Die vielen Gestalten hypnotischen Verhaltens
Hypnose hat viele Erscheinungsformen. Das Erleben des Subjekts hängt in hohem Maße davon ab, was es primär selbst über Hypnose glaubt, und auch davon, was der Hypnotiseur offen oder subtil an Erwartungen vermittelt.
Dies läßt sich an diversen Beispielen verdeutlichen, von denen hier nur einige wenige genannt werden sollen:
- Es wird allgemein gesagt, daß der sog. “Animalische Magnetismus” oder “Mesmerismus” der Vorläufer der modernen Hypnose war. Das ist sicher richtig. Die “Mesmerisierten” verhielten sich jedoch völlig anders als moderne hypnotische Subjekte. Sie hatten intensiver Krampfanfälle, sog. “Krisen”, zuckten und erbrachen. Die Patienten verhielten sich entsprechend den vorstellungen der “Magnetiseure”.
- Die Etablierung der Hypnose als wissenschaftlich anerkanntes Phänomen verdankt sich insbesondere auch der Autorität des großen Neurologen und Psychiaters Jean-Martin Charcot. Doch seine Auffassungen von Hypnose waren weitgehend falsch und das Verhalten der “hypnotisierten” Patienten teilweise äußerst seltsam. Auch hier entsprach das Verhalten der Hypnotisierten den vorgegebenen Erwartungen der Hypnotiseure.
- In der Anfangszeit der Hypnose wurde oft der sog. “Rapport” als Zeichen eines tiefen Stadiums der Hypnose angesehen. (Gemeint ist der Exklusivrapport, bei dem das Subjekt nur noch den Hypnotiseur wahrnimmt.) Aber schon Braid hat offenbar gemerkt, daß dieses Phänomen kaum ohne direkte oder indirekte Suggestion auftritt, was später etwa durch Clark Hulls Forschungen bestätigt wurde.
-Spontane posthypnotische Amnesie scheint wesentlich von der Erwartung der Probanden abzuhängen. Nach einer Studie von Young und Cooper erlebten sie 75% derjenigen, die sie erwarten; von denen, die sie nicht erwarten, hatte jedoch niemand eine Amnesie. (Diese Befunde gelten nicht unbedingt für den klinischen und Showhypnose-Kontext, wo andere Variablen mit einfließen als bei der experimentellen Hypnose.)
- Das Empfinden der Hypnose als etwas Unwillkürliches und außerhalb der eigenen Kontrolle stehendes scheint wesentlich kulturell mitbedingt zu sein. Bei einer Untersuchung zeigte sich, daß Malaysier, die das westliche Konzept der Hypnose nicht kannten, zwar gleich hohe Werte auf einer Suggetibilitätsskala hatten wie diejenigen ihrer Landsleute, die seit längerer Zeit in den USA lebten. Sie empfanden ihre Reaktionen jedoch als weniger “unwillkürlich”, erlebten also offenbar ein stärkeres Gefühl subjektiver Kontrolle.
- Als der Hypnoseforscher Martin Orne seine Versuchspersonen darüber “aufklärte”, daß Hypnotisierte während der Hypnose eine spontane Katalepsie der nicht-dominanten Hand erlebten, war das Resultat, daß die meisten Probanden tatsächlich eine kataleptische Hand bekamen.
- Einer Gruppe von Probanden wurde nach Amnesie-Suggestion gesagt, daß eine “tiefere Hypnose” zu mehr Erinnerung führt; die andere Gruppe wurde informiert, daß die Amnesie im Gegenteil mit der Vertiefung noch stärker wird. Als die Hypnose dann vertieft wurde, konnten die meisten Probanden aus Gruppe 1 die Amnesie brechen, aber nur eine Minderheit aus Gruppe 2.
- Die Fähigkeit, hypnotischen Suggestionen “widerstehen” zu können, scheint ebenfalls von den Überzeugungen und der Motivation der Subjekte abzuhängen. Wenn Probanden nicht in eine Richtung beeinflußt werden, widersteht ein Teil den Suggestionen, wenn ihm das aufgetragen wird, ein anderer Teil aber nicht. Wenn guten hypnotischen Subjekten, hingegen vermittelt, daß Hilflosigkeit eine essentielle Eigenschaft der Hypnose ist, dann können sie mit hoher Wahrscheinlichkeit Suggestionen auch nicht widerstehen. Wird Versuchsteilnehmern jedoch gesagt, daß hypnotische Subjekte dies können, dann können die so informierten Probanden es auch. (Wir haben allerdings sehr guten Grund zur Annahme, daß Hypnotisierte, selbst wenn sie die Umsetzung einer Suggestion auf bewußter Ebene nicht verhindern können, doch auf einer unterbewußten und übergeordneten Ebene die Kontrolle behalten; und daß sie sich scheinbar hilflos verhalten, weil sie letztlich motiviert sind, kooperative Versuchsteilnehmer zu sein.)
- Milton H. Erickson, vielleicht der bedeutendste Hypnotiseur der Geschichte, war überzeugt, daß Wörtlichnehmen, Katalepsie und Amnesie zu den Eigenschaften tiefer Hypnose gehöre. Tatsächlich muß er – wie andere auch – seinen Subjekten unterschwellig Entsprechendes vermittelt haben, denn seine Sichtweise war in diesem Punkt unzutreffend.
Im Folgenden möchte ich einige Schlagwörter nennen und einige Formen von von nicht-hypnotischen Einflüssen näher beschreiben, die hypnotisches Verhalten entscheidend beeinflussen können. Es sollte dem Leser dabei nicht darum gehen, die verschiedenen nachfolgenden Konzepte, die sich ohnehin erheblich überlagern und nicht trennscharf zu unterscheiden sind, genau auseinander zu halten, sondern ein Gefühl dafür zu bekommen, von was alles das Erscheinungsbild einer Hypnose abhängen kann…und einen Eindruck davon zu bekommen, wie viele Faktoren außer Suggestibilität bzw. “Tiefe” das Erleben und Handeln des Hypnotisierten prägen können.
Die hypnotische Rolle
Die Liste ließe sich fortsetzen, aber es dürfte klar geworden sein, daß hypnotisches Verhalten in hohem Maße von dem bestimmt ist, was der Hypnotisierte generell über Hypnose glaubt und was der Hypnotiseur ihm indirekt vermittelt.
Das bedeutet keineswegs, daß Subjekte “schauspielern”. Vielmehr erleben jedenfalls sehr viele die entsprechenden Phänomene als von alleine auftreten gemäß ihrer Erwartung.
Aber zu dieser Erwartung kommt auch die Motivation: Es ist das Bestreben eines motivierten, guten hypnotischen Subjekts ein – gutes Subjekt zu sein! Wenn es überzeugt ist, daß ein guter Hypnotisand sich so oder so verhält oder dies oder jenes erlebt, dann ist es motiviert, sich ebenfalls so zu verhalten und es ebenfalls Entsprechendes zu erleben. Und dies wird ihm auch gelingen, wenn es zu diesem Zeitpunkt die notwendigen Fähigkeiten bzw. die notwendige Suggestibilität besitzt und sein Erleben und Verhalten dabei als unwillkürlich empfinden. Dennoch ist sein Tun und Lassen von seinen Erwartungen, seiner Überzeugung und seiner Motivation geprägt.
All diejenigen Überzeugungen, Einstellungen und Bestrebungen des Subjekts, die nicht zum Wesen der Hypnose gehören, aber das hypnotische Verhalten beeinflussen, können auch als “hypnotische Rolle” bezeichnet werden (was nicht heißt, daß der Hypnotisierte nur “schauspielert”). Es gibt viele soziale Rollen, beispielsweise die des Familienvaters, des Lehrers, der Krankenschwester etc. Solch eine Rolle liefert eine Basis, ein Skript, auf deren Grundlage sich eine Person verhält.
Würde der Hypnotisierte ganz bewußt das tun, von dem er glaubt, daß es zur Hypnose gehört, dann würde er “schauspielern”. Es kommt darauf an, daß er es unbewußt tut, daß die Identifikation mit der hypnotischen Rolle unbewußt erfolgt. Der Hypnoseforscher Ronald Shor berzeichnete das Ausmaß dieser unbewußten Identifikation mit der hypnotischen Rolle als “role involvement” und betrachtete es als eine von drei Dimensionen der hypnotischen Tiefe. (1*)
Wenn es also für ein Subjekt zur Rolle des Hypnotisierten gehört, daß es spontane posthypnotische Amnesie erleben wird, dann wird es das wahrscheinlich auch tun, und so auch in anderen Fällen. Entsprechende Überzeugungen darüber, was angemessenes hypnotisches Reagieren ist, kann das Subjekt bereits primär besitzen und zur Hypnose “mitbringen”; aber sie können auch durch den Hypnotiseur vermittelt werden, der etwa sagt, daß “(tiefe) Hypnose” mit spontaner Amnesie einhergeht.
Das Setting
Das Setting /der Rahmen / der Kontext, innerhalb dessen eine bestimmte hypnotische Erfahrung stattfindet, beeinflußt ebenfalls das Verhalten des Subjekts. Gemeint sind damit die Rahmensituationen, innerhalb derer Hypnose stattfindet, also insbesondere experimentelle Hypnose, klinische Hypnose, Showhypnose, forsnische Hypnose, private Hypnose, Hypnose-Demonstrationen vor Publikum usw.
Die Unterschiede im Verhalten, die auf das jeweilige Setting zurückzuführen sind, können erheblich sein. So wird ein Subjekt beispielsweise im klinischen Kontext oftmals ganz anders reagieren als während einer Showhypnose.
Bei einer Showhypnose wird jemandem, dem beispielsweise suggeriert wird, daß er ein kleines Kind sei, herumkrabbeln, laut sein, herumzappeln, umherspringen usw. Ein Patient im klinischen Setting wird sich hingegen eher unauffällig benehmen, vielleicht etwas kindlicher sprechen.
Suggeriert der Bühnenhypnotiseur seinen Teilnehmern, daß sie im wilden Galopp auf Pferden durch den Wilden Westen reiten, dann springen sie auf den Stühlen auf und ab und schlagen vielleicht die Schenkel gegen den Stuhl; ein Patient in einer klinischen Hypnose wird nicht oder nur in geringem Maße sichtbar reagieren wird. (Beispiele nach Michael Heap.)
Auch wird ein Proband bei einer Showhypnose oder “Street Hypnosis” generell eher bereit sein, sich “seltsam” zu benehmen, etwa wie ein Huhn zu gackern, als dies bei einer klinischen Hypnose der Fall wäre.
Man könnte nun für diese Unterschiede eine angeblich unterschiedlich Hypnose-Tiefe verantwortlich machen, etwa derart, daß Showhypnose generell wesentlich tiefer als klinische Hypnose sei, oder daß umgekehrt Bühnenhypnose gar keine richtige Hypnose beinhalte und nur Show sei. Beide Positionen werden tatsächlich vertreten, sind jedoch falsch (siehe meinen Artikel zur Showhypnose).
Zwar wurde in einem Versuch bei einer nachträglichen Messung der Suggestibilität von Shwohypnose-Teilnehmern mittels der Hypnose-Skale SHSS:C eine überdurchschnittliche Suggestibilität bei ihnen gefunden. Dieses Ergebnis bedeuten aber nicht, daß alle Teilnehmer “tief hypnotisiert” wären, sondern repräsentiert nur den statistischen Durchschnitt. Zudem können auch im klinischen Kontext die Hypnotisierten hohe Suggestibilitätsscores erreichen, suggerierte Ereignisse sehr intensiv und lebhaft erfahren und sich selbst als “tief hypnotisiert” erleben.
Der Unterschied im Verhalten beider Gruppen ist nicht etwa auf unterschiedliche Tiefe, sondern auf die unterschiedlichen situativen Anforderungen von Showhypnose und Therapie zurückzuführen: Bei der Hypnotherapie kann es sinnvollerweise für das Subjekt nur darum gehen, die suggerierte Erfahrung intensiv zu erleben, während bei der Showhypnose zugleich oder sogar in erster Linie deren publikumswirksame Darstellung geboten ist.
Zudem stellt das Setting der Bühnenhypnose einen Rahmen bereit, innerhalb dessen die Teilnehmer sich auf eine ungewöhnliche Art verhalten können, wie sie dies sonst nicht täten. Dieses Verhalten ist innerhalb des speziellen Kontextes der Showhypnose nicht nur legitim, sondern sogar ausdrücklich sozial erwünscht und wird mit Anerkennung und Applaus goutiert.
Die “Demand Characteristics”
Wir haben also gesehen, daß hypnotische Rolle und Setting “artifizieller” Einflußfaktoren für das Verhalten der Hyppnotisanden darstellen, wobei “Rolle” und “Setting” sich begrifflich wohl kaum klar abgrenzen lassen.Wir wollen versuchen, das Thema noch von einer allgemeineren Persoektive zu betrachten.
Oftmals versuchen die Teilnehmer eines psychologischen Experiments zu erraten, was der Sinn und Zweck eines psychologischen Experiments ist und was bewiesen werden soll. Manche achten darauf, den Versuch dann negativistisch zu untergraben, aber die meisten wollen dem Experiment helfen, verfälschen es dadurch jedoch zugleich. Das gilt auch für die Hypnose.
Wenn beispielsweise dieselben Probanden einmal mit und einmal ohne Hypnose getestet werden, und sie dies von vornherein wissen, dann wird das den Effekt haben, daß sie in der Nicht-Hypnose-Bedingung in der Regel schlechter abschneiden, als sie dies normalerweise eigentlich täten. Dabei kann es sich durchaus um einen unterbewußt und unwillkürlich ablaufenden Prozeß handeln, der von der Erwartung gesteuert ist. Aber die Probanden denken sich, daß die Leistungen unter Hypnose besser sein werden als im “Wachzustand” und das Experiment genau dies beweisen soll. Und das reicht bereits, damit sie unter Wachbedingungen unter ihren Möglichkeiten bleiben und schlechtere Leistungen abgeben, als das eigentlich zu erwarten wäre. (Hyposeforchung ist eine diffizile Angelegenheit…)
Diese impliziten “Anforderungsmerkmale” des Experiments, die das Verhalten der Probanden beeinflussen, werden als “Demand Characteristics” bezeichnet. Sie können bereits durch Art und Aufbau des Experiments wirksam werden, oder durch die direkte oder indirekte verbale oder non-verbale Kommunikation des Experimentators.
Ein Beispiel für eine unbeabsichtige Beeiflussung eines Experiments durch den Versuchsleiter: Bei einer Untersuchung zum Thema “Wachsuggestibilität vs. hypnotische Suggestibilität” gaben dieselben Hypnotiseure zweimal dieselben Suggestionen, aber einmal während einer Hypnose und einmal im “Wachzustand”.
Obwohl sie die Suggestionen jeweils auf gleiche Weise geben wollten und auch subjektiv überzeugt waren, daß ihnen das gelungen war, kamen neurale Personen beim Anhören der Aufnahmen zu einem ganz anderen Ergebnis: Die Experimentatoren hatten bei der Hypnose überzeugender und mit mehr Emphase gesprochen. In solchen Fällen werden womöglich unabsichtlich “Demand Characteristics” vermittelt, die die Experimente verfälschen können.
Ein Beispiel für den Einfluß von “Demand Characteritics” dürfte das Kapitel “Hypnose und Verbrechen” sein. Einige Hypnotiseure schafften es nicht, ihre tief hypnotisierten Subjekte” zu vermeintlichen antisozialen Handlungen zu bewegen; andere konnten es zumindest dann, wenn sie versuchten, das Subjekt mittels hypnotischer Halluzinationen über die wahren Umstände der Situation zu täuschen; wieder andere konnten auch direkt mit Erfolg “Verbrechen” befehlen.
Orne und Evans folgern, daß es generell möglich ist, Menschen zu vermeintlich selbstschädigenden oder anti-sozialen Verhaltensweisen zu bringen, wenn man dies als Experimentator möchte. Wenn einige also Erfolg hatten und andere nicht, so liegt dies offenbar an dem, was der Hypnotiseur indirekt, etwa durch seinen Ton, sein Auftreten usw. vermittelt hat. (Das Gesagte widerlegt den oft wiederholten Mythos, daß Hypnotisierte nur mittels “Tricks” zu vermeintlich kriminellem Verhalten bewegt werden könnten. Jedoch beweist es nicht, daß Hypnotisierte zu Dingen zu bringen sind, die sie ansonsten nicht täten, denn “Wache” zeigen unter denselben Anforderungen und demselben sozialen Druck denselben Gehorsam wie “tief Hypnotisierte”; siehe meinen Artikel über Hypnose-Verbrechen.)
Mit den “Demand Characteristics”bezeichnete Martin Orne, der Schöpfer dieses Begriffs, die Anforderungen speziell von Experimenten. Nun gehen aber viele, wenn nicht alle sozialen Interaktionen mit Anforderungen an die Beteiligten einher. Wenn man daher den Begriff “Demand Characteristics” erweitert, so kann er als Oberbegriff gebraucht werden, unter den sich auch “Hypnotische Rolle” und “Setting” fassen lassen.
Zusammenfassung
Aus alledem folgt, daß das Verhalten des Hypnotisierten durch wichtige nicht-hypnotische Faktoren beeinflußt wird.
1. Zum einen ist da die hypnotische Rolle: Es sind all die Überzeugungen, die die hypnotisierte Person davon hat, wie ein gutes hypnotisches Subjekt sich verhält, und wie es sich dementsprechend ebenfalls zu verhalten hat. Die Reaktion auf die hypnotische Rolle ist dabei im Allgemeinen kein bewußtes “Schauspielen”.
Diese hypnotische Rolle wird determiniert durch
a) die Überzeugungen, die der Hypnotisierte “mitbringt”
b) durch das, was der Hypnotiseur direkt oder indirekt vermittelt, manchmal auf sehr subtile Art. (Hierhin gehört beispielsweise auch das, was der Hypnotiseur zu anderen Personen sagt, wenn es in Hörweite seines “Subjekts” ist.)
2. Auch das besondere Setting, in dem eine Hypnose stattfindet, in dem die Hypnose stattfindet, kann das Verhalten der Hypnotisierten erheblich beeinflußen. Beispielsweise mag ein Hypnotisierter eine Suggestion in der Klinik so intensiv und lebhaft erfahren wie ein Teilnehmer einer Showhypnose, oder sogar stärker: Er wird sich in vielen Situationen dennoch anders verhalten.
3. Die “Demand Characteristics” sind allgemein die Anforderungen eines Experiments, die dazu führen, daß der Proband oftmals das tut, was seiner Meinung nach im entsprechenden Experiment beweisen werden “soll”. (Auch dies ist gewöhnlich kein bewußtes willentliches Tun.) Wir haben es hier mit einem der großen Probleme der Hypnoseforschung und der Psychologie im Allgemeinen zu tun. Entsprechend erweitert könnten die “Demand Characteristics” auch als Oberbegriff für “hypnotische Rolle” und “Setting” gebraucht werden.
Anders als teilweise gedacht wird, ist es also keineswegs nur die “Tiefe” bzw. Suggestibilität, die das Erleben und Tun hypnotisierter Personen beeinflußt.
(1*) Die anderen Dimensionen der Tiefe nach Shor sind “trance” und “archaic involvement”. Erstes bezeichnet für Shor die Verminderung der Allgemeien Realitätsorientierung” (“generalized reality orientation”); zweites meint eine besondere psychoanalytisch verstandene übertragungsbeziehung, bei der der Hypnotiseur als Autoritätsperson wahrgenommen wird, zu der mit der das Subjekt sich besonders verbunden fühlt.
Ausgewählte Literatur:
Die wohl ausführlichsten und besten Arbeiten hierzu stammen von Martin Orne, z.B:
Auf derselben Seite finden sich weitere Arbeiten desselben Autors zum Thema, teilweise online.
Lynn, S.J. & Sivec, H. (1992) The Hypnotizable Subject as Creative Problem Solving Agent. In Fromm E. & Nash M.R. (Eds.) Contemporary Hypnosis Research
Wie oben im Text angegeben habe ich einige Beispiele von Michael Heap. Sie stammen eigentlich aus:
Heap, M. (2000) The alleged dangers of stage hypnosis. Contemporary Hypnosis, 17, 117-126.
Es finden sich jedoch Teile dieses Textes auch im kursiv hervorgehobenen Teil des Artikels “Hypnosis: The Modern Scientific Perspective” vom selben Autor.
Ansonsten finden sich in enorm vielen Arbeiten Inhalte, die für das Thema relevant sind. Als Überblick mögen das “Oxford Handbook of Hypnosis” von Nash und Barnier (Hrsg.) und andere hypnosewissenschaftliche Werke dienen.