</p>
<p><strong>Zusammenfassung</strong></p>
<p>- Labor-Experimente zeigen, daß ein durchaus erheblicher Teil der (tief) Hypnotisierten manche Äußerungen des Hypnotiseurs wörtlich nimmt.</p>
<p>- Der größere Teil tut das allerdings nicht, sondern reagiert sinnentsprechend auf die Kommunikationen des Hypnotiseurs.</p>
<p>- Nicht nur ein Teil der tief Hypnotisierten, sondern ein ähnlich großer Teil der &#8222;Wachen&#8220;, reagiert auf bestimmte Äußerungen mit wörtlichem Verstehen.</p>
<p>- Simulanten nehmen Suggestionen deutlich häufiger wörtlich als hervorragende hypnotische Subjekte.</p>
<p>- Das spricht stark dafür, daß Wörtlichnehmen, soweit es bei Hypnotisierten vermehrt vorkommt, auf die hypnotische Rolle zurückgeht, nicht aber auf einen hypnotischen Zustand. Auch Faktoren wie Entspannung oder Lethargie mögen eine Rolle spielen.</p>
<p>- In einigen Fällen vermitteln Hypnotiseure vermutlich unbewußt, daß sie eine wörtliche Reaktion erreichen wollen- und erreichen diese dann auch vermehrt.</p>
<p>- Es existieren offenbar bestimmte Suggestionen in bestimmten Situationen, die ausschließlich von Hypnotisierten wörtlich genommen werden, wohingegen Wache sie stets sinngemäß umsetzen würden; doch liegt dies an der hypnotischen Rolle.</p>
<p>- Hypnotisierte nehmen  aber auch in solchen Fällen nicht alles wörtlich, sondern tun das nur, soweit sie glauben, daß es zur hypnotischen Rolle gehört; wenn hingegen klar ist, daß sie eine bestimmte Aufforderungen auch als gute hypnotische Subjekte keineswegs wörtlich nehmen sollen, dann tun sie das auch nicht.</p>
<p>- Das ist auch gut so: Hypnose kann nur dadurch funktionieren, daß Hypnotisierte nicht alles wörtlich nehmen. Würden hypnotische Subjekte alles wörtlich umsetzten, so würde vieles nicht funktionieren und es gäbe andauernd unabsehbare Reaktionen.</p>
<p>- Man kann zwar versuchen, jedes beliebige überraschende Verhalten des Hypnotisierten auf irgendwelche Formulierungsfehler des Hypnotiseurs zurückzuführen, jedoch sind solche Erklärungsversuche nicht überzeugend und übersehen, daß die Interpretation und Reaktion auf Suggestionen ein komplexer menschlicher Prozeß und nicht etwa ein einfaches automatenhaftes Geschehen ist.</p>
<p>- Auch wenn in der klinischen Hypnose, wie in der Hypnose überhaupt, sicherlich eine klare Verständigung wichtig ist, so sollte man auch in einem therapeutischen Kontext nicht davon ausgehen, daß der Hypnotisierte alles einfach wortwörtlich versteht und umsetzt.</p>
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		<title>Hypnose(forschung): Eine kleine Einführung</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Aug 2011 14:11:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>escatan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[experimentelle hypnose]]></category>
		<category><![CDATA[Hypnose]]></category>
		<category><![CDATA[Hypnoseforschung]]></category>
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		<description><![CDATA[Da verschiedene Begriffe und Grundlagen der Hypnose(forschung) immer wieder in diesem Blog gebraucht werden,  möchte ich an dieser Stelle für den interessierten Leser eine kleine und bescheidene Einführung in die Hypnose und Hypnosewissenschaft schreiben. Dieser Blog beschäftigt sich vor allem mit der wissenschaftlichen Seite &#8230; <a href="https://hypnoseinfos.wordpress.com/2011/08/20/hypnoseforschung-eine-einfuhrung/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hypnoseinfos.wordpress.com&amp;blog=13533809&amp;post=548&amp;subd=hypnoseinfos&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da verschiedene Begriffe und Grundlagen der Hypnose(forschung) immer wieder in diesem Blog gebraucht werden,  möchte ich an dieser Stelle für den interessierten Leser eine kleine und bescheidene Einführung in die Hypnose und Hypnosewissenschaft schreiben.<span id="more-548"></span></p>
<p>Dieser Blog beschäftigt sich vor allem mit der wissenschaftlichen Seite der Hypnose und weniger mit ihrer klinischen Anwendung: Nicht, was Hypnose für den Patienten leisten kann, sondern was Hypnose eigentlich an und für sich ist und wie sie funktioniert, steht hier im Fokus des Interesses. Der folgende Artikel behandelt das Thema Hypnose daher auch unter dem Schwerpunkt der Hypnoseforschung. (Für eine allgemeinere Perspektive siehe <a href="http://hypnoseinfos.wordpress.com/2011/06/29/was-ist-hypnose/" target="_blank">&#8222;Was ist Hypnose?&#8220;</a>)</p>
<p>&#8222;Hypnoseforschung&#8220;, Hypnosewissenschaft&#8220;, &#8222;experimentelle Hypnose&#8220;, &#8222;Hypnose im Labor&#8220; sind Ausdrücke, die ich synonym verwende.</p>
<p><span style="text-decoration:underline;"><strong>Allgemeines</strong></span></p>
<p>Mit dem Begriff <strong>Hypnose</strong> wird manchmal das Verfahren, manchmal auch der Zustand der Hypnose bezeichnet, wobei sich für letzteren insbesondere die Bezeichnung <strong>(hypnotische) Trance</strong> durchgesetzt hat.</p>
<p>Hypnose ist typischerweise eine Interaktion eines Hypnotiseurs  mit <strong>&#8222;Subjekten&#8220;</strong>, die von ihm sog. <strong>Suggestionen</strong> empfangen. Suggestionen sind verbale Mitteilungen, die zu einer Veränderung von Wahrnehmung, Erinnerung, Denken, Gefühl oder Verhalten führen sollen. Die Reaktion auf eine hypnotische Suggestion untersteht nicht allein der willentlichen Kontrolle, und bei einer &#8222;erfolgreichen Antwort auf eine Suggestion erlebt der Hypnotisierte, daß seine Reaktion mit Mühelosigkeit, Unwillkürlichkeit oder einem Gefühl des Zwanges einhergeht. Oder er weiß nicht, was er tut oder warum (was insbesondere im Zusammenhang mit der &#8222;posthypnotischen Suggestion&#8220; gilt, s.u.).</p>
<p>Bei einer <strong>klassischen Hypnose-Einleitung</strong> werden die Subjekte/Probanden/Versuchspersonen/Hypnotisanden/Klienten/&#8230;.  typischerweise angeleitet, ihre Aufmerksamkeit zu fokussieren und nach innen zu richten; außerdem ist Entspannung meistens (wenn auch nicht immer) Teil einer Hypnoseeinleitung, einer sog. <strong>Induktion</strong>. Man spricht bei solch einer &#8222;typischen&#8220; Hypnose auch von einer <strong>Routine-Hypnose</strong>. Besonders im klinischen Setting werden jedoch teils auch informellere oder variierende Induktionen benutzt.</p>
<p>Die Induktion soll den Hypnotisanden in den Zustand der sog. &#8222;hypnotischen Trance&#8220; verstzen. Was diese genau ist und worin seine Bedeutung besteht, ist allerdings nach wie vor nicht voll geklärt und umstritten.  Traditionell wurde/wird angenommen, daß der hypnotische Zustand ein spezieller Bewußtseinszustand ist, so wie Schlaf, Wachzustand, Koma usw., und daß ein Merkmal dieses Zustandes Hypersuggestibilität ist (State-Theorien).</p>
<p>Viele Hypnoseforscher gehen heute (etwas vereinfacht gesagt) jedoch davon aus, daß der Zustand bei einer Routine-Hypnose dem bei einer Entspannungsübung prinzipiell gleicht; demnach wäre der &#8222;typische&#8220; hypnotische Zustand ein Verfassung von erhöhter Absorbiertheit, wie man sie prinzipiell auch im Alltag findet, und somit kein &#8222;spezieller Bewußtseinszustand&#8220; im strengen Sinne. Zudem wird von den Anhänger dieser Auffassung angenommen, daß Hypnose/Suggestion auch ohne Trance voll ausgeprägt &#8222;funktioniert&#8220;, und daß die Trance nur eines der vielen möglichen Phänomene ist, die man durch Suggestionen hervorrufen kann. Demnach ist auch die Einleitung einer solchen Trance für die Hypnose gar nicht nöig ist, und es besteht kein prinzipieller Unterschied zwischen Wach- und hypnotischen Suggestionen. (Non-State-Theorien).</p>
<p>Auf alle Fälle gilt, daß der Zustand bei der Hypnose weder etwas mit Schlaf, noch mit Bewußtlosigkeit, noch mit verminderter Intelligenz oder fehlender Willenskraft zu tun hat. Der Hypnotisierte bleibt während einer Hypnose zudem ein &#8222;vollwertiger&#8220; Mensch mit allen seinen Fähigkeiten.</p>
<p>Hypnotisierte erleben den Zustand der Hypnose sehr verschieden: Manche fühlen sich hypnotisiert, andere nur konzentriert; manche entspannt, andere nicht; einige fühlen sich einfach absorbiert, andere nur bereit, auf Suggestionen zu reagieren; wieder andere fühlen sich wie zwischen Schlaf und Wachsein (obwohl sie tatsächlich wach sind), oder auch wie bei einer Meditation. Ungeachtet davon, wie jemand die Hypnose erlebt, kann es sein, daß er gut oder weniger gut auf hypnotische Suggestionen reagiert.</p>
<p>Während der Hypnose kommt es manchmal zu ungewöhnlichen Erlebnisse: Beispielsweise kann der Proband das Gefühl haben, daß sein Körper schwerer oder leichter wird, oder daß er komplett körperlos ist, oder daß sein Körper größer wird, oder daß die Proportionen seines Körpers sich verändern; oder er hat das Gefühl, Suggestionen nicht widerstehen zu können, oder er hört vielleicht die Stimme des Hypnotiseurs manchmal wie aus der Ferne (&#8222;Fading&#8220;), oder die Umgebung tritt völlig in den Hintergrund, oder die Dauer der Hypnose wir über- oder (meistens) unterschätzt; oder das &#8222;Subjekt&#8220; denkt eher in Bildern, oder nimmt ein spontanes Licht wahr; der Möglichkeiten sind unzählige.</p>
<p>Auch für diese Erlebnisse gilt, daß jemand gut oder weniger gut auf Hypnose reagieren kann, ob er solche Erfahrungen macht oder nicht.</p>
<p>Die Beendigung der Hypnose heißt übrigens <strong>Exduktion</strong> oder auch Dehypnose oder einfach (Hypnose-)Ausleitung; das Aufheben von einzelnen Suggestionen kann als &#8222;Desuggestion&#8220; bezeichnet werden.</p>
<p><strong>Suggestibilität</strong></p>
<p>Für die Hypnoseforschung wichtig ist insbesondere der Begriff der <strong>(hypnotischen) Suggestibilität</strong> (auch: <strong>hypnotische Empfänglichkeit</strong> oder<strong> hypnotische Fähigkeit</strong>). Gemeint ist damit, wie gut ein Hypnotisierter  &#8211; zum Zeitpunkt einer Messung &#8211; auf hypnotische Suggestionen reagiert, die typische hypnotische Phänomene evozieren sollen.</p>
<p>Zu den hypnotischen Phänomenen zählen beispielsweise einfache motorische Bewegungen, die so erlebt werden, als ob sie von selbst stattfinden würden (wie etwa bei einer <strong>Handlevitation</strong>: der Unterarm wird als leicht wahrgenommen und hebt sich wie von alleine). Weitere hypnotische Phänomene wären solche, bei denen Bewegungen blockiert werden. Der Proband versucht etwa aufzustehen oder die Augen zu öffnen, schaftt es jedoch nicht. Die beiden Phänomen-Gruppen werden zusammenfassend auch als <strong>motorische Phänomene</strong> bezeichnet.</p>
<p>Ihnen entgegen stehen sog. <strong>kognitiv Phänomene</strong>: Hierzu gehören beispielsweise <strong>Halluzinationen</strong> aller Sinne. Sie können positiv sein (der Probband sieht beispielsweise etwas, was gar nicht da ist) oder auch negativ (der Proband sieht oder riecht oder schmeckt beispielsweise etwas nicht, obwohl es da ist). Ein weiteres Phänomen wäre die sog.<strong> Altersregression</strong>: Der Hypnotisierte erlebt sich (gegebenenfalls auf subjektiver Ebene vollständig) so wie in einem früheren Alter, beispielsweise als Kind. Sodann gibt es die <strong>Amnesie</strong>: Der Hypnotisierte erinnert sich an etwas nicht. Ein Spezialfall ist die (suggerierte) <strong>posthypnotische Amnesie</strong>: Dem Subjekt wird gesagt, daß es sich nach der Hypnose an nichts erinnern könne, was während der Hypnose stattgefunden hat.   Hinzu kommen verschiedene mentale Illusionen: Beispielsweise wird (etwa in der Showhypnose) suggeriert, daß der Proband ein berühmter Sportler oder ein Alien sei, oder daß der Fernseher vor ihm eine Zeitmaschine sei.  Solche und alle anderen Suggestionen lassen sich auch <em>während</em> der Hypnose für die Zeit <em>nach</em> der Beendigung der Hypnose geben: Man spricht dann von sog. <strong>posthypnotischen Suggestionen</strong> bzw. &#8222;posthypnotischen Aufträgen&#8220; (siehe <a href="http://hypnoseinfos.wordpress.com/2010/09/21/die-posthypnotische-suggestion/" target="_blank">&#8222;Die posthypnotische Suggestion&#8220;</a>).</p>
<p>Wie Menschen auf Suggestionen reagieren, ist individuell sehr verschieden; aber die Tendez geht dahin, daß kognitive <strong>Items</strong> (Testaufgaben) schwieriger als motorische sind, und daher von weniger Subjekten erfolgreich umgesetzt werden; besonders schwierig ist beispielsweise die negative visuelle Halluzination, also das Nicht-Wahrnehmen eines sichtbaren Gegenstandes.</p>
<p>Die Hypnoseforschung benutzt verschiedene <strong>Meßskalen</strong>, um die hypnotische Suggestibilität eines Menschen zum Zeitpunkt des Tests zu eruieren. Dabei werden diverse Suggestionen (meist zwölf) sukzessive nacheinander gegeben und die Reaktion des &#8222;Subjekts&#8220; getestet. <strong>Objektive</strong> Scores/Punkte geben darüber Auskunft, wie gut jemand verhaltensmäßig auf eine Suggestion reagiert. Wenn eine Versuchsperson also  beispielsweise auf die Suggestion hin, daß ein lästiger Moskito sie anfliegt und sie es vertreiben soll, die Hand bewegt, dann hat sie den Test &#8222;objektiv&#8220; bestanden. <strong>Subjektive</strong> Scores geben hingegen an, wie intensiv ein Hypnotisand die suggerierte Wirklichkeit für erlebt hat (beispielsweise wie deutlich und realistisch er also etwa den Moskito tatsächlich gehört hat).</p>
<p>Manchmal wird auch durch Fragebögen gemessen, wie sehr ein Suggestiv-Phänomen als mühelos/automatisch/unwillkürlich erlebt wird.</p>
<p>Einige Skalen werden durch Tonträger bei ganzen Gruppen von Probanden benutzt; andere eignen sich zum individuellen Test; einige haben nur objektive, andere auch subjektive Scores; manche haben vor allem leichte, andere leichte und schwierige oder auch nur schwierige Items. Am bekanntesten sind sicherlich die alten, aber bewährten <strong>Stanford-Skalen</strong> sowie ihre jeweiligen Weiterentwicklungen und Ableitungen. (Hierzu gehören beispielsweise die sog. HGSHS:A und die sog. SHSS:C.) Die üblichen Hypnoseskalen korrelieren untereinander recht hoch. Was heißt das?</p>
<p>An dieser Stelle ein kleiner, aber sehr wichtiger Einschub: <strong>Korrelation</strong> ist der Ausdruck dafür, daß zwei Größen zusammenhängen. Wenn jemand beispielsweise auf der Hypnoseskala HGSHS:A einen hohen Wert erreicht, dann ist es ziemlich wahrscheinlich, daß er auch auf einer beliebigen anderen Skala (z.B. der  SHSS:C) gut abschneidet. Wenn jemand hingegen auf der HGSHS:A schlecht abschneidet, dann wird er das vermutlich auch auf der SHSS:C oder einer anderen Skala tun. Je stärker ausgeprägt dieser Zusammenhang ist, desto höher die Korrelation der Skalen. Man kann dabei sagen: Die HGSHSS:A und die SHSS:C korrelieren positiv. Oder auch nur: Sie korrelieren. (Das &#8222;positiv&#8220; kann meistens weggelassen werden.)</p>
<p>Dies ist also eine <strong>positive Korrelation</strong>; eine <strong>negative Korrelation</strong> ist das Gegenteil: Wenn Probanden beispielsweise um so schlechter auf einer Hypnoseskala abschneiden, je gestresster sie sind, dann gilt: Hypnotische Suggestibilität und Stress korrelieren negativ.</p>
<p>Bei solchen Aussagen ist es wichtig sich vor Augen zu halten, daß sie sich auf statistische Schnitte und nicht den einzelnen Menschen beziehen.</p>
<p>Wenn kein <strong>Training</strong> stattfindet, dann ist übrigens die Suggestibilität, wie sie von den Skalen gemessen wird, meist relativ stabil, auch über längere Zeitspannen hinweg. Wie sehr die Suggestibilität durch Training zu beeinflussen ist, ist umstritten. Die State-Theoretiker sehen hypnotische Suggestibilität  meistens als relativ stabil an, die Non-State-Theoretiker meistens als gut beeinflußbar; aber auch da gibt es Ausnahmen.</p>
<p>Wenn eine Person (zur Zeit der Messung) schlecht auf einer Hypnoseskala abschneidet, so wird sie als<strong> geringsuggestibel</strong> oder auch<strong> gering hypnotisierbar</strong> oder <strong>unhypnotisierbar</strong> bezeichnet. Wenn jemand mittelmäßig abschneidet, dann wird er als &#8222;mittel suggestibel&#8220; bezeichnet; und diejenigen, die gut abschneiden, sind die sog. <strong>Hochsuggestiblen</strong> (auch: <strong>Hochhypnotisrbare</strong>n). Die Terminologie ist problematisch, soll jedoch nicht automatisch beinhalten, daß Suggestibilität eine feste Größe wäre.</p>
<p>Etwa 20% der Probanden schneiden jeweils im niedrigen und im hohen Bereich der Skalen ab , die restlichen 60 gehören zum breitem Mittelmaß und sind &#8222;mittel suggestibel&#8220; &#8211; je nach Skala und anderen Umständen.</p>
<p><strong>Wachsuggestibilität</strong> bezeichnet die Suggestibilität, die man findet, wenn hypnosetypische Suggestionen außerhalb eines hypnotischen Kontextes bzw. <strong>Settings</strong> und ohne vorherige hypnotische Induktion gegeben werden. Die Wachsuggestibilität und die hypnotische Suggestibilität korrelieren in hohem Maße (hängen deutlich zusammen). Die Wachsuggestibilität liegt statistisch signifikant unterhalb der hypnotischen Suggestibilität, ist aber weit höher als weithin angenommen; zudem lassen sich <strong><em>sämtliche</em></strong> hypnotischen Phänomene durch Wachsuggestionen hervorrufen, auch sehr schwierige (wie beispielsweise positive und negative visuelle Halluzinationen). Letztere Erkenntnis besitzt nach wie vor keinen großen Bekannheitsgrad, obwohl schon der späte Braid es wußte. Siehe hierzu auch den Artikel <a href="http://hypnoseinfos.wordpress.com/2010/09/07/wachsuggestionen-und-hypnotische-suggestionen/" target="_blank"> &#8222;Wach- und hypnotische Suggestionen&#8220;</a></p>
<p>Der Begriff <strong>Hypnotisierbarkeit</strong> wird meistens mit <strong>hypnotischer Suggestibilität</strong> synonym gebraucht; einige Autoren verwenden ihn allerdings auch, um die Differenz von Wach. und hypnotischer Suggestibilität zu benennen (also um wie viel besser jemand unter Hypnose als im &#8222;Wachzustand&#8220; auf Suggestionen reagiert).</p>
<p>Es sollte noch gesagt werden, daß Experimente gezeigt haben, daß hypnotische Suggestibilität wenig oder nichts mit &#8222;Manipulierbarkeit&#8220; oder Willensschwäche zu tun hat, sondern vielmehr eine Fähigkeit darstellt; Hypnose ist zudem ein kooperativer Prozeß, bei dem es darauf ankommt, daß der Hypnotisierte &#8222;mitmacht&#8220;.</p>
<p><span style="text-decoration:underline;"><strong>Tiefe</strong></span></p>
<p>Unter <strong>Tiefe</strong> wird allgemein meistens oder jedenfalls in erster Linie dasselbe wie unter Suggestibilität verstanden. Wenn von einer &#8222;tief hypnotisierten Person&#8220; gesprochen wird, dann meint man gewöhnlich jemanden, der hochsuggestibel ist. Jedoch hat der Begriff gerade in der Hypnoseforschung heutzutage meist die Bedeutung des subjektiven Ausmaßes, in dem sich jemand &#8222;tief hypnotisiert&#8220; fühlt. Die hypnotische Tiefe schwankt typischerweise während einer Hypnose-Sitzung erheblich, und die durchschnittliche Tiefe korreliert recht hoch mit der Suggestibilität.</p>
<p>Das klassische &#8222;tief hypnotisierte&#8220; Subjekt zeichnet sich eigentlich durch beides aus: Hohe Suggestibilität und vergleichsweise große subjektiv empfundene Tiefe (und eventuell auch noch  durch spontanes Vergessen, die sog. <strong>spontane posthypnotische Amnesie</strong>). In der Hypnoseforschung wird jedoch meist nur die Suggestibilität berücksichtigt, wenn Probanden für Hypnose-Experimente ausgewählt werden; ein Vorgehen, das allerdings auch einigermaßen gerechtfertigt zu sein scheint.</p>
<p><span style="text-decoration:underline;"><strong>Spontane posthypnotische Amnesie</strong></span></p>
<p>Nach einer Hypnose-Sitzung kann es zur <strong>spontanen posthypnotischen Amnesie </strong>kommen: Das Subjekt erinnert sich nicht an die Inhalte der Sitzung. Diese Amnesie kann partiell oder auch vollständig sein und sie tritt von alleine ein, anders als die &#8222;suggerierte Amnesie&#8220;, die ich oben schon erwähnt hatte. Der Betroffene erinnert sich dann jedoch typischerweise  in Folge- Hypnosesitzungen wieder an die vergessenen Inhalte; auch ist eine solche Amnesie suggestiv leicht zu verhindern oder aufzuheben; zudem ist sie insbesondere in der experimentellen Hypnose selten anzutreffen (unter 10%), <em>selbst bei &#8222;Hochsuggestiblen&#8220;</em>. Es gibt Hinweise darauf, daß es sich zumindest teilweise um ein &#8222;artifizielles&#8220; Phänomen handelt, hervorgerufen durch die Erwartung: Bei einem Experiment erlebten 75% derjenigen, die eine spontane Amnesie erwarteten, diese auch; von denen, die sie nicht erwarteten, aber niemand. In der klinischen und Showhypnose tritt die spontane Amnesie häufiger auf, hat dort aber vermutlich auch jeweils spezielle Ursachen.</p>
<p><span style="text-decoration:underline;"><strong>Rapport und &#8222;archaisches Involviertsein&#8220;</strong></span></p>
<p><strong>Rapport</strong> ist die Bezeichnung für die Beziehung zwischen Hypnotiseur und &#8222;Subjekt&#8220;. Wenn die Beziehung gut ist, spricht man entsprechend von einem &#8222;guten Rapport&#8220;. Ursprünglich war mit dem Begriff der sog. <strong>Exklusivrapport</strong> gemeint, bei dem der Hypnotisierte nichts mehr außer den Hypnotiseur allein wahrnimmt. Auch dieses Phänomen scheint jedoch meistens ein Artefakt der Erwartung zu sein.</p>
<p><strong>Archaisches Involviertsein </strong>ist ein Konzept, das den Grad bezeichnet, indem der Hypnotisierte den Hypnotiseur als eine Art mächtige Vater- oder Mutterfigur wahrnimmt, mit der er sich besonders verbunden fühlt, und die er nicht enttäuschen will; das Konzept wurde vom psychoanalytisch ausgerichteten Autor Ronald Shor entwickelt. Obwohl Shor ursprünglich meinte, daß das &#8222;archaic involvement&#8220;, wie es im Englischen heißt, fast nur in der Klinik und kaum im Labor zu finden sein wird, tritt es in der Tat auch in Letzterem auf. Es gibt sogar eine Skala in Form eines Selbstbeurteilungsbogens, mit dem sich dieses Phänomen erheben läßt. Das archaische Involviertsein ist sehr wahrscheinlich eine künstliche, aber dennoch interessante Größe in der Hypnose, und es korreliert positiv mit der hypnotischen Suggestibilität.</p>
<p><span style="text-decoration:underline;"><strong>Hypnotische Rolle, Metasuggestionen. Simulanten</strong></span></p>
<p>Hypnotisierte verhalten sich im hohen Maße so, wie sie glauben, daß es von einem guten hypnotischen Subjekt erwartet wird.  Dis ist in der Regel  kein bewußtes &#8222;Schauspielern&#8220;, sondern ein Effekt von Erwartung und Motivation. Bei Behandlungen durch den Mesmerismus, der als Vorgänger der Hypnose gilt, hatten die Patienten beispielsweise Krampfanfälle und erbrachen, entsprechend den jeweiligen Erwartungen. Auch das, was der Hypnotiseur (oftmals völlig unabsichtlich) an Erwartungen vermittelt, kann das Verhalten der &#8222;Subjekte&#8220; beeinflussen. Wie bereits gesagt, scheinen etwa Phänomene wie spontane hypnotische Amnesie oder der Exklusivrapport in hohem Maße Ergebnis der Erwartung zu sein. In diesem Zusammengang ist von der <strong>hypnotischen Rolle</strong>, den <strong>Demand Characteristics</strong> (&#8222;situativen Anfordrungen&#8220;), von <strong>Kontext, Setting, Frame/Rahmen </strong>oder<strong> Metasuggestion</strong> die Rede. (Siehe auch <a href="http://hypnoseinfos.wordpress.com/2010/10/12/hypnotische-rolle-setting-und-demand-characteristics/" target="_blank">&#8222;Hypnotische Rolle[...]&#8222;</a>)</p>
<p>Hier steht die Hypnoseforschung übrigens vor einem riesigen Problem. Denn oftmals stellt sich die folgende Frage: Wenn sich ein hypnotisches Subjekt so und so verhält, tut es das wegen der Hypnose bzw. eines hypnotisches Phänomens, oder einfach nur, weil es glaubt, daß ein Hypnotisierter sich so zu verhalten hat (oder weil der Experimentator es vielleicht unwillkürlich in diese Richtung beeinflußt)?</p>
<p>Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, wurden u.a. die <strong>Simulanten</strong> erfunden Diese Probanden schauspielern nur, daß sie hypnotisiert sind, und ihr Verhalten wird dann mit dem von guten hypnotischen Subjekten vergleichen. (Siehe <a href="http://hypnoseinfos.wordpress.com/2011/06/27/simulante/" target="_blank">&#8222;Simulanten&#8220;</a>)</p>
<p><span style="text-decoration:underline;"><strong>Dissoziation, Trancelogik, Hidden Observer</strong></span></p>
<p><strong>Dissoziation</strong> ist ein sehr wichtiger Begriff in der Hypnose. Er kann verschiedene Bedeutungen haben; beispielsweise einfach den, daß ein Subjekt, wenn es stark konzentriert ist, störende Wahrnehmungsinhalte einfach &#8222;ausfiltert&#8220; und nicht bewußt erlebt. Vor allem meint Dissoziation aber auch die Aufspaltung <strong>kognitiver </strong>Prozesse (also von Prozessen des Denkens bzw. der Informationsverarbeiung) in solche, die bewußt stattfinden und solche, die sich  unterbewußt ereignen. Dieses Konzept wird von vielen Experten als zentral zum Verständnis der Hypnose angesehen, m.E. zurecht. Wenn ein Hypnotisierter beispielsweise eine Person auf einem Stuhl negativ halluziniert, dann wird er dennoch vermeiden, sich auf diesen Stuhl zu setzen, wenn er nicht gedrängt wird. Auch gilt zum Beispiel, daß das &#8222;Subjekt&#8220; bei einer Amnesie zwar bestimmte Inhalte auf bewußter Ebene vergessen mag, daß dieses Wissen sein Verhalten aber weiterhin beeinflußt.</p>
<p>Man spricht in diesem Zusammenhang auch von<strong> Trancelogik</strong>. Gemeint ist damit die Fähigkeit, logische Widersprüche wie gerade beschrieben zu tolerieren, wobei diese oft die Widersprüchlichkeit von bewußtem und unterbewußtem Denken und Erleben darstellen. Verwandt damit ist der Begriff des <strong>Hidden Observer</strong> (des &#8222;verborgenen Beobachters&#8220;). Dies ist eine <em>Metapher</em>  dafür, daß Hypnotisierte während einer hypnotischen Illusion oder einer Amnesie weiterhin auf einer unbewußten, verborgenen Ebene die Realität kennen; wenn sie diese dann nicht nur implizit in ihrem Verhalten zeigen, sondern auch noch explizit verbalisieren, dann wird nicht nur von &#8222;Trancelogik&#8220;, sondern eben auch vom &#8222;Hidden Observer&#8220; gesprochen. Zugrunde liegt aber offenbar dasselbe Phänomen: Dissoziation, bzw. das Vorhandensein unterbewußter, aber intelligenter kognitiver Prozesse.  Ein Beispiel für den &#8222;Hidden Observer&#8220; wäre der Fall eines hypnotisch Tauben, dem auf glaubwürdige Weise gesagt wird, daß er auf unterbewußter Ebene das Gesagte weiterhin gehört hat und er sich an das erinnert, was schon gesagt wurde, und der dann entsprechend reagiert.</p>
<p>Insgesamt läßt sich sagen, daß bei der Hypnose das bewußte Erleben einerseits und das unterbewußte Erleben und Wissen andererseits sehr auseinanderfallen können, wobei letztlich das unterbewußte Denken ausschlaggebend ist und das Verhalten bestimmt.</p>
<p><span style="text-decoration:underline;"><strong>Wille, Intention und das Erleben von Unwillkürlichkeit</strong></span></p>
<p>Was den <strong>Willen</strong> der Hypnotisierten angeht, so ist es übrigens im Allgemeinen sehr einfach, Hypnotisierte dazu zu bringen, scheinbar unmoralische oder selbstschädigende Handlungen zu begehen. Zu bedenken ist jedoch, daß die Hypnotisierten die Situation meistens als geschütztes und harmloses Experiment durchschauen, und zwar mindestens so gut wie &#8222;Wache&#8220; in derselben Situation. Zudem zeigt ein Vergleich von Hypnotisierten und &#8222;Wachen&#8220;, daß letztere allgemein mindestens denselben Gehorsam an den Tag legen wie &#8222;tief Hypnotisierte&#8220;. (Siehe Artikel <a href="http://hypnoseverbrecheninfo.wordpress.com/2010/04/07/hypnose-verbrechen/" target="_blank">&#8222;Hypnoseverbrechen&#8220;</a>)</p>
<p>Hypnotisierte haben manchmal das Gefühl, daß ihre Handlungen völlig unwillkürlich oder sogar zwanghaft ablaufen. Eine Betrachtung ihres <em>objektiven Verhaltens</em> jedoch, insbesondere im Vergleich mit &#8222;Wachen&#8220;, spricht dafür, daß die Fähigkeit zur Kontrolle des eigenen Verhaltens durch die Hypnose unberührt bleibt, ungeachtet des subjektiven Erlebens.  (Auch dies kann als Fall von Dissoziation begriffen werden.)</p>
<p><span style="text-decoration:underline;">Insgesamt hat sich gezeigt, daß hypnotisches Verhalten in einem viel höheren Maße sinnvoll, intelligent und zielgerichtet abläüft, als man vielleicht auf den ersten Blick den Eindruck hat.</span></p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Hypnoseforschung</span></strong></p>
<p>Die<strong> klinische Hypnose</strong> (oder<strong> Hypnotherapie</strong> oder <strong>Hypnosetherapie</strong>) ist die Anwendung der Hypnose zu medizinischen und psychotherapeutischen Zwecken. Sie gehört somit zu Medizin, Psychiatrie und klinischer Psychologie.</p>
<p>Nun ist Hypnose aber <em>kein</em> &#8222;pathologisches&#8220;, also <em>kein</em> krankhaftes Phänomen. Die Frage, was die Hypnose an und für sich ist, unabhängig von möglichen Heilanwendungen, gehört daher nicht in die Medizin oder klinische Psychologie, sondern in die <em>nicht-klinische</em> <strong>Psychologie</strong>. Anders als oft angenommen beschäftigt sich die Psychologie nämlich nicht primär mit krankhaften, sondern mit gesunden psychischen Vorgängen und wird großteils naturwissenschaftlich und unter Zuhilfenahme mathematischer Methoden betrieben.</p>
<p>Hyonoseforschung ist in diesem Sinne ein Teil der <strong>experimentellen Psychologie</strong>. Sie wird in den psychologischen Labors zahlreicher Universitäten und Forschungseinrichtungen betrieben; ihre Ergebnisse werden in speziellen Hypnose-Zeitschriften oder auch in der allgemeinen psychologischen Fachliteratur publiziert.</p>
<p>Früher bestand die Hypnoseforschung vorwiegend in den Einzel-Beobachtungen und gesammelten Erfahrungen von Ärzte, die die Hypnose klinisch anwandten. Hierbei haben einige dieser Anwender übrigens sehr gute und weitreichende Einsichten gewonnen. Schon seit vielen  Jahrzehnten ist die Hypnoseforschung jedoch wie erwähnt zu einer Teildisziplin der experimentellen Psychologie geworden.</p>
<p>Die Hypnoseforschung benutzt gewöhnlich (der Vergleichbarkeit wegen) <strong>standardisierte</strong> Hypnoseskalen mit standardisierten Induktionen und standardisierte Hypnose-Tests. Meistens ist alles ist ziemlich genau festgelegt &#8211; dieser Standardisierung eignen sicherlich sowohl positive wie negative Aspekte. Sowohl die Induktionen wie auch die jeweiligen Suggestionen, die bei der Hypnoseforschung eingesetzt werden, gehören zur <strong>klassischen Hypnose</strong>: Sie sind direkt und &#8222;autoritär&#8220;. (Insbesondere in der klinischen Hypnose existieren auch alternative Vorgehensweisen, die oftmals unter dem Schlagwort <strong>Ericksonsche Hypnose</strong> zusammengefaßt werden.)</p>
<p>Es besteht in der Regel in der Hypnoseforschung keine persönliche Bekanntschaft und kein persönliches Vertrauensverhältnis zwischen Hypnotiseur und &#8222;Subjekt&#8220;. (Für die Gruppenhypnosen werden sogar oftmals vorgefertigter Tonträger benutzt.) Auch dies dürfte einerseits Voreile haben, aber auch zu Grenzen der Aussagekraft und der Übertragbarkeit von Erkenntnissen auf andere Kontexte führen.</p>
<p>Es hat sich gezeigt, daß <em>innerhalb dieses experimentellen Settings</em> die Person des Hypnotiseurs kaum einen Einfluß auf die gemessene hypnotische Suggestibilität hat. Vielmehr hängt diese praktisch allein vom &#8222;Subjekt&#8220; ab.</p>
<p>Die Hypnoseforschung arbeitet auch oft mit sog. <strong>Kontrollgruppen</strong>. Kontrollgruppen sind Gruppen von Versuchspersonen, die nicht  hypnotisiert wurden, aber ansonsten so wie die Hypnotisierten behandelt werden. Kontrollgruppen können beispielsweise einfach aus &#8222;Wachen&#8220; bestehen; die aufwendigere Kontrollgruppe der sog. &#8222;Simulanten&#8220; hatten wir weiter oben bereits erwähnt. Eine weitere Gruppe wären sog. &#8222;imaginierende&#8220; Subjekte: Das sind Personen, die außerhalb des hypnotischen Kontextes und ohne vorherige Induktion hypnosetypischen Suggestionen ausgesetzt sind. Solche Probanden werden eingesetzt, wenn beispielsweise geklärt werden soll, ob Wach- und hypnotische Suggestion sich prinzipiell unterschieden oder von derselben Art sind.</p>
<p>Zudem macht die Hypnoseforschung natürlich von den technischen Neuerungen Gebrauch und unternimmt neurophysilogische Messungen (etwa indem Hypnotisierte einer funktionellen Magnetresonanztomographie unterzogen werden).</p>
<p>Einerseits hat die Hypnoseforschung zahlreiche Erkenntnisse gebracht, darunter durchaus auch interessante und nützliche; andererseits sind selbst viele grundlegenden Fragen bis heute noch nicht zureichend geklärt. Gerade auch weil viele Neuerungen bis heute wenig Bekanntheit unter Klinikern und anderen Anwendern gefunden haben, schreibe ich an diesem Blog.</p>
<p><span style="text-decoration:underline;"><strong>Hypnotherapie, Coaching, Lebenshilfe</strong></span></p>
<p>Die <strong>klinische Hypnose</strong> konnte sich im Verlauf der Zeit immer besser etablieren und erfährt zunehmend Anerkennung. Neben dem Einsatz in Psychotherapie und Psychosomatik dient sie insbesondere auch zur Anästhesie(Gefühllosigkeit) und Analgesie (Schmerzlosigkeit) und wird in dieser Funktion gerne durch Zahnärzte eingesetzt. Auch wenn die Anzahl systematischer Studien noch gering ist, ist es die Erfahrung vieler Kliniker, daß Hypnose eine wirksame Verstärkung von psychologischen Therapien sein kann. Die Bandbreite von Techniken, die unter dem Label &#8222;Hypnose&#8220; zur Anwendung kommen, ist dabei groß, und nicht alles lässt sich hinsichtlich Professionalität und Effektivität mit einander vergleichen..</p>
<p>Neben dem Einsatz zu klinischen Zwecken im engeren Sinne findet die Hypnose (wie auch verwandte imaginative Techniken) zunehmend auch in den Bereichen der <strong>Lebenshilfe</strong> und des <strong>Coachings</strong> (etwa für Sportler) Verbreitung.</p>
<p><span style="text-decoration:underline;"><strong>Forensische Hypnose</strong></span></p>
<p>Die <strong>forensische Hypnose</strong> versucht, suggestiv die Erinnerungen von Zeugen oder Opfern von Straftaten wieder herzustellen. Wenn jemand entspannt ist, ein guter Rapport zu der Person besteht, die ihn befragt und die betreffende Person sich in die vergangene Situation zurückversetzt, so erhöht dies oft ihre Erinnerungsfähigkeit. Wenn allerdings formell darüber hinaus Hypnos induziert wird, so ergeben sich zwei Gefahren: a) Zwar kann sich der Zeuge manchmal tatsächlich an mehr Details erinnern, konfabuliert aber zugleich auch mehr; deswegen ist seine Schilderung nicht unbedingt akkurater als ohne Hypnose. b) Es besteht die Gefahr, daß der Zeuge aufgrund der Hypnose der festen Überzeugung ist, daß seine Darstellungen stimmen, auch insoweit, als sie falsch sind.</p>
<p>Aus solchen Gründen ist der Einsatz forensischer Hypnose hochgradig umstritten und unterliegt meist auch in Ländern, in denen er erlaubt ist, strengen Richtlinien und ist nur ausnahmsweise zulässig. In Deutschland ist die Ausübung forensischer Hypnose durch Justiz und Polizei nicht gestattet.</p>
<p>In einem weiteren Sinne kann man unter &#8222;forensischer Hypnose&#8220; auch allgemein den Komplex &#8222;Hypnose vor Gericht&#8220; verstehen, etwa wenn ein Hypnotiseur angeklagt ist, eine andere Person willentlich oder unwillentlich geschädigt zu haben.</p>
<p><span style="text-decoration:underline;"><strong>Showhypnose</strong></span></p>
<p><strong>Showhypnose</strong> oder<strong> Bühnenhypnose  </strong>bezeichnet den Einsatz von Hypnose zu Unterhaltungszwecken. Zwar hat Showhypnose insbesondere unter Hypnotheapeuten oftmals ein sehr geringes Ansehen bzw. ist vielen Hypnotherapeuten ein großer Dorn im Auge. Bei aller Kritik, die man zumindest an einigen Darbietungen üben kann, sollte man jedoch auch bedenken, daß Showhypnose auch das Interesse an (klinischer) Hypnose wecken kann und nach dem heutigen Forschungsstand nicht im Allgemeinen zu einem negativen Bild der Hypnose führen muss oder eine bedeutende psychischen Gefahr darstellt. (Siehe<a href="http://hypnoseinfos.wordpress.com/2010/10/22/ist-showhypnose-gefahrlich/"> Artikel zur Showhypnose</a>.)</p>
<p><span style="text-decoration:underline;"><strong>Selbsthypnose</strong></span></p>
<p>Unter <strong>Selbsthypnose</strong> oder <strong>Autohypnose</strong> wird der Prozess verstanden, durch den eine Person sich selbst hypnotisiert: Hypnotiseur und Hypnotisierter fallen also in Personalunion zusammen. Das <strong>Autogene Training</strong>, das durch J.H. Schultz aus der klassischen Hypnose entwickelt wurde, kann als Sonderfall der Selbsthypnose betrachtet werden. Die Grenzen zwischen Selbsthypnose und Meditation sind fließend, je nach Form der beiden Verfahren. Das Erlernen und Anwenden der Selbsthypnose gilt als hilfreiche Unterstützung bei Entspannung, Aktivierung von Selbsheilungskräften und Hilfe beim Erreichen persönlicher Ziele.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/hypnoseinfos.wordpress.com/548/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/hypnoseinfos.wordpress.com/548/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/hypnoseinfos.wordpress.com/548/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/hypnoseinfos.wordpress.com/548/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/hypnoseinfos.wordpress.com/548/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/hypnoseinfos.wordpress.com/548/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/hypnoseinfos.wordpress.com/548/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/hypnoseinfos.wordpress.com/548/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/hypnoseinfos.wordpress.com/548/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/hypnoseinfos.wordpress.com/548/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/hypnoseinfos.wordpress.com/548/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/hypnoseinfos.wordpress.com/548/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/hypnoseinfos.wordpress.com/548/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/hypnoseinfos.wordpress.com/548/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hypnoseinfos.wordpress.com&amp;blog=13533809&amp;post=548&amp;subd=hypnoseinfos&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Absicht, Imagination, Erwartung</title>
		<link>https://hypnoseinfos.wordpress.com/2011/08/15/absicht-imagination-erwartung/</link>
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		<pubDate>Mon, 15 Aug 2011 21:23:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>escatan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[absicht]]></category>
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		<category><![CDATA[Hypnose]]></category>
		<category><![CDATA[motivation]]></category>
		<category><![CDATA[Suggestibilität]]></category>

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		<description><![CDATA[Was ist eigentlich notwendig und wesentlich, damit ein hypnotisches Subjekt eine Suggestion realisiert? Bedarf es einer Vorstellung oder einer Erwartung? Oder einer Kombination dieser Faktoren? Wenn von einer Absicht/Intention die Rede ist, so meine ich damit nicht notwendigerweise eine bewußte &#8230; <a href="https://hypnoseinfos.wordpress.com/2011/08/15/absicht-imagination-erwartung/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hypnoseinfos.wordpress.com&amp;blog=13533809&amp;post=539&amp;subd=hypnoseinfos&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was ist eigentlich notwendig und wesentlich, damit ein hypnotisches Subjekt eine Suggestion realisiert? Bedarf es einer Vorstellung oder einer Erwartung? Oder einer Kombination dieser Faktoren?<span id="more-539"></span></p>
<p>Wenn von einer <strong><em>Absicht/Intention</em></strong> die Rede ist, so meine ich damit nicht notwendigerweise eine bewußte Absicht. Denn wie beispielsweise bereits im <a href="http://hypnoseinfos.wordpress.com/2010/09/21/die-posthypnotische-suggestion/" target="_blank">Artikel zur posthypnotischen Suggestion</a> gesehen haben, kann ein Hypnotisierter offensichtlich selbst komplexe unterbewußte Denkoperationen durchführen und auch unterbewußt etwas wollen, was seinem Bewußtsein verborgen bleibt oder sogar zu den Inhalten des Bewußtseins im Widerspruch steht.</p>
<p>Dafür, daß für die Auslösung einer hypnotischen Reaktion eine Absicht notwendig ist, spricht, daß unsere &#8222;normalen&#8220; Aktionen auch von unseren Absichten abhängen. Es könnte aber natürlich der Fall sein, daß dies sich bei hypnotischen Suggestionen anders verhält. Sehen wir uns also die vielversprechendensten alternativen Kandidaten für die Erklärung hypnotischer Reaktionen an, die das Vorliegen einer Absicht womöglich überflüssig machen. </p>
<p><span style="text-decoration:underline;"><strong>Imagination</strong></span></p>
<p>Vielleicht reicht bereits eine bildhafte Vorstellung, um eine hypnotische Reaktion auszulösen? Solches wird nicht selten angenommen.</p>
<p>Gegen letztere Annahme spricht jedoch, daß hypnotisierte Probanden hypnotische Phänomene erleben können, ohne daß sie ihre Imagination benutzen müssen. Ganz allgemein gilt zudem, daß die Bedeutung der Vorstellung für die Hypnose deutlich kleiner ist als oftmals angenommen und womöglich allein über die Erwarung funktiniert: Weil man glaubt, daß die Imagination etwas bringt, bringt sie auch etwas. (Im Bereich der klinischen Hypnose mag das etwas anders sein.)  </p>
<p>Und nicht nur dies: Experimente haben ergeben, daß Hypnotisierte sich ganz intensiv das Gegenteil einer Suggestion vorstellen können, und diese dabei dennoch auszuführen vermögen.</p>
<p>Es gilt also, daß &#8222;Imagination&#8220; weder hinreichend noch notwendig für eine hypnotische Reaktion ist.</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Erwartung</span></strong></p>
<p>Aber auch die Erwartung reicht nicht aus, um hypnotisches Verhalten zu erklären, obwohl sie offenbar eine bedeutendere Rolle als die Imagination spielt: Ein Hypnotisierter kann ein Phänomen auch dann erleben, wenn er die Erwartung hat, daß es <strong><em>nicht</em></strong> klappt.  Zudem reicht im Alltag eine Erwartung in aller Regel nicht aus, damit wir ein quasi-hypnotisches Phänomen erleben. Wir erwarten beispielsweise, daß wir auf der Ablage den Schlüssel finden, aber wir sehen ihn dennoch nicht, wenn er dort nicht liegt, erzeugen also keine visuelle Halluzination des Schlüssels. Es wäre auch sehr unpraktisch für das normale Leben, wenn unsere Erwartung unsere Wahrnehmung zu stark bestimmen würde.</p>
<p>Wenn man der Meinung ist, daß Hypnose und Normalzustand sich grundlegend unterscheiden, könnte man einwenden, daß die Erwartung zwar nicht außerhalb, wohl aber innerhalb der Hypnose zum Erleben hypnotischer Phänomene führt. Aber auch dies scheint nicht zu stimmen: So wurde Probanden <a href="http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ch.250/abstract" target="_blank">bei einem Experiment </a>während einer Hypnose ein Stapel von Blättern gegeben. Ihnen wurde gesagt, daß alle leer seien. Das stimmte auch, und zwar bis aufs letzte Blatt, auf dem nämlich eine fette Ziffer 8 prangte. Und obwohl viele Probanden fest überzeugt waren, daß alle Blätter leer seien, sahen alle auf dem letzten Blatt die Ziffer 8; mit anderen Worten: Niemand hatte nur aufgrund der Erwartung eine negative visuelle Halluzination erlebt.</p>
<p>Die Erwartung allein scheint also nicht für die Erzeugung  hypnotische Phänomene auszureichen, oder nur in einem bescheidenen Rahmen.  Im Übrigen hatten wir ja bereits im Artikel <a href="http://hypnoseinfos.wordpress.com/2011/08/12/zur-suggestibilitat/" target="_blank">&#8222;Zur Suggestibilität&#8220;</a>   ausgeführt, daß hypnotische Suggestionen vermutlich anders als Placebos funktionieren; und Placebos scheinen ja größtenteils nur auf der Erwartung zu basieren.</p>
<p>Zwar kann eine starke Erwartung offenbar eine hypnotische Reaktion erleichtern; doch wie auch im Fall der Imagination ist sie offenbar weder notwendig noch hinreichend für hypnotisches Verhalten. Daraus folgt zwar nicht logisch zwingend,aber doch mit hoher Plausibilität, daß <em><strong>Absicht</strong></em> der relevante Faktor ist, der zum Erfolg bei der Hypnose notwendig ist. Es ist also ausgesprochen naheliegend und vernünftig anzunehmen, daß Motivation und Intention tatsächlich die bedeutenden und notwendigen Größen sind, die erst ein Realisieren der hypnotischen Suggestion ermöglichen. Dies gilt zumal, als da viele andere Argumente die Bedeutung von Motivation, Absicht und Entscheidung unterstreichen, wie insbesondere in späteren Artikeln dargetan werden soll.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/hypnoseinfos.wordpress.com/539/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/hypnoseinfos.wordpress.com/539/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/hypnoseinfos.wordpress.com/539/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/hypnoseinfos.wordpress.com/539/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/hypnoseinfos.wordpress.com/539/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/hypnoseinfos.wordpress.com/539/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/hypnoseinfos.wordpress.com/539/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/hypnoseinfos.wordpress.com/539/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/hypnoseinfos.wordpress.com/539/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/hypnoseinfos.wordpress.com/539/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/hypnoseinfos.wordpress.com/539/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/hypnoseinfos.wordpress.com/539/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/hypnoseinfos.wordpress.com/539/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/hypnoseinfos.wordpress.com/539/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hypnoseinfos.wordpress.com&amp;blog=13533809&amp;post=539&amp;subd=hypnoseinfos&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Zur Suggestibilität</title>
		<link>https://hypnoseinfos.wordpress.com/2011/08/12/zur-suggestibilitat/</link>
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		<pubDate>Fri, 12 Aug 2011 17:44:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>escatan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[alltagssuggestibilität]]></category>
		<category><![CDATA[alltagssuggestion]]></category>
		<category><![CDATA[Hypnose]]></category>
		<category><![CDATA[Hypnoseforschung]]></category>
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		<category><![CDATA[Suggestibilität]]></category>
		<category><![CDATA[Suggestion]]></category>

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		<description><![CDATA[Unter &#8222;Suggestibilität&#8220; kann ganz verschiedenes verstanden werden, eine Tatsache, die oft zur Verwirrung führt. In der Hypnose hat der Begriff der Suggestibilität einen besonderen Platz: Das Ausmaß, in dem das &#8222;hypnotische Subjekt&#8220; (zu einem bestimmten Zeitpunkt) auf hypnosetypische Suggestionen reagiert, &#8230; <a href="https://hypnoseinfos.wordpress.com/2011/08/12/zur-suggestibilitat/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hypnoseinfos.wordpress.com&amp;blog=13533809&amp;post=527&amp;subd=hypnoseinfos&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unter &#8222;Suggestibilität&#8220; kann ganz verschiedenes verstanden werden, eine Tatsache, die oft zur Verwirrung führt. <span id="more-527"></span></p>
<p>In der Hypnose hat der Begriff der<strong> Suggestibilität</strong> einen besonderen Platz: Das Ausmaß, in dem das &#8222;hypnotische Subjekt&#8220; (zu einem bestimmten Zeitpunkt) auf hypnosetypische Suggestionen reagiert, spielt insbesondere in der Hypnoseforschung eine große Rolle und wird klassischerweise weitestgehend mit dem Begriff der &#8222;Tiefe&#8220; der Hypnose gleichgesetzt. (Unter &#8222;Tiefe&#8220; kann jedoch auch etwas anderes verstanden werden, etwa das subjektive Gefühl, wie tief man im Zustand der hypnotischen Trance ist.) </p>
<p>Zuerst einmal sollte herausgearbeitet werden, daß hypnotische Suggestibilität keineswegs dasselbe wie Alltagssuggestibilität, oder &#8222;Manipulierbarkeit&#8220; ist. &#8222;Manipulierbarkeit&#8220; oder &#8222;Gehorsamsbereitschaft&#8220; haben vielmehr wenig oder nichts mit hypnotischer Suggestibilität zu tun. Hierzu wurden entsprechende Experimente gemacht, bei denen beispielsweise untersucht wurde, wie einfach jemand dazu zu bringen ist, seine Meinung zu ändern. Das Ergebnis ist, daß hypnotische Suggestibilität nichts mit Willensschwäche zu tun hat. Viele Kliniker sind aufgrund ihrer Erfahrung sogar der Meinung, daß ganz im Gegenteil besonders Menschen mit starkem Willen gut auf Hypnose ansprechen.</p>
<p>Es gibt zudem einen grundsätzlichen Unterschied zwischen Manipulierbarkeit und hypnotischer Suggestibilität:</p>
<p>Den Aufforderungen eines Manipulators nachzukommen ist sehr einfach und unterliegt in aller Regel vollständig der willentlichen Kontrolle. Wenn ein geschickter Verkäufer einem Kunden einen tollen MP3-Player schmackhaft macht, dann liegt es in der Macht des (zahlungskräftigen) Kunden, diesen auch zu kaufen.</p>
<p>Bei hypnotischen Suggestionen sieht es prinzipiell anders aus: Ihre Ausführung unterliegt nicht völlig der willentlichen Kontrolle. Während es beispielsweise sehr einfach ist, seinen Arm langsam zu heben, ist es keineswegs so einfach, eine Levitation zu erleben, bei der der Arm sich scheinbar wie von alleine hebt. Zwar kann das &#8222;Subjekt&#8220; sich darauf konzentrieren, es &#8222;zulassen&#8220; oder sich die Levitation lebhaft vorstellen: Es kann sie jedoch nicht willentlich in der Art und Weise &#8222;erzeugen&#8220;, wie wenn es seinen Arm willentlich anheben würde. Entsprechend gilt das auch für andere hypnotische Phänomene wie Halluzinationen, Amnesie, Regression usw: Sie alle können durch das Subjekt &#8222;angestrebt&#8220; werden, aber sie können nicht auf die übliche Weise willkürlich initiiert werden. Fassen wir also zusammen:</p>
<p><span style="text-decoration:underline;"><em>Hypnotische Phänomene, die durch hypnotische Suggestionen erzeugt werden, zeichnen sich dadurch aus, daß sie nicht unmittelbar willentlich initiiert werden und nicht völlig der willentlichen Kontrolle unterliegen, anders als andere Handlungen.</em></span></p>
<p>Eine hypnotische Suggestion zeichnet sich demnach also dadurch aus, daß ihre &#8222;Beantwortung&#8220; über die übliche willentliche Entscheidung hinausgeht. Ein Beispiel wäre die schon erwähnte Levitation: &#8222;Ihr Arm wird immer leichter und leichter&#8220;, um eine einfache Ausdrucksform zu wählen. Hier ist bereits die Formulierung passivisch: Nicht soll der Hypnotisierte etwas tun, sondern ihm wird etwas geschehen. Im Gegensatz dazu stehen normale Instruktionen (Aufforderungen/Bitten/Befehle) wie : &#8222;Heben Sie bitte Ihren Arm langsam an.&#8220;</p>
<p>Natürlich ist diese Abgrenzung von Suggestionen und Instruktionen, von hypnotischen Phänomenen und rein willentlichen Handlungen, nur eine ungefähre und es gibt Grenzfälle, doch ist sie deswegen nicht unbrauchbar.</p>
<p>Daß bei der hypnotischen Suggestion die Ausführung nicht der vollen willentlichen Kontrolle untersteht, zeigt sich insbesondere im Erleben des Hypnotisierten: Hypnotische Phänomene zeichnen sich dadurch aus, daß das &#8222;Subjekt&#8220; das Gefühl hat, daß diese zu einem mehr oder weniger ausgeprägten Grade unwillkürlich, automatisch, mühelos oder gar zwanghaft ablaufen. Alternativ, insbesondere im Zusammenhang mit posthypnotischen Aufträgen, kommt es auch vor, daß der Proband bei der Ausführung der hypnotischen Suggestion einfach gar nicht bewußt registriert, was er gerade tut; oder auch, daß er eine Amnesie für die Suggestion entwickelt hat und sie zwar ausführt, aber nicht weiß, warum er das tut (und sein Verhalten eventuell rationalisiert). </p>
<p>Das Gesagte sollte allerdings nicht zu dem Mißverständnis führen, daß hypnotische Suggestionen unabhängig vom Willen des &#8222;Subjekts&#8220; stattfinden. Zwar ist dessen Wille nicht <span style="text-decoration:underline;"><em>hinreichend, </em></span>er ist jedoch durchaus <span style="text-decoration:underline;"><em>notwendig. </em></span>Was an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt werden konnte, aber vielleicht bereits im Artikel über posthypnotische Suggestionen deutlich wurde, ist, daß die Umsetzung hypnotischer Suggestionen auf einem willentlichen Streben, auf Intelligenz, Überlegung, Motivation und Entscheidung beruht. Diese Prozesse können auch unbewußt ablaufen, sind nichtsdestotrotz jedoch die Grundlage für hypnotisches Verhalten, auch wenn dieses auf den ersten Blick als unwillkürlich oder automatenhaft erscheinen mag (und wie gesagt oftmals auch so erlebt wird). Der Hypnotisierte konzentriert sich (bewußt oder unbewußt) auf die Suggestionen, er strebt sie an, er ist &#8222;offen&#8220; für sie, ist &#8222;bereit&#8220;, und er achtet darauf, sie in einer situationsadäquaten Art und Weise umzusetzen, was teilweise ein abstraktes und überlegtes Denken voraussetzt. </p>
<p>Es bedarf für die hypnotische Suggestion also beider Seiten: Zum einen Willen, Intelligenz und Motivation, und in einem zweiten Schritt dazu des Einsatzes kognitiver Fähigkeiten wie Dissoziation, die der rein willentlichen Kontrolle entzogen sind.</p>
<p>Es bestehen demnach also sogar zwei wesentliche Unterschiede zwischen &#8222;hypnotischer Suggestion&#8220; und Manipulation: Im ersten Fall ist der Betroffene engagiert, er handelt willentlich, ob bewußt oder unbewußt, er selbst strebt etwas an; im zweiten Fall ist er eher passiv und läßt etwas mit sich machen. Und zweitens: Bei der Hypnose werden besondere Fähigkeiten vorausgesetzt, die nicht einfach willentlich kontrollierbar sind; bei der Manipulation wird keine besondere Fähigkeit vorausgesetzt.</p>
<p>Leider werden diese beiden Arten von Suggestibilität  &#8211; Manipulierbarkeit vs. hypnotische Suggestibilität &#8211; oftmals verwechselt, manchmal selbst in ansonsten guten Büchern: Da heißt es dann etwa, daß hypnotisch suggestible Menschen eben den Nachteil hätten, daß sie leicht zu beeinflussen seien. Da inzwischen aber jedenfalls in der Hypnoseforschung klar ist, daß hypnotische Suggestibilität und alltägliche Manipulierbarkeit nicht dasselbe sind, wird im Zusammenhang mit Hypnose anstatt von &#8222;Suggestibilität&#8220;oft von &#8222;hypnotischer Empfänglichkeit&#8220; oder auch von &#8222;hypnotischer Fähigkeit&#8220; gesprochen. Und dies sind keine camouflierenden verbalen Kaskaden, sonden berechtigte Ausdrucksweisen: Hypnotische Suggestibilität ist keine Schwäche, keine Vulnerabilität, keine Diathese, keine Willensschwäche, Dummheit oder Schande, sondern im Gegenteil eine <strong>Fähigkeit</strong>, eine Stärke.</p>
<p>Es sollte übrigens noch erwähnt werden, daß keineswegs klar ist, ob die Suggestibilität der Hypnose viel mit der Wirkung von Placebos (und Nocebos) zu tun hat.  Zwar werden auch bei Placebos Prozesse in Gang gesetzt, die außerhalb der vollen willentlichen Kontrolle ablaufen (beispielsweise, wenn Schmerzfreiheit erreicht wird); andererseits sprechen Versuche dagegen, daß es sich um dasselbe Phänomen wie bei Hypnose handelt. Experimente haben nämlich ergeben, daß Geringsuggestible und Hochsuggestible ziemlich gleich auf Placebo-Analgesie reagieren; wenn sie nun hypnotisiert werden, dann ist die Schmerzreduktion bei Hochsuggestiblen jedoch deutlich stärker ausgeprägt als wenn sie Placebos verabreicht bekommen, während die Geringsuggestiblen bei der Hypnose hinsichtlich der Analgesie ungefähr gleich wie beim &#8222;Treatment&#8220; mit den Placebos abschneiden. </p>
<p>Diese Unterscheidung ist auch aus folgendem Grund wichtig: Es gibt Nocebos, die das Gegenteil von Placebos sind; wenn jemand beispielsweise glaubt, daß eine harmlose Zuckerrübe bei ihm Übelkeit verursacht, dann kann diese durchaus auftreten. Draus schließen manche, daß die Reaktion auf hypnotische Suggestionen frei von Intelligenz und Willen sei. Hierzu ist jedoch zu sagen, daß die hypnotische Suggestion wohl nicht mit Placebos oder Nocebos identisch ist, selbst wenn einige Mechanismen gleich sein mögen.</p>
<p>Auch sei noch angemerkt, daß der Zusammenhang zwischen hypnotischer Suggestibilität (also der Fähigkeit, auf hypnosetypische Suggestionen wie Analgesie, automatische Bewegungen usw. zu reagieren) und therapeutischer Suggestibilität (also der Reaktion auf therapeutische Suggestionen) noch relativ unklar ist. Klar ist immerhin, daß es sich um verschiedene Formen von Suggestibilität handelt; wie weit sie jedoch zusammenhängen, ist noch nicht wirklich ausreichend geklärt.</p>
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		<title>Exekutive Kontrolle</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Aug 2011 17:41:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>escatan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dieser Artikel beschäftigt sich mit  dem strukturellen &#8222;Aufbau&#8220;der menschlichen Psyche und insbesondere der Frage, ob während der Hypnose das höchste Kontrollsystem, die sog. &#8222;Exekutive Kontrolle&#8220; weiterhin aktiv ist.    &#8222;Kognitive Kontrollsysteme&#8220; sind jene &#8222;Instanzen&#8220;, die in der menschlichen Psyche für die Bearbeitung von Informationen und Steuerung &#8230; <a href="https://hypnoseinfos.wordpress.com/2011/08/11/exekutive-kontrolle/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hypnoseinfos.wordpress.com&amp;blog=13533809&amp;post=509&amp;subd=hypnoseinfos&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Artikel beschäftigt sich mit  dem strukturellen &#8222;Aufbau&#8220;der menschlichen Psyche und insbesondere der Frage, ob während der Hypnose das höchste Kontrollsystem, die sog. &#8222;Exekutive Kontrolle&#8220; weiterhin aktiv ist.   <span id="more-509"></span></p>
<p>&#8222;Kognitive Kontrollsysteme&#8220; sind jene &#8222;Instanzen&#8220;, die in der menschlichen Psyche für die Bearbeitung von Informationen und Steuerung von Verhalten zuständig sind. Die modernen Vorstellungen der kognitiven Psychologie, wie sie zuerst durch Ernest R. Hilgard und später in ähnlicher Form durch Norman und Shallice beschrieben und dann weiterentwickelt werden, lassen sich einfach dargestellt so zusammenfassen:</p>
<p>- Einerseits gibt es das primäre Kontrollsystem, das sich aus sich wiederum aus verschiedenen einzelnen Kontrollsystemen zusammensetzt. Dieses primäre Kontrollsystem ist für automatische Prozesse verantwortlich. Beispielsweise denkt man beim Laufen üblicherweise nicht darüber nach, wie man ein Bein hochhebt und vor das andere setzt. Auch Sinneseindrücke gelangen zuerst in dieses System, wo sie verarbeitet werden. Die Ressourcen dieses Systems sind nahezu unbegrenzt; es eignet sich jedoch nicht für neue und anspruchsvolle Aufgaben. Diese Prozesse sind unbewußter Natur.</p>
<p>- Daneben bzw. &#8222;darüber&#8220; existiert eine zentrale Kontrollstruktur, ein exekutives Kontrollsystem. Es wird für komplexere Aufgaben gebraucht, wie etwa für Planung, für abstraktes Denken, für das Treffen von Entscheidungen, für das Meistern anspruchsvoller und neuer Aufgaben, für das Verhindern von automatsierten Reaktionen, für das Unterdrücken von Routine-Verhalten, für das Widerstehen gegenüber moralischen Versuchungen usw. Somit gilt insbesondere auch, daß die eigentliche &#8222;geistige Person&#8220; eines Menschen insbesondere in diesem &#8222;exektiven System&#8220; subsitiert. Dieses höhere System führt übrigens nicht direkt Handlungen aus, sondern aktiviert hierzu das primäre Kontrollsystem. Zudem sind seine Kapazitäten begrenzt; seine Aufmerksamkeit kann sich nur auf einige wenige Dinge richten. Dieses exekutive Kontrollsystem arbeitet typischerweise, aber nicht immer, bewußt. Es kann offenbar durchaus auch unbewußt funktionieren.</p>
<p>Es gibt für diese beiden Systeme verschiedene Bezeichnungen, was hier jedoch keine Rolle spielt. Zudem ist das Modell etwas vereinfacht. Es existieren beispielsweise auch Prozesse, die schon relativ &#8222;intelligent&#8220; sind, aber noch nicht zum exekutiven System im strengen Sinne gehören.</p>
<p>Die naheliegende Frage ist nun, wie sich diese Systeme zur Ausführung hypnotischer Suggestionen verhalten. Klar ist, daß die hypnotische Suggestion letztlich dazu führt, daß das untergeordnete primäre Kontrollsystem aktiviert wird und etwas &#8222;tut&#8220;, beispielsweise einen Arm bewegt oder eine Halluzination erzeugt.</p>
<p>Aber welche Rolle spielt das exekutive Kontrollsystem? Wird es benötigt, bevor das primäre Kontrollsystem eine Suggestion letztlich umsetzt, oder nicht? Insbesondere sind folgende Aspekte von Interesse:</p>
<p>- Ist bei einer (tief) hypnotisierten Person das exekutive Kontrollsystem verfügbar bzw. aktiv, so daß es, wenn nötig, etwas &#8222;unternehmen&#8220; kann?</p>
<p>- Bedarf die Ausführung hypnotischer Suggestionen einer Beteiligung exekutiver Kontrolle, oder reicht allein das primäre Kontrollsystem aus?</p>
<p>- Gibt es hypnotische Suggestionen, deren Ausführung keine bzw. besonders wenig exekutive Kontrolle voraussetzt, so wie dies von manchen Hypnose-Theorien postuliert wird?</p>
<p>Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, festzustellen, ob eine Handlung exekutive Kontrolle beinhaltet oder nicht, insbesondere:</p>
<p>1. Die Art und Natur einer Handlung: Wenn beispielsweise eine anspruchsvolle, neue Aufgabe zu erledigt wird, dann wird exekutive Kontrolle benötigt.</p>
<p>2. Normalerweise blockieren sich gegensätzliche Kontrollsysteme, beispielsweise entgegengesetzte Muskeln. Damit sie gleichzeitig aktiviert werden, bedarf es exekutiver Kontrolle.</p>
<p>3. Wenn ein normales Routine-Verhalten oder natürliche starke Assoziationsketten unterdrückt werden, dann kann ebenfalls darauf geschlossen werden, daß das zentrale Kontrollsystem aktiv lenkend beteiligt ist.</p>
<p>4. Multiple-Task-Experimente: Man kann normalerweise auf einer ruhigen und vertrauten Landstraße fahren und dennoch ein anspruchsvolles Gespräch führen, welches Aufmerksamkeit beansprucht. Hingegen ist es schwierig, sich auf ein solches Gespräch zu konzentrieren, wenn man während der Rush-Hour durch eine belebte und unbekannte Innenstadt fährt. Der Grund dafür ist, daß die erste Art des Fahrens wenig und die zweite viel Aufmerksamkeit bzw. exekutive Kontrolle beansprucht. Wenn nun von einer bestimmtem Aufgabe X nicht klar ist, ob sie exekutive Kontrolle involviert, so kann man einen Probanden bitten, synchron eine Aufgabe Y auszuführen, wobei die Aufgabe Y derart beschaffen ist, daß sie auf jeden Fall Aufmerksamkeit bzw. exekutive Kontrolle beansprucht. Wenn X nun auch exekutive Kontrolle bzw. Aufmerksamkeit voraussetzt, dann sollten X und Y stark interferieren, sich also gegenseitig deutlich beeinträchtigen; wenn X hingegen wenig exekutive Kontrolle benötigt, dann sollte die Interferenz schwach ausgeprägt sein. <span style="text-decoration:underline;"><em>Dabei kommt es nicht darauf an, ob die Aufmerksamkeit für eine Aufgabe bewußt oder unbewußt er Natur ist.</em></span></p>
<p>5. Wenn Handlungen einer bestimmten Art prinzipiell die exekutive Kontrolle voraussetzen, dann sollte gelten, daß Handlungen derselben Art, wenn sie komplexer werden, mehr Aufmerksamkeit voraussetzen und daher schwieriger auszuführen sind - und Probanden sie daher schlechter bewältigen. Wenn hingegen keine exekutive Kontrolle im Spiel ist, so gilt das Gesagte nicht.</p>
<p>Mit diesem Rüstzeug im Gepäck wollen wir untersuchen, ob die Ausführung hypnotischer Suggestionen exekutive Kontrolle beinhaltet oder nicht.</p>
<p>Die Antwort ist relativ offensichtlich und lautet in vielen Fällen einfach &#8222;ja&#8220;. Denn Hypnotisierte können auch Aufträge ausführen, die für sie neu sind, oder komplex, oder die abstraktes Denken voraussetzen, und die daher exekutiver Kontrolle bedürfen.</p>
<p>Bei verschiedenen Suggestionen läßt sich das Involviertsein zentraler Kontrolle im einzelnen aufzeigen:</p>
<p>Bei der <a href="http://hypnoseinfos.wordpress.com/2010/09/21/die-posthypnotische-suggestion/">posthypnotischen Suggestion</a> haben wir beispielsweise gesehen, daß die Probanden keineswegs automatisch auf den kritischen Stimulus reagieren (auch wenn es auf den ersten Blick so scheinen mag); vielmehr müssen sie in jedem einzelnen Fall erkennen, daß eine solche Reaktion kontextuell angemessen ist, was teilweise eine ziemliche Interpretationsleistung voraussetzt. Zudem läßt sich zeigen, daß Probanden deutlich besser auf einfache Suggestionen reagieren als auf solche, die aus einer Abfolge mehrerer einfacher Aufgaben bestehen und daher &#8222;komplex&#8220; sind. Es gilt also, daß die Befolgung posthypnotischer Suggestionen im Allgemeinen exekutive Kontrolle voraussetzt.</p>
<p>Hypnotisanden kann suggeriert werden, daß sie auf einer völlig unbewußten Ebene bestimmte Aufgaben ausführen, daß sie beispielsweise unbewußt Zahlenreihen bilden. Experimente nach dem Multiple-Task-Paradigma (siehe Punkt 4 oben) haben nun gezeigt, daß solche unbewußte Tätigkeiten mit bewußten Aufgaben, die Aufmerksamkeit erfordern, deutlich interferieren. Diese Interferenz ist stärker, als wenn beide Aufgaben bewußt ausgeführt werden, was vielleicht daran liegt, daß die Dissozation einer Tätigkeit ins Unbewußte zusätzliche Ressourcen der Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. Demnach gilt also: Auch unbewußte Handlungen, die Intelligenz und Konzentration erfordern, beanspruchen Aufmerksamkeit und bedürfen exekutiver Kontrolle.</p>
<p>Eine insbesondere aus der Shwohypnose bekannte Amnesie-Suggestion besteht darin, daß das &#8222;Subjekt&#8220; eine bestimmte Zahl vergessen oder durch ein anderes Wort ersetzen soll. Es zählt dann etwa &#8222;1-2-3-5-6&#8230;&#8220; oder auch &#8222;1-2-3-Kuckuck-5-6&#8230;&#8220; Da die korrekte Bildung der Zahlenreihe nun jedoch eine starke Gewohnheit ist, ein automatisiertes Muster, setzen sein Durchbrechen und seine Anwandlung exekutive Kontrolle voraus.</p>
<p>Bei der Suggestion einer Rigidität beispielsweise des Armes versucht der Betreffende, seinen Arm tatsächlich zu beugen, kann es aber nicht. Oftmals liegt das daran, daß er Armbeuge- und Armstreckmuskeln synchron anspannt, so daß die Bewegung blockiert wird. Eine solche Aktivierung von Protagonisten und Antagonisten bedeutet ein Aktivieren entgegengesetzter Kontrollsysteme und setzt exekutive Kontrolle voraus.</p>
<p>Auch im Bereich von Suggestionen, die die Wahrnehmung betreffen, scheint exekutive Kontrolle jedenfalls in manchen Fällen involviert zu sein: Bei einem Experiment zur hypnotischen Blindheit wurden einem Subjekt Aufnehmen von Gesichtern vorgelegt, deren Ausdruck es erraten sollte. Interessanterweise schnitt es dabei deutlich <span style="text-decoration:underline;"><em>unterhalb</em></span> dessen ab, was nach dem Zufallsprinzip zu erwarten wäre. Das Subjekt hat offenbar auf unbewußter Ebene die Gesichter wahrgenommen und dann jedoch nicht etwa korrekt geantwortet, sondern gezielt (wenn auch unbewußt) &#8220;gegengesteuert&#8220;. Normalerweise würde man den richtigen Gesichtsausdruck mehr oder weniger &#8222;automatisch&#8220; nennen. Wenn das betreffende Subjekt absichtlich nun &#8222;dagegenhält&#8220; und überdurchschnittlich oft einen falschen Gesichtsausdruck &#8222;errät&#8220;, dann ist offensichtlich exekutive Kontrolle involviert.</p>
<p>Das letzte Beispiel ist ein Fall von &#8222;Trancelogik&#8220;, einem Verhalten, bei dem ein Hypnotisierter ein &#8222;implizites&#8220; Wissen von etwas besitzt, was ihm bewußt nicht zugänglich ist.</p>
<p>Eng verwandt mit diesem Phänomen ist der von Hilgard entdeckte &#8222;Verborgene Beobachter&#8220;, im Englischen als &#8222;Hidden Observer&#8220; (H.O.) bezeichnet. Der H.O. ist eine Metapher für die Fähigkeit des Hypnotisierten, angesichts von Amnesie und hypnotischen Täuschungen unbewußtes Wissen und unbewußte Wahrnehmungen auf eine explizit abrufbare Weise zu prozessieren.</p>
<p>Beispielsweise kann eine Person mit hypnotischer Taubheit weiterhin auf Suggestionen reagieren und etwa Fragen beantworten, obwohl sie auf bewußter Ebene nichts hört. Oder ein Proband erlebt eine negative visuelle Halluzination, kann aber dennoch auf Suggestion hin das negativ halluzinierte Objekt beschreiben.</p>
<p>Dieser H.O. benötigt offensichtlich exekutive Kontrolle, was auch aus weiteren Versuchen klar wird. Nur ein Beispiel: Zwei Gruppen von Hypnotisanden wurde eine Liste von Wörtern gegeben mit der Anweisung, sie auswendig zu lernen. Alsdann wurde Amnesie für diese Leiste suggeriert. Im nächsten Schritt wurde der einen Gruppe suggeriert, daß sie einen H.O. habe, der sich aber nur die konkreten Wörter habe merken können; der anderen Gruppe wurde dasselbe mitgeteilt, mit dem Unterschied jedoch, daß ihr H.O. nur die abstrakten Wörter kenne.</p>
<p>Die Probanden reagierten dementsprechend: Ihr H.O. kannte entweder die abstarkten oder die konkreten Wörter der Liste. Die Versuchsteilnehmer haben hier ganz offensichtlich auf unterbewußter Ebene alle Wörter präsent gehabt und ebenfalls unterbewußt darüber nachgedacht, welche nun abstrakt und welche konkret sind, um je nachdem jeweils die einen oder anderem dem Bewußtsein zugänglich zu machen. Eine solche Denkleistung setzt ihrerseits abstraktes Denken voraus und bedarf exekutiver Kontrolle.</p>
<p>Gleichzeitig existieren jedoch auch einige gute Indizien dafür, daß manche hypnotiche Phänomene keine oder nur geringe exekutive Kontrolle voraussetzen. So war das Ergebnis von Multiple-Task-Experimenten, daß hypnotische Analgesie (anders als ein nicht-hypnotisches  Verfahren zur Schmerzreduktion) nicht mit Tätigkeiten interferiert, die Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen; dies spricht dafür, daß die hypnotische Analgesie das exekutive Kontrollsystem nicht oder nur geringfügig in Anspruch nimmt. Es scheint also so zu sein, daß manche hypnotische Suggestionen relativ automatisch und ohne viel exekutive Kontrolle zustande gebracht werden können, und zwar solche, die keiner besonderen Intelligenz bedürfen.</p>
<p>Zusammenfassend ergibt sich das folgende Bild:</p>
<p>1. Während der Hypnose ist das exekutive Kontrollsystem weiterhin &#8222;da&#8220; und aktionsfähig. Es scheint dabei durchaus so zu sein, daß die exekutike Kontrollinstanz teilweise passiv bleiben und sich &#8222;zurücknehmen&#8220; kann, wenn dies erforderlich ist. Andererseits scheint es jederzeit bereit zu seint, aktiv zu werden, wenn die Situation dies erfordert bzw. die Bewältigung einer Aufgabe dies vonnöten macht. Die Ausführung von Suggestionen untersteht prinzipiell der Überwachung und Korrektur der exekutiven Instanz, selbst wenn diese Instanz nicht immer aktiv engagiert ist.</p>
<p>2. Sehr viele hypnotische Suggestionen setzen bei ihrer Ausführung zudem auch die aktive Beteiligung der exekutiven Kontrolle voraus.</p>
<p>3. Diese exekutive Kontrollinstanz kann bewußt oder auch völlig &#8222;unterbewußt&#8220; agieren.</p>
<p>4. Zur Umsetzung einiger Suggestionen bedarf es jedoch keines oder nur eines geringen Engagements der exekutiven Kontrolle.</p>
<p>Aus dem Gesagten ergibt sich insbesondere auch, daß der Hypnotisierte ein normaler, &#8222;vollwertiger&#8220; Mensch mit all seinen Fähigkeiten ist, einschließlich seiner Intelligenz, seines Denkvermögens, seines Willens und seiner moralischen Fähigkeiten, was im Übrigen auch das Ergebnis zahlreicher Experimente ist; und das Gesagte gilt auch vollumfänglich für sog. &#8222;tief Hypnotisierte&#8220;.</p>
<p>Im Besonderen sollte auch beachtet werden, daß die Realisierung hypnotischer Suggestionen grundsätzlich dieselben Systeme inanspruch nimmt wie sie auch bei normalen handlungen gebraucht werden: Nämlich das exekutive und das primäre Kontrollsystem. Dies gilt auch dann, wenn die Umsetzung hypnotischer Suggestionen &#8222;anders&#8220; erlebt wird und teilweise sogar völlig &#8222;unbewußt&#8220; geschehen kann. Es ist nicht eine Quasi-Person namens &#8222;das Unterbewußtsein&#8220;, das Suggestionen verwirklicht, sondern der jeweilige besondere Mensch; und er benutzt hierzu prinzipiell dieselben Systeme und Ressourcen wie ansonsten auch, wenn auch auf besondere Weise.</p>
<p><strong><em>Literatur</em></strong></p>
<p>Hierzu sei insbesondere zur Einführung in das Modell der kognitiven Kontrollsysteme empfohlen:</p>
<p><a href="http://www.hypnosisandsuggestion.org/executive-control.html">http://www.hypnosisandsuggestion.org/executive-control.html</a></p>
<p>Insbesondere, was die Verwertung des Modells für die Hypnoseforschung angeht, sei auf eine Übersicht auf</p>
<p><a href="http://www.hypnosisandsuggestion.org/scientific-theories-of-hypnosis.html">http://www.hypnosisandsuggestion.org/scientific-theories-of-hypnosis.html</a></p>
<p>Anspruchsvollere Texte, die genauere Erläuterungen des Modells bzw. Beispiele der Anwendung geben, findet man hier:</p>
<p><a href="http://www.hypnosisunituk.com/assets/files/Oakley1999a.pdf">http://www.hypnosisunituk.com/assets/files/Oakley1999a.pdf</a></p>
<p>Und hier &#8211; ein Text, dem ich auch einige Beispiele verdanke:</p>
<p><a href="citeseerx.ist.psu.edu/viewdoc/download?doi=10.1.1.139.2891..." target="_blank">citeseerx.ist.psu.edu/viewdoc/download?doi=10.1.1.139.2891&#8230;</a></p>
<p>Eine weitere sehr interessante Quelle, die jedoch leider nicht online zu finden ist:</p>
<p>Brown RJ &amp; Oakley DA (2004): An Integrative Cognitive Theory of Hypnosis and high Hypnotizability. In: Heap M, Brown RJ &amp; Oakley DA (Eds.): The Highly Hypnotizable Person, London: Routledge.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/hypnoseinfos.wordpress.com/509/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/hypnoseinfos.wordpress.com/509/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/hypnoseinfos.wordpress.com/509/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/hypnoseinfos.wordpress.com/509/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/hypnoseinfos.wordpress.com/509/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/hypnoseinfos.wordpress.com/509/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/hypnoseinfos.wordpress.com/509/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/hypnoseinfos.wordpress.com/509/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/hypnoseinfos.wordpress.com/509/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/hypnoseinfos.wordpress.com/509/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/hypnoseinfos.wordpress.com/509/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/hypnoseinfos.wordpress.com/509/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/hypnoseinfos.wordpress.com/509/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/hypnoseinfos.wordpress.com/509/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hypnoseinfos.wordpress.com&amp;blog=13533809&amp;post=509&amp;subd=hypnoseinfos&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Suggestionen wie formulieren?</title>
		<link>https://hypnoseinfos.wordpress.com/2011/08/02/suggestionen-wie-formulieren/</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Aug 2011 20:09:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>escatan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sehr häufig wird vor allem von Anfängern die Frage gestellt, wie Suggestionen eigentlich richtig zu formulieren sind, bzw. wie überhaupt mit den Probanden/Klienten umzugehen ist. Erlauben Sie mir eine persönliche Einleitung: Als ich mit der Hypnose anfing und dabei zahlreiche &#8230; <a href="https://hypnoseinfos.wordpress.com/2011/08/02/suggestionen-wie-formulieren/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=hypnoseinfos.wordpress.com&amp;blog=13533809&amp;post=501&amp;subd=hypnoseinfos&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr häufig wird vor allem von Anfängern die Frage gestellt, wie Suggestionen eigentlich richtig zu formulieren sind, bzw. wie überhaupt mit den Probanden/Klienten umzugehen ist. <span id="more-501"></span></p>
<p>Erlauben Sie mir eine persönliche Einleitung: Als ich mit der Hypnose anfing und dabei zahlreiche Bücher und Texte im Internet las oder wenigstens überflog, war ich relativ orientierungslos. Keineswegs waren alle Aussagen deckungsgleich, manche widersprachen sich. Zudem wurde oft das nachfolgende Bild vermittelt: Die Suggestionen werden von einem &#8222;Unterbewußtsein&#8220; ausgeführt, das gewissermaßen eine &#8222;Welt für sich&#8220; ist und für die ganz andere Regeln gelten als für das normale Bewußtsein. In Übereinstimmung mit großen Teilen der &#8222;einfacheren&#8220; Literatur stellte ich mir also den menschlichen Geist aus zwei grundverschiedenen und ziemlich unabhängig von einander arbeitenden Systemen bestehnd vor: Bewußtsein und Unterbewußtsein.</p>
<p>Und daher, so wurde suggeriert, gelten für die Kommunikation bei der Hypnose auch ganz andere Regeln als für das normale Gespräch: Denn bei der normalen Unterhaltung möchte man (auch) das rational denkende Bewußtsein ansprechen, während bei der Hypnose sich die Suggestion allein auf &#8222;das Unterbewußtsein&#8220;, abgekürzt &#8222;UB&#8220;, zu richten habe. Und dieses UB zeichne sich dadurch aus, daß es alles wortwörtlich verstehe; so ist dies oft zu lesen und hören ist. Und darüber hinaus, so sagte man,  brauche das UB simple und bildhafte Formulierungen: Bilder seien die Sprache des Unterbewußtseins. Hierbei hatte ich allerdings auch irgendwie ein seltsames Gefühl, denn eigentlich kann man Hypnotisanden ja auch völlig normale, unbildhafte Suggestionen geben, und sie reagieren doch. Alles war für mich schwer zu entwirren. Dann hieß es noch, daß das UB leider auch keine Zukunftsformen verstehe wie &#8222;Du wirst dies und das tun&#8220;, sondern nur in der Gegenwart denke, weshalb man auch alles im Präsens zu formulieren habe. Auch hier bekam ich Zweifel, denn auch diese Behauptung stimmt offenbar nicht mit der Erfahrung überin.</p>
<p>Zumindest bei der Aussage, daß der Hypnotisierte keine Negationen verstehe, war ich mir aber sehr früh sicher, daß sie falsch sein müßte, wie dies auch von einigen zurecht unterstrichen wird.</p>
<p>Aber alles in allem war ich etwas verwirrt, und die Dinge wollten sich für mich nicht zu einem einheitlichen Bild ordnen. Das ging auch nicht, denn die festen, im Brustton der Überzeugung aufgestellten Aussagen vieler Hypnotiseure widersprechen sich.</p>
<p>Mein zentrales Problem war dabei die Überzeugung, daß Suggestionen grundlegend anders verstanden und verarbeitet werden als normale Bitten oder Instruktionen, da sie ja von diesem seltsamem UB verwurstet werden, das scheinbar wie ein eigenes Lebewesen autonom und nach unbekannten Regeln arbeitet. Zusätzlich wird oft auch angenommen, daß der Hypnotisierte - zumal der &#8222;tief Hypnotisierte&#8220; - kaum noch zu intelligentem, eigenständigem oder abstraktem Denken in der Lage sei; dies trägt natürlich auch zur Überzeugung bei, daß der Hypnotisierte nicht richtig denken lkann und nach anderen Regeln als der Normalmensch funktioniert, und man also auch womöglich ganz speziell mit ihm verfahren muß.</p>
<p>Übrigens scheinen solche Problem nicht nur die meinen gewesen zu sein: Oft hört oder liest man Fragen wie die, wie denn genau dies oder jenes formuliert sein solle, wie das UB dieses oder jenes verstehe oder umsetze. Dein UB und sein Treiben &#8211; das unbekannte Wesen!</p>
<p>Der &#8222;Durchbruch&#8220; kam für mich, als ich irgendwann gegriff, daß das gesamte populäre Verständnis davon, wie Bewußtsein und Unterbewußtsein sich zueinander verhalten und wie Suggestionen verarbeitet werden, schlichtweg falsch war.</p>
<p>Wenn ein Hypnotisierter eine Suggestion umsetzt, dann tut <em>er selbst</em> das als ganzer Mensch, nicht irgendein besonderer Teil von ihm. Er handelt teilweise bewußt, teilweise unbewußt, aber es ist ein und derselbe Mensch. Natürlich initiiert der Proband hypnotische Phänomene nicht auf dieselbe bewußte Art und Weise, wie wenn er eine normale Handlung ausführt: Wer eine Levitation erlebt, der hebt seine Hand nicht in der Weise an, wie jemand, der eben einfach seine Hand anhebt. Dies ändert jedoch nichts daran, daß das bewußte oder unbewußte Denken und der bewußte oder unbewußte Wille Ursprung der Levitation wie auch des normalen Handanhebens sind.</p>
<p>Zudem bleibt das &#8222;Subjekt&#8220; währned der Hypnose ein normaler Mensch &#8211; mit seiner vollen Intelligenz und allen anderen Fähigkeiten.</p>
<p>Es verhält sich offenbar folgendermaßen, wie zahlreiche Ergebnisse der Hypnoseforschung zeigen: Der Hypnotiserte nimmt die Suggestion auf und bedenkt sie genau so wie eine andere Instruktion; er tut das genau so intelligent und situationsadäquat wie bei einer normalen Bitte; und seine Motivation und Entscheidung ist auch genau so gefordert wie im Fall der normalen Bitte.  Diese Vorgänge wie Nachdenken, Motivation und Entscheidung können teilweise oder sogar allesamt auf einer &#8222;unterbewußten&#8220; Ebene stattfinden, was jedoch nichts zur Sache tut.</p>
<p>Wenn Hypnotisierte manchmal anders reagieren als &#8222;Wache&#8220;, was sie übrigens viel weniger tun, als man allgemein annimmt, dann liegt das oft einfach daran, daß bestimmte &#8222;Metasuggestionen&#8220; für isie virulent sind, daß sie einer bestimmten &#8222;Rolle&#8220; unterstehen, wie im Artikel &#8222;<a href="https://hypnoseinfos.wordpress.com/2010/10/12/hypnotische-rolle-setting-und-demand-characteristics/" target="_blank">Hypnotische Rolle[....]</a>&#8220; beschrieben. Ein besonderes oder unerwartetes Verhalten hat seinen Grund nicht darin, daß das &#8222;hypnotische Subjekt&#8220; kein normaler Mensch mehr wäre, der nicht vernünftig denken könnte.</p>
<p>Dafür, daß der Hypnotisierte Suggestionen auf eine kontextangemessene, intelligente und motivierte Weise ausführt und dagegen, daß sie einfach automatenhaft durch ein alogischen und seltsames &#8222;UB&#8220; umgesetzt werden, spricht eine sehr große Evidenz. Des Platzes wegen möchte ich hier aber nur ein Beispiel anführen, das Sie vielleicht schon aus dem Artikel über die <a href="https://hypnoseinfos.wordpress.com/2010/09/21/die-posthypnotische-suggestion/" target="_blank">posthypnotische Suggeston </a> kennen.</p>
<p>Bei einem Versuch von <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20799119" target="_blank">Tobis und Kihlstrom</a> wurde &#8222;tief hypnotisierten Subjekt&#8220; entsprechen, während der Hypnose suggeriert, daß sie bei einem Test am Computer stets beim Aufblinken einer betimmten Zahl eine Taste drücken sollten. Anschließensd wurde Amnesie suggeriert, die auch von allen Teilnehmern erlebt wurde. Als nächstes gab man den Probanden die normale, nicht-hypnotische Wachinstruktion, daß sie bei einer anderen Zahl die Taste drücken mögen. Die Ergebnisse waren interessant: Nur die Hälfte der &#8222;Subjekte&#8220; folgte der posthypnotischen Suggestion; die andere Hälfte jedoch hielt sich an die Wachinstruktion. Mehr noch:</p>
<p>Obwohl auf bewußter Ebene Amnesie für die PHS herrschte, zeigte sich eine Verunsicherung der Probanden, die offenbar von der Widersprüchlichkeit der empfangenen Anweisungen herrührte. Fast alle Probanden gaben im postexperimentellen Interview zu einem Zeitpunkt, da die Amnesie noch nicht aufgehoben war, an, daß sie sich nicht sicher waren, ob sie den Test korrekt durchführten.<br />
Und:<br />
<em>„Viele Subjekte zeigten non-verbale Anzeichen von allgemeiner Unruhe ["agitation"] während des Tests, einschließlich des Verschiebens des Stuhles, Seufzen und entsprechende Gesichtsausdrücke.“</em></p>
<p>Die Subjekte reagierten bei diesem Versuch offensichtlich keineswegs automatisch oder gar zwanghaft auf eine PHS, wie die Tatsache zeigt, daß viele von ihnen die Befolgung der Wach-Instruktion vorzogen. Das Experiment zeigt, wie die Subjekte offenbar zu erkennen versuchten, was denn nun eigentlich von ihnen verlangt wurde, um dementsprechend zu reagieren. Da sie sich jedoch nicht sicher waren, zeigten sie Anzeichen von Unruhe und gaben zu Protokoll, daß sie im Zweifel, was denn nun wirklich von ihnen verlangt war. Aufgrund der Amnesie kann geschlossen werden, daß intelligente und zielgerichtete Überlegungen dieser Art auf unterbewußtem Level stattgefunden haben müssen, „dissoziiert“ vom expliziten bewußten Gewahrsein; nichtsdestotrotz <em>haben</em> sie offensichtlich stattgefunden und das Handeln der Probanden beeinflußt, und zwar in einer Weise, wie auch Reflexionen auf bewußter Ebene dies geleistet hätten.</p>
<p>Dieses Beispiel zeigt wie viele anderen, daß auch (tief) Hypnotisierte erstaunlich &#8222;normal&#8220; auf Suggestionen reagieren: Sie versuchen sie auf intelligente Weise zu verstehen und so umzusetzen wie sie glauben, daß dies von ihnen verlangt wird, oder wie es ihrer Meinung nach für einen Hypnotisierten adäquat ist. Und dabei sind sie nicht &#8222;dümmer&#8220; als &#8222;Wache&#8220;.</p>
<p>Was folgt hieraus? Grundsätzlich erst einmal dies: Man kann ganz normal mit Hypnotisierten sprechen. Und man kann davon ausgehen, daß sie Suggestionen auch &#8222;normal&#8220; verstehen.</p>
<p>Nun ist es aber natürlich generell so, daß manche Formulierungen besser geeignet sind, mögliche Skepsis zu umgehen und Akzeptanz zu kreieren als andere. Dies wird insbesondere auch im klinischen Kontext relevant, wo man vielleicht jemandem helfen möchte, eine Aussage anzunehmen, die für den Patienten &#8220;zu schön um wahr zu sein&#8220; ist. Aus diesen Gründen existieren beispielsweise im Gefolge Ericksons zahlreiche Techniken und Sprachmuster, die den Erfolg von Suggestionen und anderen Interventionen maximieren sollen. Hierzu ist allerdings zu sagen, daß eine Anwendung solcher Techniken, wenn sie<em> zu offensichtlich</em> ist, offenbar wenig nutzt (womit ich nicht die Wirksamkeit bei adäquatem Einsatz infrage stellen will).</p>
<p>Fassen wir also zusammen: <em>Der Hypnotisierte kann Suggestionen normal verstehen, weshalb man sie auch einfach ganz normal formulieren kann. </em></p>
<p>Betrachten wir nun zwei Felder, die wir teilweise schon oben erwähnt hatten. Das Wörtlichnehmen und die Bildhaftigkeit der Sprache.</p>
<p>a) Das Wörtlichnehmen</p>
<p>Zum Wörtlichnehmen <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2307761" target="_blank">wurden Experimente mit &#8222;sehr tief&#8220; Hypnotisierten gemacht</a>. Sie deuten darauf hin, daß in der Tat ein Teil der Probanden Aussagen wörtlich nimmt (30%). Gleichzeitig zeigte sich aber, daß auch ganz normale &#8220;wache&#8220;  Bibliotheksbesucher oftmals mit einem wörtlichen Verständnis reagieren (20%). Zusammen mit der Erkenntnis, daß <a href="http://hypnoseinfos.wordpress.com/2011/06/27/simulante/" target="_blank">Simulanten</a> häufiger wörtlich reagierten (60%), ergibt sich, daß offenbar das Wörtlichnehmen nur ein Effekt der &#8222;hypnotischen Rolle&#8220; ist, und zudem weit weniger ausgeprägt als oftmals angenommen. (Dabei ist es dann auch keineswegs so, daß Hypnotisierte schlichtweg alles wörtlich nehmen.)  Zu dem Thema hatte ich einen interessanten Austausch mit einem sehr erfahrenen therapeutischen Hypnotiseur, der die Meinung vertritt, daß die Interpretationsfähigkeit/bereitschaft während der Hypnose nicht nur <em>nicht</em> sinkt und auf ein wortwörtliches Verständnis reduziert wird, sondern im Gegenteil sogar <em>zunimmt</em>; wenn Klienten im therapeutischen Kontext eine Kommunikation wörtlich nehmen, dann nach seiner Auffassung deswegen, weil sie das in diesem besonderen Fall aufgrund ihrer freien Interpretation so <em>möchten, </em>weil ihnen das etwa dienlich erscheint.  Ich möchte diesen Gedanken einfach mal so stehen lassen. Auf alle Fälle gilt, daß Hypnotisierte Suggestionen auf sehr verschiedene, manchmal sehr individuelle und fantasiereiche oder auch unerwartete Weise umsetzen. Die Vorstellung eines langweilig-monotonen Automaten ist ein Zerrbild.</p>
<p>b) Bildhaftigkeit der Sprache</p>
<p>Dazu gibt es wenig Untersuchungen. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9889488" target="_blank">Bei einem Experiment von Comey und Kirsch wurde jedoch eine Hypnoseskala verändert</a>, und zwar so, daß Anleitungen, sich etwas vorzustellen (z.B. wie die Hand bei der Levitation nach oben gedrückt wird) gestrichen und der freiwerdende Platz durch Wiederholung der direkten Suggestionen ersetzt wurden. Bemerkenswerterweise erreichten die so behandelten Probanden höhere Scores auf der Skale als die Mitglieder der Kontrollgruppe, bei der Instruktionen, sich etwas vorzustellen, beibehalten wurden. Es ist nicht ganz klar, wie dieses Resultat zu interpretieren ist, und man sollte nicht voreilig zu allgemeine Schlüsse ziehen; es läßt jedoch Zweifel daran aufkommen, daß generell bildhafte Suggestionen besser sein müssen als solche ohne Bilder.</p>
<p>Man bedenke, daß viele Behauptungen in der Hypnose aufgestellt wurden, weil andere sie ausgesprochen haben, weil sie einem plausibel erscheinen, weil sie als &#8222;allgemeiner Konsensus&#8220; in der relevanten Referenzgruppe erscheinen, oder schlichtweg, weil sie gut zu einer (womöglich falschen) Theorie passen.</p>
<p>Trotz des oben erwähnten Versuchs <a href="http://www.amazon.de/Hartlands-Medical-Dental-Hypnosis-Michael/dp/product-description/0443072175" target="_blank">vertreten übrigens Heap und Aravind </a>die Auffassung, daß die Erfahrung dafür spricht, daß in einem <em>klinischen Setting</em> Bilder sinnvoll sind; auch dies möchte ich einfach so stehen lassen.</p>
<p>Im Zusammenhang mit den klinischen Suggestionen sollten wir noch eines bedenken: Während bei der Suggestion typischer hypnotischer Phänomene der Hypnotisand etwas <em>&#8222;tut&#8220;,</em> wenn teils auch auf unbewußter Ebene, zielen klinische Suggestionen auf Veränderungen von Mustern, Gefühlen, Konditionierungen, das Zugänglichmachen von Ressourcen usw. ab. Hier &#8222;tut&#8220; der Klient nicht etwas, so wie wenn er bei einer Levitation &#8222;unbewußt&#8220; die Hand hebt, sondern hier <em>geschieht</em> doch eher etwas mit ihm, auch wenn er begrenzten Einfluß auf die entsprechenden Prozesse nehmen kann. Und hier scheint es mir, daß tatsächlich auch eher ein &#8222;tieferer&#8220; Teil des Unterbewußtseins angesprochen wird, der vielleicht besser für Imagination und Emotion und Wiederholung als für abstrakte Formulierung zugänglich ist. (Ich verweise zum Beispiel auf Heap und Aravind, die hierzu mit Tips konkreter werden; <a href="http://www.acumedic.com/books/bk3261.pdf" target="_blank">ein Kapitel</a> gibt es auch online, jedoch beschäftigt es sich nur mit dem klassischen Zugang.)</p>
<p>Und im Zusammenhang mit therapeutischen Suggestionen, vor allem wenn sie oft gehört werden und man nicht weiter über sie nachdenkt, hat sicher auch das Prinzip, mit Negationen vorsichtig zu sein, eine gewisse Berechtigung, jedenfalls wenn es um negative Ausdrücke geht: Von einer &#8222;entsetzlichen Angst, die der Proband nur zu gut kennt und die er geradezu körperlich spürt&#8220;, sollte man vermutlich auch in negierter Form nicht auf einer Hypnose-CD sprechen. Denn so oder so werden negative Assoziationen geweckt.</p>
<p><span style="text-decoration:underline;"><strong>Resümee</strong></span></p>
<p>Das Gesagte zusammenfassend und erweiternd kann m.E. vor allem dies gesagt werden: Der Hypnotisierte versteht Suggestionen mit seinem normalen menschlichen Geist und setzt sie mit ihm auch um, nach denselben Prinzipien wie auch im Wachzustand, und auf eine gleichermaßen intelligente Weise. Es gelten daher auch für die Formulierung von Suggestionen grundsätzlich dieselben Regeln und keine Sondervorschriften. Dies gilt insesondere für die experimentelle Hypnse.</p>
<p>Für den Bereich der klinischen Hypnose und therapeutische Suggestionen sieht es allerdings wieder etwas anders aus, s.o.</p>
<p>Generell sollte natürlich gelten, daß der Hypnotiseur sich <em><strong>hinreichend klar</strong></em> ausdrückt, gerne auch durch Redundanz (ähnliche Aussagen in verschiedenen Formen), daß er die notwendige Zeit zum Umsetzen läßt, und, insbesondere bei der therapeutischen Hypnose, daß er sich eventuell dem Klienten/Patienten sprachlich anpaßt.</p>
<p>Wenn jemand mit Autosuggestionen arbeitet, oder mit einer Selbsthypnose-CD, dann sind die besten Formulierungen sicher die, von denen er den Eindruck hat, daß sie passen: Daß sie ihn ermutigen, ihm eingängig und für ihn glaubwürdig sind, daß sie sein Gefühl ansprechen usw.  Dabei können sich Inhalte sicher auch im Lauf der Zeit verändern.</p>
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